Wallpaper

Empfehlung



Seite: 1  (Von 1)

Michael Schumacher

Michael Schumacher (* 3. Januar 1969 in H?rth) ist ein ehemaliger deutscher Formel-1-Rennfahrer. Er ist nach seinem siebenmaligen Gewinn der Formel-1-Weltmeisterschaft der erfolgreichste Pilot dieser Rennserie und h?lt darin fast alle Rekorde. Sein j?ngerer Bruder Ralf Schumacher ist derzeit als Formel-1-Pilot aktiv.
 

Karriere

Anf?nge im Motorsport, Formel 1 ab 1991

Michael Schumacher wurde am 3. Januar 1969 als Sohn des damaligen Kaminmaurers und sp?teren P?chters einer Kartbahn in Kerpen, Rolf Schumacher und seiner Ehefrau Elisabeth in H?rth-Herm?lheim geboren.

Kartsport

Seinen ersten aktiven Kontakt mit einem Motorfahrzeug hatte er bereits mit vier Jahren, als sein Vater ihm ein umgebautes Kettcar mit 5-PS-Mofamotor schenkte. Als der Junge jedoch etwas zu ?berm?tig auf einem Parkplatz mit einem Laternenpfahl kollidierte, handelte er sich gleich eine Ohrfeige ein. Doch der Vater erkannte sich wenig sp?ter als Mitschuldigen, da sie das Gef?hrt nicht direkt auf der in der Nachbarschaft befindlichen Kartbahn ausprobiert hatten. In Horrem kam man dabei mit dem Kart-Club Graf Berghe von Trips in Kontakt, woraufhin Vater und Sohn merkten, wo die Defizite des klobigen Eigenbaus lagen. Jene Kartbahn war vom 1961 t?dlich verungl?ckten Formel-1-Fahrer Wolfgang Graf Berghe von Trips gegr?ndet worden und bot dem Jungen von nun an eine gute Gelegenheit zum Training.

In der Folge versuchte Michael Schumacher die erw?hnten M?ngel durch h?ufiges ?ben, insbesondere bei Regen, auszugleichen: ?Da war ich meistens allein auf der Strecke, da fiel die Unterlegenheit meines Gef?hrts nicht so auf. Ganz davon zu schweigen, dass mir das Schleudern und Driften im Regen ganz besonders viel Spa? machte.?[4] In einem Zeitungsartikel w?rdigte man ihn bereits als den wahrscheinlich j?ngsten Kartfahrer der Bundesrepublik. Mit f?nf Jahren feierte er seinen ersten Sieg; ein Jahr sp?ter errang er die erste Clubmeisterschaft gegen zum Teil wesentlich ?ltere Clubmitglieder. Als der Club von Kerpen-Horrem nach Kerpen-Manheim umzog, traf es sich f?r die Familie gut, dass man einen Platzwart suchte und somit beiden Eltern eine zus?tzliche Einnahmequelle sicherte, da Mutter Elisabeth im sp?teren Verlauf f?r die Gastronomie der Kartbahn sorgte. Da den Eltern dennoch bald nach einem Motorschaden das Geld zum Finanzieren des Materials fehlte, sprangen F?rderer ein, die Michaels Talent entdeckt hatten. Zun?chst war es der Karth?ndler Gerhard Noack, der dem Kerpener das erste regelrechte Rennkart schenkte, und in den Siegen seines Sch?tzlings eine willkommene Werbung sah. Bei Kartrennen traf Schumacher schon in jungen Jahren auf einige der zuk?nftigen Formel-1-Rivalen wie Heinz-Harald Frentzen und Nick Heidfeld aus M?nchengladbach oder die Finnen Mika H?kkinen und Mika Salo. 1981 stie? er im belgischen Nivelles sogar auf Ayrton Senna.

Da die Geldmittel dennoch nicht ausreichten, startete Schumacher auch aus Altersgr?nden in der Kartszene zun?chst l?ngere Zeit mit luxemburgischer Lizenz, f?r die keine finanziellen Mittel als Sicherheit zur?ckzustellen waren und mit der man bereits mit 12 Jahren lizenzberechtigt war. Au?erdem mussten daf?r deutlich weniger Rennen zur Aufrechterhaltung bestritten werden. 1982 fand Schumacher in der Person des Unternehmers J?rgen Dilk, der Spielautomaten vertrieb, einen weiteren Sponsor, da Noack das Reisen zu aufw?ndig geworden war. 1984 und 1985 gewann der Kerpener dank dieser Unterst?tzung die deutsche Juniorenmeisterschaft, zwei Jahre sp?ter wurde er Vizeweltmeister bei den Junioren und im selben Jahr bundesdeutscher Meister und Europameister im Kartsport.

Formel K?nig, Formel Ford, Formel 3

Seine Monoposto-Karriere begann Schumacher 1987 in der Formel K?nig. Diesen Schritt erm?glichte ihm erneut J?rgen Dilk, der 16.000 DM pro Saison in Schumachers Karriere investierte. 1988 wurde Schumacher Vizemeister in der Formel Ford und wechselte daraufhin in die Formel 3 zum WTS-Team seines neuen Managers Willi Weber, der nach dem Weggang seines bisherigen Sch?tzlings Joachim Winkelhock in die Formel 1 und in die DTM einen ad?quaten Ersatz suchte. Bei der ersten Testfahrt in einem Formel-3-Fahrzeug auf dem N?rburgring gab sich Schumacher ungewohnt hektisch und setzte den Wagen in der f?nften Runde in die Leitplanken. Weber hatte dessen Leistungen in der Formel Ford im Hinterkopf und gab Schumacher eine zweite Chance, bei der dieser mit mehr Konzentration hervorragende Zeiten erzielte. Willi Weber war sich wohl bewusst, dass Schumacher sowohl Sponsoren- als auch eigene finanzielle Mittel zum Einstieg in die n?chsth?here Formelklasse fehlten. Daher entschloss er sich dazu den Kerpener, gewisserma?en, selbst zu finanzieren. Im Gegenzug erhielt er einen gerade mal zweiseitigen Managervertrag, den Schumacher zehn Jahre an Weber band und ihm 20 Prozent der potenziellen Einnahmen des Rennfahrers zusicherte.[5] Sp?ter pr?gte Weber das Bonmot von der ?Lotterie Schumacher?, in der damals nur einer ein Los gekauft habe und derjenige sei er selbst gewesen.[6] In der Formel 3 belegte Schumacher 1989 punktgleich mit Heinz-Harald Frentzen Rang 2 hinter dem Meister Karl Wendlinger aus ?sterreich.

Sportwagen-Prototypen und DTM-Intermezzo

F?r 1990 erhielt Schumacher einen Vertrag vom Mercedes-Junior-Team, das auf Sportwagen des Schweizers Peter Sauber Langstreckenrennen bestritt, unter anderem in Le Mans. Zu seinen jungen Kollegen geh?rten Heinz-Harald Frentzen und Karl Wendlinger. Betreut wurden die Junioren unter Rennleiter Jochen Neerpasch von Formel-1-Veteranen wie Jochen Mass, die dem Nachwuchs alles ?ber das Rennfahren beibrachten.

Die ?jungen Wilden? fuhren hier so genannte ?Sportprototypen?. Diese Autos hatten eine Leistung von ca. 920 PS und waren so schnell wie ein damaliger Formel-1-Wagen. Schumacher, Frentzen und Wendlinger waren deshalb nach der Einweisung durch Jochen Mass und seinen Kollegen schon versierte Rennfahrer mit langj?hriger Berufserfahrung, als sie in die Formel 1 wechselten. Nennenswerte Leistungsunterschiede waren bei den Dreien w?hrend ihrer gemeinsamen Zeit auf identischen Wagen kaum festzustellen. Das Gesamtklassement der Sportwagen-Weltmeisterschaft schloss er als F?nftplatzierter ab.

Parallel zum Sportwagen-Engagement errang Schumacher 1990 die deutsche Meisterschaft in der Formel 3 und gewann zudem das internationale Rennen in Macao, trotz einer Kollision im zweiten Lauf mit Mika H?kkinen.

Der Sportwagen-Nachwuchs durfte beim Saisonfinale der DTM auf dem Hockenheimring teilnehmen, wo es um die Meisterschaftsentscheidung zwischen Fahrern der Marken Mercedes, BMW und Audi ging, die jeweils Gaststarter zur Unterst?tzung ihrer Titelfavoriten mitbrachten. Schumacher kollidierte in der ersten Kurve mit dem BMW des Tabellenf?hrers Johnny Cecotto, wodurch Audi-Pilot Hans-Joachim Stuck den Titel gewann und Cecotto ausschied.

Gastspiel in der japanischen Formel 3000 und Einstieg in die Formel 1

Jochen Neerpasch erm?glichte Schumacher im Sommer 1991 ein Gastspiel in der japanischen Formel 3000, der so genannten Formel Nippon, beim Suntory Team Le Mans auf einem Ralt RT23-Mugen MF308. Dabei bewies Schumacher durch ein gutes Rennen in Sugo, das er mit einem zweiten Platz hinter dem US-Amerikaner Ross Cheever, dem j?ngeren Bruder Eddie Cheevers, abschloss, seine Flexibilit?t und sein Verm?gen, sich auch auf unbekannte Strecken kurzfristig einzustellen. Dennoch setzten weder Weber noch Schumacher auf die Formel 3000 als Zwischenschritt zur Formel-1-Karriere, da sich erfahrungsgem?? nur f?r die beiden Top-Piloten ?eventuell? das Tor zur h?chsten Monoposto-Rennklasse ?ffnete. Der Rest der Piloten ?versandete? meist in der Karriere-Sackgasse. Kurioserweise fuhr der Kerpener bereits damals mit seinem sp?teren Teamkollegen Johnny Herbert in einem Team und gegen sp?tere Fahrerkollegen wie Ukyo Katayama, der in der Saison 1991 die japanische Formel-3000-Meisterschaft f?r sich entscheiden konnte, aber auch gegen Eddie Irvine. Schumacher selbst hielt es zum damaligen Zeitpunkt f?r sicherer, den Einstieg ?ber den noch z?gernden Mercedes-Konzern zu suchen, w?hrend Weber hingegen Chancen f?r ein Formel-3000-Cockpit f?r 1992 sondierte, jedoch ergab sich eine andere Alternative.[7]

Dank einer B?rgschaft von Mercedes konnte Schumacher bei Testfahrten in Silverstone seine Eignung als Formel-1-Fahrer unter Beweis stellen.

1991 sa? Jordans Stammfahrer Bertrand Gachot im Gef?ngnis, weil er einen englischen Taxifahrer im Streit um die H?he der Rechnung mit Reizgas bespr?ht hatte. Diesen sollte dann Schumacher in Spa ersetzen. Obwohl er dort noch nie gefahren war, versicherte sein Manager Willi Weber Teamchef Eddie Jordan, dass Schumacher den anspruchsvollen Kurs aufgrund der N?he zu seinem Heimatort Kerpen kennen w?rde.[8] Erst 2005 gestand Jordan, dass Schumacher damals gar nicht seine erste Wahl gewesen sei ? dies w?re eigentlich Veteran Stefan Johansson gewesen ?, sondern dass des Deutschen finanzielle Mitgift den Ausschlag gegeben h?tte.

Schumacher fuhr den Ardennen-Kurs mit einem geliehenen Fahrrad ab und Willi Weber und er ?bernachteten in der Jugendherberge von Spa. Im Qualifying wurde Schumacher zum Erstaunen der Fachwelt Siebter, fiel aber im Rennen schon 500 Meter nach dem Start mit Kupplungsschaden an f?nfter Stelle liegend aus, nachdem er zwei Kontrahenten bereits vor der ersten Kurve ?berholt hatte.[9] R?ckblickend betrachtete Schumacher dies als jenen Moment, in dem er durch das kurzzeitige Erfolgserlebnis gegen?ber Senna und Piquet bemerkt habe, dass ihm auch das ?berholen gegen?ber Spitzenfahrern leichter als gedacht gelingen k?nne.[10] Was insbesondere seine Ingenieure ?berraschte, waren Schumachers Courage und Fahrzeugbeherrschung, da die Telemetriedaten bewiesen, dass er die schwierige Bergaufkurve Eau Rouge ohne das Gas zu lupfen, also mit voller Geschwindigkeit gefahren war und bereits im Training keinen Respekt vor gro?en Namen gezeigt hatte. So deutete er Alain Prost bereits im Training ungeduldig an, ihn doch vorbei zu lassen, da er sich von ihm aufgehalten f?hlte.[11]

Die ?ra Benetton, 1991−1995

Nach nur einem Rennen warb das Team Benetton-Ford, das mit dem dreifachen Weltmeister Nelson Piquet schon mehrere Grand Prix gewonnen hatte,[12] den Neuling von Jordan ab, um seinem bisherigen zweiten Piloten, Roberto Moreno, zu entlassen. F?r Benetton errang Schumacher beim Gro?en Preis von Italien in Monza seine ersten beiden WM-Punkte und beendete den Grand Prix vor seinem Teamkollegen Piquet. Allerdings wurde von Benetton lange Zeit verschwiegen, dass man den vergleichsweise unerfahrenen Schumacher zun?chst nicht verpflichten wollte und erst aufgrund deutlicher Bef?rwortung von Bernie Ecclestone, der ein Verk?mmern des Talents bei Jordan bef?rchtete, dessen Anstellung betrieb. Schumacher selbst beschrieb es im R?ckblick selbst als ?komisches Gef?hl? ausgerechnet jenem Team, das einem die Chance f?r den Einstieg in die Formel 1 gegeben habe, nach nur einem Rennen bereits den Laufpass zu geben. Weber und er h?tten zu diesem Zeitpunkt jedoch gewusst, dass Jordan f?r die Formel-1-Saison 1992 einen Motorenvertrag mit Yamaha unterzeichnet hatte. Dadurch sei aufgrund der mangelnden Erfahrung des japanischen Herstellers in der h?chsten Motorsportklasse die Chancen auf z?hlbare Ergebnisse geschrumpft und die Entscheidung aus Eigeninteresse absolut nachvollziehbar gewesen.[13] Die Reserviertheit des Benetton-Teams beantwortete Michael Schumacher mit stabilen Leistungen: Seinen Teamkollegen Piquet schlug er mit einer Ausnahme stets im Qualifying und belegt mit einem f?nften Platz beim Grand Prix von Italien und einem sechsten Rang beim Gro?en Preis von Portugal im Endklassement der Weltmeisterschaft den 12. Platz. Allerdings zeigte sich der Kerpener im Nachhinein ?berrascht, dass sich der Benetton B191 im direkten Vergleich zum Jordan als das deutlich schwieriger abzustimmende und zu fahrende Fahrzeug entpuppte: ?Das Auto sprang bei Unebenheiten, und die Traktion war schrecklich, was vor allem an den Reifen [von Pirelli] lag.?[14]

In der Formel-1-Saison 1992 fuhr Schumacher, nun die Nummer eins im Team, mit dem dritten Platz in Mexiko seinen ersten Podiumsplatz ein. Er gewann ein Jahr nach seinem Deb?t in Spa dank geschickter Boxentaktik bei wechselhaftem Wetter und wurde somit dritter deutscher Formel-1-Sieger nach Wolfgang Graf Berghe von Trips (1961) und Jochen Mass (1975) (Anm.: Jochen Rindt war zwar deutscher Staatsb?rger, startete allerdings mit ?sterreichischer Rennlizenz und galt somit aufgrund des FIA-Reglements als ?sterreicher.). Nigel Mansell wurde im Williams ?berlegen Weltmeister und wechselte in die USA zur Champ-Car-Serie. Michael Schumacher beendete seine erste komplette Saison hinter den Williams-Piloten Nigel Mansell und Ricardo Patrese auf dem dritten Platz der Fahrerwertung.

Die Saison 1993 lief weniger erfolgreich f?r Schumacher und Benetton. Konnte sich Schumacher mit Benetton 1992 noch vor Ayrton Senna platzieren, rutschte der Kerpener 1993 hinter den Brasilianer, der in jener Saison gleich f?nf Siege errang, Schumacher dagegen nur einen, in Estoril. Weltmeister 1993 wurde Alain Prost auf Williams, der danach seine Karriere beendete.

1994 (1. WM-Titel)

F?r die Saison 1994 wurden einige Regeln ge?ndert, die Elektronik-Hilfen wie ABS, Vierradlenkung und insbesondere das aktive Fahrwerk wurden abgeschafft, dagegen Tankstopps erlaubt. Benetton gelang die Anpassung an die neuen Bedingungen am besten. Das Design des B194 mit der ?h?heren? Nase war ungewohnt, aber richtungsweisend, da es eine bessere Anstr?mung des Diffusors am Heck erm?glichte. Benetton war jedoch nicht das erste Team mit hoher Nase, die Grundidee lieferte Tyrrell bereits 1990.

Das Jahr begann f?r Schumacher sehr erfolgreich mit zwei ?berlegenen Siegen. In Interlagos hatte er schon alle Fahrer au?er Senna ?berrundet, ehe dieser ausfiel. Dabei hatte Schumacher zum ersten Mal seine St?rke der, insbesondere von der britischen Fachpresse so genannten, ?Sprints? gezeigt. Die kurzen oder taktischen Sprints sollten eines seiner Markenzeichen werden. Sennas Ehrgeiz war getroffen, da sich das Paket Schumacher/Benetton als ihm ebenb?rtig erwies. Schumacher gewann auch den so genannten Gro?en Preis des Pazifik auf dem Tanaka International Circuit in Aida, w?hrend Senna bereits kurz nach dem Start ausschied.

Beim dritten Rennen in Imola (Italien) kam es im Freitagstraining zu einem schweren Unfall von Rubens Barrichello und im Qualifying zum t?dlichen Unfall von Roland Ratzenberger. Im Rennen verungl?ckte Ayrton Senna in der Tamburellokurve und zog sich t?dliche Kopfverletzungen zu. Nach Sennas Tod schien es zun?chst so, als ob Schumacher den Titel 1994 nun ohne nennenswerte Konkurrenz einfahren k?nnte. Bei Williams stieg der zuvor als zweiter Fahrer gehandelte Damon Hill zur Nummer 1 auf. F?r Senna r?ckte zun?chst David Coulthard und im sp?teren Saisonverlauf f?r vier Rennen Nigel Mansell ins Team.

Bis zum Grand Prix im englischen Silverstone dominierte Schumacher die Saison. Bemerkenswert war der zweite Platz in Barcelona, bei dem er mehr als die H?lfte des Rennens nur den 5. Gang zur Verf?gung hatte. Das Rennen in Silverstone markierte dann den Auftakt zu diversen Skandalen und Anschuldigungen gegen Schumacher und Benetton: Zun?chst wurde Schumacher w?hrend des Rennens disqualifiziert, durfte dann aber doch zu Ende fahren. Der zweite Platz wurde ihm sp?ter wieder aberkannt, zus?tzlich wurde eine Sperre von zwei Rennen ausgesprochen, durch die er schlie?lich nach einer Berufungsverhandlung die beiden Grand Prix von Portugal und Italien verpasste. Dazu kam noch eine Disqualifikation in Spa, als Schumachers Holzplatte am Unterboden ?ber das erlaubte Ma? hinaus abgefahren war.

In der Motorsport-Fachpresse hielt sich der Vorwurf, die FIA h?tte den WM-Kampf k?nstlich spannend halten wollen. ?Haltlose Manipulationsvorw?rfe und ?ble Nachrede anderer Rennst?lle vergiften Mitte des Jahres das sportliche Klima in der Formel 1 nachhaltig.?[15]. In den Schlagzeilen der Boulevard-Presse war vom ?Schummel-Schumi? die Rede, als Schumacher f?r mehrere Rennen gesperrt wurde.

In Schumachers Abwesenheit gewann Hill in Portugal und Italien und die schon sicher geglaubte Weltmeisterschaft war wieder offen. Schumacher gewann den Gro?en Preis von Europa in Jerez, doch Hill konterte und gewann das vorletzte Rennen in Suzuka nach hartem Kampf gegen Schumacher. Beim letzten Rennen in Australien kollidierte Schumacher mit Hill, als dieser ihn nach einer Mauerber?hrung an der Innenseite ?berholen wollte. Schumacher schied sofort aus in dem Glauben die Weltmeisterschaft verloren zu haben. Hill wurde wenig sp?ter aufgrund einer defekten Aufh?ngung von Patrick Head aus Sicherheitsgr?nden aus dem Rennen genommen. Somit war Schumacher Weltmeister.

Schumacher gewann in dieser Saison acht Rennen und belegte zweimal den zweiten Platz, wobei er nur an 14 der 16 Rennen teilnahm und zw?lf gewertet wurden (ein Sieg [Spa] sowie ein zweiter Platz [Silverstone] wurden aberkannt). Er wurde damit der erste deutsche Formel-1-Weltmeister. Der Titel blieb f?r die Presse aufgrund der Ereignisse im Jahr 1994 ohne echten Glanz. Ferner hafteten dem Titel wiederkehrende Betrugsvorw?rfe gegen Schumacher und sein Benetton-Team an, die aber nicht von den Technikern der FIA im komplexen Netz der Bordsoftware zu orten waren. Daher kam es zu keinerlei Sanktionen gegen Schumacher oder Benetton.[16]

Doch bereits w?hrend der Saison legte Manager Willi Weber den Grundstein f?r Schumachers sp?teren Wechsel hin zu Ferrari. Schon 1993 hatte Weber durch eine Indiskretion davon erfahren, dass Riccardo Patrese mehr als Michael Schumacher verdiente, obwohl eine Klausel im gemeinsamen Vertrag dies untersagte. Als Benetton mitten in den oben erw?hnten Betrugsvorw?rfen steckte, gelang es Weber mit Hinweis auf diese Vertragsverletzung den f?r seinen Sch?tzling ung?nstig langen Dreijahresvertrag mit dem Team auf die H?lfte zu verk?rzen und gleichzeitig Schumachers Bez?ge zu verdoppeln.[17]

1995 (2. WM-Titel)

F?r die Saison 1995 bekam auch Benetton die starken V10-Motoren von Renault. Damit herrschte auf Motorenseite zwischen Williams und Benetton Gleichstand.

Der Start in die Saison lief f?r Schumacher nicht so glatt wie im Jahr zuvor. Der Benetton B195 war deutlich schwieriger abzustimmen als das Vorg?ngermodell und reagierte ?u?erst nerv?s auf Setup-Ver?nderungen, insbesondere bei der Bodenfreiheit, was beide Piloten mehrfach zu ihrem Leidwesen durch Unf?lle erfahren mussten.[18] Zwar gewann Schumacher das Auftaktrennen, doch die beiden n?chsten Rennen gingen an Hill, der damit auch erstmals die F?hrung der Weltmeisterschaftswertung ?bernahm. Auf dem neu gestalteten Kurs von Imola hatte Schumacher einen schweren Unfall, den er aber unverletzt ?berstand. Ab da wendete sich das Blatt wieder zugunsten des Kerpeners. Er dominierte die meisten Rennen, wurde in Kanada nur durch einen Elektronikdefekt gestoppt und in Silverstone und Monza von Hill ?abgeschossen?.

H?hepunkte aus Schumachers Sicht waren der erste Sieg seiner Karriere auf dem Hockenheimring, der Sieg im Regenrennen von Spa, bei welchem er von Position 16 startete, mit Slicks bei wechselnden Bedingungen den mit Regenreifen hinter ihm folgenden Hill entscheidend aufhalten konnte, und schlie?lich der Sieg auf dem N?rburgring, bei dem er zwei Runden vor Schluss Jean Alesi noch ?berholen konnte. Hierbei kam es zu einer vers?hnlichen Geste, als der ausgefallene Damon Hill Schumacher sportlich fair vom Streckenrand applaudierte. Die Saison wurde abgerundet mit dem Gewinn der Fahrer-Weltmeisterschaft f?r Schumacher und der Konstrukteurs-WM f?r Benetton.

Die ?ra Ferrari, 1996−2006

Auf Dr?ngen von Berater Niki Lauda suchte das Team von Ferrari, das Jean Todt neu aufgebaut hatte, den geeigneten Fahrer. Mit Schumacher gab es nur einen aktiven Weltmeister, der auch unbestritten als einer der besten Fahrer galt. Zudem hatte Benetton seit der Verpflichtung Schumachers einen rasanten Aufstieg hinter sich, den man sich auch bei Ferrari erhoffte. Dem Doppelweltmeister wurde auch auf Betreiben Bernie Ecclestones f?r 1996 ein gutes Angebot gemacht. Schumacher wechselte vom englischen Benetton-Team nach Italien, obwohl der Traditionsrennstall in den letzten Jahren technisch und organisatorisch hinterherhinkte, da unter anderem ein klassisch starker, aber durstiger und schwerer V12-Motor verwendet wurde. Ferrari hatte seit Jody Scheckter 1979 keine Fahrer-WM gewonnen und war seit Jahren nicht mehr konkurrenzf?hig. Die Weichen f?r eine bessere Zukunft waren durch Teamchef Jean Todt allerdings bereits gestellt worden, so dass hoffnungsvoll nach vorn geblickt werden konnte. Die Hoffnungen, die man in Schumacher setzte, waren insbesondere bei den italienischen Medien und Tifosi hoch. Gianni Agnelli, der Fiat- und Ferrari-Chef, wurde mit den Worten zitiert: ?Wenn Ferrari mit Michael Schumacher nicht Weltmeister wird, dann werden wir es nie mehr.? Zum Wechsel Schumachers zu Ferrari titelte damals jedoch die deutschsprachige Fachzeitschrift Motorsport aktuell: ?Darf unser Schumi niemals wieder siegen?? und die Bild-Zeitung: ?Was willst du mit der roten Gurke??.

1996

Mit dem P46, dem neuen Motor im F-310, verabschiedete sich die Scuderia Ferrari erstmals vom traditionellen 12-Zylinderprinzip und baute nun auf das erfolgversprechend Prinzip des Zehnzylinders. Die kompaktere Bauweise und die um 10 % geringe Oberfl?che versprach eine str?mungsg?nstigere Gestaltung der Karosserie. Dieser Motor wurde dank der Honda-Erfahrung eines japanischen Ingenieurs versiert ausgef?hrt, so dass sich der vermeintliche Nachholungsbedarf in diesem Punkt nicht nachteilig bemerkbar machte.[19] Als gro?er Schwachpunkt erwiesen sich das Monocoque-Chassis des einstigen Star-Designers John Barnard, eine fehlerhafte Windkanal-Kalibrierung sowie die auf England (Chassis) und Italien (Gesamtpaket) verteilten Strukturen. Barnard hielt sich zu stark ans Reglement und verpasste dem Ferrari neben einer tiefen Nase aus Sicherheitsaspekten breite Cockpit-Seitenw?lste, die sich aerodynamisch verheerend auswirkten. Au?erdem wurden die Lufthutze und die Seitenk?sten nicht optimal angestr?mt, so dass Schumacher auf den langen Geraden der meisten Grand-Prix-Kurse den Kopf zur Seite neigen musste, um ein besseres Anstr?men der Airbox zu erm?glichen. F?r die Chassis-Retouche wurde der erfahrene Minimalist Gustav Brunner verpflichtet, wodurch der Monoposto nach dem Spanien-Grand-Prix nun auch mit der im Trend liegenden ?hohen Nase? eingesetzt wurde, um die Anstr?mung des Unterbodens zu verbessern. Erst nach der Formel-1-Saison 1996 bekannte der Kerpener, dass ihn allein der ?Anblick dieses Bremsfallschirms?, wie er die Seitenw?lste nannte, abgesto?en habe.

Beim Saisonstart in Australien versagten dem Ferrari die Bremsen, in Argentinien brach der Heckfl?gel und in Imola explodierte eine Bremsscheibe. Dennoch konnte Schumacher im Regenrennen von Barcelona einen ?berraschenden Sieg erringen, bei dem er, von Position 8 gestartet, ?berlegen zum Sieg fuhr. Dieser Sieg, den er auch seiner konsequenten Regenabstimmung zu verdanken hatte, l?ste gro?e Euphorie beim Team und bei den Fans aus. Allerdings kehrte recht schnell wieder Ern?chterung ein, als klar wurde, dass der Ferrari auf trockener Piste nicht siegf?hig war. Es gab immer wieder R?ckschl?ge, teilweise peinliche technische Probleme und Unzuverl?ssigkeiten; der Begriff ?Pfennigartikel? machte die Runde, da oft recht kleine und relativ preiswerte Teile kaputt gingen. So fiel der Ferrari in Magny-Cours nach der Pole-Position schon in der Einf?hrungsrunde aus und in Silverstone versagte die Hydraulik. Aber auch der Kerpener machte Fehler, startete etwa in Monaco von der Pole-Position und setzte den Ferrari ohne Not in die Mauer, da er sich von dem ?berfahren der Begrenzungslinie mehr Grip versprach. Da diese jedoch noch feucht war, trudelte er bereits in der ersten Runde ins Aus. Im 13. Lauf der WM konnte Schumacher sein Lieblingsrennen in Spa auf trockener Piste f?r sich entscheiden. Schon zwei Wochen sp?ter folgte beim Gro?en Preis von Italien in Monza der n?chste, aber auch letzte Triumph f?r die Saison 1996.

Damon Hill wurde vor dem aufstrebenden Formel-1-Neuling Jacques Villeneuve (beide Williams-Renault) Weltmeister. Schumacher beendete die Saison immerhin auf Platz drei mit drei Saisonsiegen, was f?r Ferrari die beste Saison seit 1990 darstellte.

1997

1997 wechselten auf Schumachers Veranlassung mit Renn-Ingenieur Ross Brawn und Konstrukteur Rory Byrne die ?Hirne? seines alten WM-Teams Benetton zu Ferrari. Der neue Wagen war deutlich besser. Zu Beginn der Saison sah alles nach einer klaren Angelegenheit f?r Jacques Villeneuve aus, der mit dem Williams das beste Auto und seinen neuen Teamkollegen Heinz-Harald Frentzen in der Regel im Griff hatte. Doch dann startete Schumacher eine Siegesserie, an dessen Ende f?nf Triumphe standen. Den f?r das Titelrennen wichtigsten fuhr er in Japan ein, als er mit Hilfe seines Teamkollegen Eddie Irvine, der aus seiner Zeit in Japan den Kurs bestens kannte, Villeneuve hinter sich halten konnte. Diesem drohte sogar eine Sperre vor dem letzten Rennen, da er trotz gelber Flaggen ?berholt hatte. Die FIA entschied jedoch, dass er am letzten Rennen teilnehmen durfte. Vor diesem Rennen in Jerez (Spanien) f?hrte Schumacher nach Punkten die Weltmeisterschaft an. Nach dem Qualifying hatten kurioserweise gleich drei Piloten auf die Tausendstel genau die gleiche Zeit, n?mlich Villeneuve, Schumacher und Frentzen. Sie starteten in genau dieser Reihenfolge, da nun der fr?here Zeitpunkt der jeweiligen Runde den Ausschlag gab. Nachdem Schumacher ?ber die H?lfte des Rennens gef?hrt hatte, wurde er ohne ersichtlichen Grund sehr viel langsamer und Villeneuve konnte aufschlie?en und setzte zum ?berholen an. Genau wie 1994 kam es dabei ebenfalls zur Kollision. W?hrend 1994 die Schuldfrage nicht klar war, so gab es dieses Mal keinen Zweifel, dass Schumacher den Zusammensto? provoziert hatte. Im Gegensatz zu 1994 konnte der Titelrivale jedoch das Rennen fortsetzen und beendete das Rennen als sicherer Dritter hinter den wiedererstarkten McLaren-Mercedes. Dies gen?gte, um vor Schumacher Weltmeister zu werden. Dieser schied nach der Kollision aus und wurde durch ein Urteil der FIA wegen Unsportlichkeit aus der WM-Wertung ausgeschlossen, verlor somit alle Punkte, behielt aber seine Erfolge f?r die Karriere-Statistik. Der zweite Williams-Fahrer, Heinz-Harald Frentzen, bis dahin Dritter in der Weltmeisterschaftswertung, r?ckte somit auf den zweiten Rang vor und wurde offizieller Vize-Weltmeister des Jahres 1997. Schumachers erfahrene Punkte wurden aber f?r die Teamwertung nicht aberkannt.[20]

1998

Ab dem Jahr 1998 galten neue Regeln. Die Autos durften nur noch maximal 180 cm breit sein und mussten auf Rillenreifen anstatt der sonst im Rennsport ?blichen profillosen Slicks fahren. Das Team McLaren-Mercedes sowie dessen Reifenlieferant Bridgestone kamen mit den ?nderungen auf Anhieb gut zurecht. Hinzu kam, dass der im August 1997 von Williams zu McLaren gewechselte Stardesigner Adrian Newey nun gro?en Einfluss auf die Konstruktion des Autos nahm. Mika H?kkinen entwickelte sich schnell zum Titelaspiranten Nummer eins, nachdem er die ersten beiden Rennen ?berlegen gewonnen hatte. Im dritten Rennen schlug Schumacher zur?ck und konnte in Buenos Aires knapp gewinnen. Es entwickelte sich ein packender Zweikampf ?ber die weitere Saison. Einen unr?hmlichen H?hepunkt bildete dabei das Rennen in Spa-Francorchamps: H?kkinen war bereits ausgeschieden und der deutlich f?hrende Schumacher setzte zum ?berrunden des zweiten McLaren von David Coulthard an. Dabei kam es zu einer Kollision. Auf nur noch drei R?dern steuerte Schumacher die Box an, um dann total au?er sich zur McLaren-Box zu eilen. Nur mit M?he konnten die herbeigeeilten Mechaniker Schumacher beruhigen und Handgreiflichkeiten verhindern. Der Schotte beteuerte danach mehrfach, den Unfall nicht mit Absicht provoziert zu haben, Schumacher akzeptierte sp?ter auch dessen Entschuldigung.

Drei Rennen vor Ende der Saison schien es, als ob H?kkinen die WM f?r sich entscheiden k?nnte. Doch Schumacher gewann in Monza bei gleichzeitigem Ausfall des Finnen und hielt die Meisterschaft weiter offen. H?kkinen konnte aber zwei Wochen sp?ter auf dem N?rburgring Schumacher bezwingen. Dieser musste f?r das letzte Rennen auf die Hilfe seines Teamkollegen Eddie Irvine hoffen, da H?kkinen bei einem Sieg Schumachers h?chstens Dritter werden durfte. Am Start starb Schumacher, auf der Pole-Position stehend, der Motor ab. Nach dem Neustart arbeitete er sich von Platz 24 auf Platz 3 vor, bevor ihn ein Reifenplatzer endg?ltig um alle Chancen brachte. H?kkinen gewann das Rennen und damit seine erste Weltmeisterschaft.

Schumacher errang insgesamt sechs GP-Siege, verlor die WM aber eigentlich schon zu Beginn der Saison, als McLaren-Mercedes teilweise in einer anderen Liga fuhr.

1999

1999 war der Technologievorsprung von McLaren-Mercedes nahezu aufgebraucht. Ferrari schien streckenabh?ngig mindestens ebenb?rtig zu sein. Schumacher konnte von den ersten sieben Rennen zwei, die in Imola und Monaco gewinnen, w?hrend Weltmeister H?kkinen drei Siege (Brasilien, Spanien und Kanada) verbuchen konnte. Vor dem Grand Prix von Silverstone lag Schumacher acht Punkte hinter H?kkinen zur?ck. Kurz nach dem Start versagten seine Bremsen und er krachte laut Telemetriedaten mit 107 km/h in einem Reifenstapel. Die Folge war ein Bruch des rechten Unterschenkels. Schumacher musste f?r sechs Rennen aussetzen. Die WM war damit f?r ihn verloren, so dass er sich auf seine Genesung konzentrierte.

Die Stimmen, die Schumacher aufforderten, so schnell wie m?glich zur?ckzukommen, wurden gegen Ende der Saison immer lauter. Manche unterstellten ihm, er wolle gar nicht zur?ck, da er seinen Teamkollegen Irvine unterst?tzen m?sse, den ersten Titelgewinn f?r Ferrari seit 20 Jahren einzufahren. Zwei Rennen vor Saisonende gab Schumacher dann sein Comeback und sollte jene Kritiker schnell verstummen lassen. Auf dem neuen Kurs von Sepang (Malaysia) war Schumacher das ganze Wochenende der schnellste Mann. W?hrend des Rennens fuhr er taktisch klug, hielt H?kkinen in Schach, ?berlie? Irvine den Sieg und belegte selbst Rang 2. Die beiden Ferraris wurden nach dem Rennen wegen um 0,75 cm nicht regelkonformer Windleitbleche disqualifiziert, sp?ter aber wurde der Doppelsieg wieder zuerkannt. Beim Saisonfinale in Japan allerdings besiegte Mika H?kkinen aus eigener Kraft die beiden Ferrari und wurde Weltmeister.

2000 (3. WM-Titel)

In der Saison 1999 wechselte auch Ferrari zur Reifenmarke Bridgestone. Der japanische Reifenhersteller entwickelte aber ab der Saison 2000 die Pneus nach zwei WM-Titeln von McLaren nun nicht mehr nur mit den Engl?ndern zusammen, sondern auch mit den Italienern, was die Kr?fteverh?ltnisse entscheidend beeinflusste. Wie schon 1999 schienen Ferrari und McLaren gleich stark zu sein. Dieses Mal hatte Schumacher den besseren Start. Er gewann die ersten drei Rennen, obwohl H?kkinen jeweils die Pole-Position erobern konnte. Mitte der Saison schlug McLaren zur?ck und konnte auch durch David Coulthard Rennen aus eigener Kraft gegen Schumacher gewinnen. Die packende Saison steuerte dann auf ihre H?hepunkte zu: Zuerst kam es zum Duell H?kkinen - Schumacher in Spa. Der Finne verfolgte rundenlang den Ferraripiloten, ohne entscheidend angreifen zu k?nnen. Erst bei der ?berrundung von Ricardo Zonta konnte er seinen Geschwindigkeits?berschuss bei mehr als 300 km/h ausspielen, da dieser ihm die Innenspur ?berlie?. Er ?berholte Schumacher und baute mit seinem Sieg den knappen Vorsprung in der WM auf sechs Punkte vor Schumacher aus. Dieser antwortete jedoch beim Ferrari-Heimspiel in Monza in einem erneut sehr engen Rennen mit dem 41. Sieg seiner Karriere. Bei der folgenden Pressekonferenz vergoss er Tr?nen, nachdem er darauf angesprochen worden war, dass er Sennas pers?nlichen Rekord soeben geknackt habe.

Der Sieg von Monza wirkte wie eine Befreiung. Die restlichen drei Grand Prix (Indianapolis, Suzuka und Malaysia) gewann Schumacher. Somit sicherte er sich bereits im vorletzten Rennen der Saison den letztlich doch ungef?hrdeten ersten Fahrertitel f?r Ferrari seit Jody Scheckter in der Formel-1-Saison 1979. Der Konstrukteurs-WM-Titel wurde mit dem Sieg Schumachers beim Saisonfinale in Sepang verteidigt. Der neue Teamkollege Rubens Barrichello gewann auf dem Hockenheim- Ring sein erstes Rennen, was den ersten Sieg eines Brasilianers seit Sennas Tod bedeutete.

In Italien und auch Deutschland herrschte nach diesem historischen Titelgewinn Volksfeststimmung. Der sonst eher k?hle Schumacher reagierte ausgesprochen emotional, was den Druck, der auf ihm ?ber vier Jahre lastete, erahnen lie?.

2001 (4. WM-Titel)

Die Saison 2001 begann f?r Schumacher am 2. M?rz beim Training in Melbourne mit einem schweren Unfall, als in der Marina-Kurve das Hecks seines Wagens bei 280 km/h ausbrach und er sich daraufhin im Kiesbett zweimal ?berschlug, um aufrecht zum Stehen zu kommen. Schumacher blieb unverletzt, konnte sich jedoch ?ber seinen sp?teren Sieg nicht freuen, da ein Streckenposten von einem bei einer Kollision zwischen den Fahrzeugen seines Bruder Ralf und Villeneuves gel?sten Rad des Kanandiers erschlagen worden war. Das Regenrennen in Malaysia gewann der Kerpener ?berlegen, auch wenn er sich nach einer ungewohnten Strategiepanne der Scuderia beim Boxenstopp 72 Sekunden hinter dem Wagen seines Teamkollegen Barrichello anstellen musste. Obwohl sich mit Blick auf die Weltmeisterschaft ab Mitte der Saison eine ?berlegenheit des Ferrari-Teams abzeichnete, waren die einzelnen Grand Prix dennoch spannend. So fuhr mit dem BMW-Williams-Team ein weiteres Team auf der Siegerstra?e, was dazu f?hrte, dass sich die deutschen Fans an dem Bruderduell zwischen Michael und Ralf Schumacher erfreuen konnten. Der Kerpener Ferrari-Pilot gewann bereits f?nf Rennen vor Saisonende seinen vierten WM-Titel souver?n vor David Coulthard im McLaren-Mercedes und seinem Teamkollegen Rubens Barrichello. Beim Gro?en Preis von Belgien stellte er den Rekord von Alain Prost mit 51 Siegen ein, um seit dem Japan-GP mit 52 Siegen alleiniger Rekordhalter zu sein. Ferrari leistete sich dennoch den Luxus, beim letzten Rennen ein komplett ?berarbeitetes Fahrzeug an den Start gehen zu lassen, um Aerodynamikteile f?r die n?chste Saison zu erproben.[21]

2002 (5. WM-Titel)

Die Formel-1-Saison 2002 dominierte Ferrari deutlich mit mehreren Doppelsiegen. Trotz der insbesondere von der Presse reklamierten Langeweile und der dr?ckenden ?berlegenheit musste Barrichello per Teamorder Schumacher am 12. Mai beim Gro?er Preis von ?sterreich auf dem A1-Ring in Spielberg den Vortritt lassen, obwohl der Brasilianer beinahe das gesamte Rennen in F?hrung lag und Schumacher die Anweisung ebenfalls nicht wahr haben wollte. Die folgende Siegerehrung wurde unter Pfiffen abgehalten. Auf dem Podest dr?ngte Schumacher besch?mt Barrichello auf das Siegerpodest und verbeugte sich vor ihm. Teamchef Todt rechtfertigte seine Anweisung zu bremsen: ?In der Vergangenheit haben wir dreimal in Folge im letzten Rennen die Fahrer-WM verloren, und wir wissen, dass wir starke Gegner haben. Deshalb m?ssen wir aus jeder Situation das Meiste rausholen.?[22]

Vor der Pressekonferenz fing Todt seine Piloten ein und legte sie darauf fest, dass es eine Teamentscheidung gewesen sei und sie nicht f?r sich fahren k?nnten. Schumacher selbst ?verdaute? die Situation nicht gut, da er kein Verst?ndnis f?r die Teamentscheidung hatte.[23]

In der ?ffentlichkeit prangerte die Presse den Vorfall als Skandal an. Ferrari wurde zu einer Geldstrafe von einer Million Dollar verurteilt. Allerdings nicht f?r die Teamorder, da es daf?r keine rechtliche Handhabe gab, sondern f?r die Geste Schumachers auf dem Podium, als er Barrichello auf den ersten Rang schob, als ?ungeb?hrliches Verhalten bei einer Siegerehrung?.

Allerdings gab es mehr unfreiwillig einen weiteren merkw?rdigen Beigeschmack bei dieser Saison. Im Versuch, ein Fotofinish und damit den knappsten Zieleinlauf aller Zeiten zu konstruieren, ging beim Gro?en Preis der USA in Indianapolis der lange unangefochten f?hrende Kerpener auf der Zielgerade vom Gas - und lie? dadurch den zuvor zweitplatzierten Barrichello im Windschatten passieren. Schumacher ?u?erte dazu im Interview, dass er mit diesem zweiten Platz gut leben k?nne: Jetzt seien sie quitt f?r das Geschehen in ?sterreich.[24]

Der Wahlschweizer holte sich seinen f?nften Titel bereits f?nf Rennen vor Saisonende beim Gro?en Preis von Frankreich in Magny Cours. In 17 Rennen fuhr er 17-mal aufs Podium, erzielte 11 Siege, f?nf zweite Pl?tze und wurde einmal Drittplatzierter. Auf den n?chsten Piloten, der nicht zur Scuderia Ferrari geh?rte, Juan Pablo Montoya, hatte er bereits einen Vorsprung von 94 Punkten. Kein anderer Fahrer wurde schon so fr?h in der Saison Weltmeister. Damit war der Rekord von Juan Manuel Fangio eingestellt. Der Argentinier errang jedoch seine f?nf WM-Titel innerhalb von nur sieben Jahren und mit vier verschiedenen Fabrikaten, wobei er fast die H?lfte seiner Rennen gewann. Vergleichen mag man diese Rekorde nur aus Unkenntnis der v?llig unterschiedlichen Rahmenbedingungen. Schumacher selbst hat seine sportlichen Leistungen noch zu Lebzeiten Fangios aufgrund der damals h?heren Risiken und physischen Belastung derjenigen des Altmeisters stets untergeordnet.

2003 (6. WM-Titel)

Mit Regel?nderungen bei der Punktevergabe und des Qualifikationsmodus wurde versucht die Saison 2003 spannend zu machen. Dabei wurde unter anderem der zweite Platz mit einem geringeren Punkteabstand von nur zwei Z?hlern zum Erstplatzierten deutlich aufgewertet.

Die Saison begann f?r Schumacher mit Fahrfehlern, einer Startpanne und einem Totalausfall beim regenreichen Rennen in Sao Paulo, so dass er nach drei Rennen bereits 18 Punkte R?ckstand auf Kimi R?ikk?nen in der Meisterschaft aufzuweisen hat. Dar?ber hinaus erwies die Entscheidung Ferraris, das neue Modell F-2003 GA erst zum vierten Rennen in Imola einzusetzen im R?ckblick als Hypothek. Gerade bei diesem Rennen jedoch wurden die Br?der Schumacher durch den Krebsstod ihrer Mutter Elisabeth auf eine harte Probe gestellt. Michael Schumacher gewann den Grand Prix und vergoss mit Trauerflor am Arm und gesenktem Kopf Tr?nen auf dem Siegerpodest. Bei dem Rennen im ?sterreichischen Spielberg lie? sich der Kerpener selbst durch ein Feuer beim Boxenstopp aufgrund einer defekten Tankdichtung nicht aus der Ruhe bringen und gewann auch dort. Mit einem weiteren Sieg in Montreal f?hrte er nun mit 54:51 Punkten gegen den jungen Finnen.

Weiter ging es mit dem Rennen am N?rburgring, wo Schumacher zwischenzeitlich einen Zweikampf mit Montoya hatte. Als Schumacher nach einer Ber?hrung in der Dunlop-Kehre im Kies steckenblieb, halfen ihm Streckenposten nach seiner Aufforderung wieder auf die Strecke und erm?glichten ihn so indirekt zu einem f?nften Platz und somit vier WM-Punkten, die sich noch als wichtig erweisen sollten. Beim Rennen in Ungarn fand Ferrari sein sonst gewohntes Tempo absolut nicht, Schumacher wurde auf dem achten Platz liegend von Fernando Alonso ?berrundet. Die beiden folgenden Rennen in den USA und in Monza vermochte der Ferrari-Pilot zwar wieder zu gewinnen, aber der Saisonabschluss wurde unfreiwillig zur ?Zitterpartie?.

Im letzten Saisonrennen sollte ein einziger WM-Punkt zur sechsten Weltmeisterschaft reichen. Doch Schumacher erzielte im Qualifikationstraining nur den 14. Startplatz, w?hrend Konkurrent R?ikk?nen vom achten Platz startete. Schumacher selbst musste auf einen Sieg Barrichellos vor dem Finnen hoffen, doch bei der eigenen Fahrt tat er sich ungew?hnlich schwer, da er an einer nicht auskurierten schweren Erk?ltung litt. Nach einem Fahrfehler kollidierte er mit Takuma Sato und dessen BAR-Honda, fiel erneut zur?ck, k?mpfte sich in hartem Kampf mit seinem Bruder wieder heran und rettete sich mit einem Bremsplatten als Achter ins Ziel. Mit diesem Gewinn der WM avancierte Schumacher zum erfolgreichsten Formel-1-Fahrer der Geschichte. Schumacher selbst bekundete danach: ?Die meisten meiner Titel habe ich mit Siegen geholt, heute sitze ich hier und habe die WM mit einem 8. Platz gewonnen, dem einen Punkt, der noch n?tig war. Deshalb habe ich etwas gemischte Gef?hle. (...) Wenn man sieht, was in Hockenheim und Budapest passiert ist, da hatten uns viele Leute schon abgeschrieben.?[25]

2004 (7. WM-Titel)

Die Saison 2004 begann f?r Michael Schumacher am 7. M?rz in Melbourne mit einem ungef?hrdeten Start-Ziel-Sieg vor Teamkollege Barrichello. Beim 14. Rennen der Saison im belgischen Spa wurde er durch einen zweiten Platz in Ferraris 700. Grand Prix hinter Kimi R?ikk?nen vorzeitig zum siebten Mal Weltmeister. Michael Schumacher gewann 2004 13 von 18 Rennen und holte mit Ferrari erneut die Konstrukteursmeisterschaft, die sechste in Folge.

Am 19. November 2004 wurde Michael Schumacher mit ?berw?ltigender Mehrheit von den deutschen Fernsehzuschauern in der ZDF-Show ?Unsere Besten? zum Sportler des Jahrhunderts gew?hlt.

Am 19. Dezember 2004 wurde Schumacher zum zweiten Mal nach 1995 zum Sportler des Jahres in Deutschland gew?hlt.

2005

Die Saison 2005 sollte sich f?r Schumacher als die schwerste Herausforderung seit dem Wechsel zu Ferrari 1996 erweisen. Hatte Ferrari bis dahin sowohl in Goodyear-Zeiten als auch in der Phase, als man zu dem japanischen Hersteller Bridgestone wechselte, nach Auffassung einiger Experten und insbesondere seiner Gegner es stets verstanden, seine W?nsche nach besonderen Reifen-Mischungen und -Formaten durchzusetzen, so stellte sich der mehrj?hrige Vorteil nun als Nachteil heraus. Nach dem Wechsel des Sauber-Teams ins Lager der Michelin-Rennst?lle, waren die ?Roten? aus Maranello das einzige Spitzenteam, das die Hauptlast der Reifentests zu tragen hatte. Die beiden kleinen Privatteams Jordan und Minardi konnten dabei keine Rolle spielen, da f?r sie zus?tzliche Reifentests finanziell nicht tragbar waren.

Nach dem neuen Reglement musste ein Rennreifen sowohl das Qualifying als auch das gesamte Rennen halten. Ein Reifenwechsel war nur in Ausnahmef?llen erlaubt, wodurch die zuvor bew?hrten Taktikszenarien, in denen man die Konkurrenz in den Vorjahren oft mit ungew?hnlich kurzen oder langen Turns d?piert hatte, entfielen. Au?erdem zeichnete sich im Konstrukteursb?ro die seit drei Jahren vorgezeichnete Generationsabl?sung an: Waren Schumachers vorherige erfolgreiche Monoposti in erster Linie von dem bew?hrten Rory Byrne entwickelt worden, so zeichnete f?r den F2005 Aldo Costa verantwortlich, der fr?her bei Minardi gearbeitet hatte. Bis zur Saisonmitte konnte der Ferrari F2005 die an ihn gestellten hohen Erwartungen nicht erf?llen. Wie man bei Bridgestone nach den ersten beiden Rennen zugab, hatte man bei der Entwicklung zu konservativ gedacht. F?r eine schnelle Runde kamen die Reifen nicht auf die n?tige Temperatur, um ausreichend Grip zu produzieren. Damit waren vordere Startplatzierungen meist unm?glich, auch wenn sich die Ferrari-Piloten im Rennverlauf oft steigern konnten.

Nach einem Zwischenhoch in Imola, wo er nach einer Aufholjagd vom 13. Startplatz erst durch den F?hrenden, Fernando Alonso, gestoppt wurde, setzte bald schon wieder die Ern?chterung ein. Imola mit seinem Stop-and-Go-Charakter hatte die Bridgestone-Walzen ausreichend auf Temperatur bringen k?nnen und die Schwierigkeiten bei der Stra?enlage verdeckt. Ein weiterer zweiter Platz beim Grand Prix in Kanada, bei dem Schumacher mit einem zweiten Rang im Training bereits diese Schw?che abgelegt zu haben schien, wurde erst durch einige Ausf?lle der Konkurrenz erm?glicht, da der Kerpener bereits nach 50 m an Grip verlor und sich l?ngere Zeit auf dem f?nftem Rang wiederfand. Erst im neunten WM-Lauf in Indianapolis erfuhr er sich, in einem einsamen Rennen gegen nur f?nf Gegner, seinen ersten Saison-Sieg. Der Rest des Feldes nahm aufgrund einer durch Reifen-Probleme des Herstellers Michelin verursachten Absage der Michelin-bereiften Teams nicht am Rennen teil, da Michelin ihnen die Teilnahme wegen Sicherheitsbedenken und aus Angst vor den in USA ?blichen Regress-Forderungen untersagt hatte. Zwar wurde er in Magny Cours Dritter, bekannte aber nach dem Rennen, sich mehr ausgerechnet zu haben.

Ein sechster Platz in Silverstone f?hrte auch bei Teamleiter Jean Todt zu der gegen?ber der Presse verk?ndeten Erkenntnis, dass an eine erfolgreiche Titelverteidigung 2005 nicht mehr zu denken sei. Zu gro? sei der Entwicklungsvorsprung der anderen Teams und es seien nicht nur die Reifen, welche die mangelnde Performance der Scuderia Ferrari im Moment zu verantworten h?tten. Auch beim Gro?en Preis von Deutschland in Hockenheim reichte es im Qualifikationstraining ?nur? zum f?nften Startplatz. Nach einem guten Start lag Schumacher zwar l?ngere Zeit auf dem dritten, dank des Ausfalls von Kimi R?ikk?nen zwischenzeitlich sogar auf dem zweiten Rang. Er musste aber nach l?ngerem Dagegenhalten Position um Position aufgeben, da der Grip seiner Reifen im Verlauf des Rennens erkennbar abbaute, sodass er von Juan Pablo Montoya, Jenson Button und Giancarlo Fisichella bis auf den f?nften Platz durchgereicht wurde.

Das Rennen in Ungarn lie? sich f?r Schumacher zun?chst positiv an, der im Training ?berraschend die Pole herausgefahren hatte. Im ersten Drittel konnte der Kerpener die Pace mitbestimmen, um aber in den beiden letzten Renndritteln doch erneut ein Nachlassen des Grips anerkennen zu m?ssen und mit dem zweiten Rang hinter dem entfesselten Kimi R?ikk?nen abzuschlie?en. Laut Jean Todt h?tte man das Rennen nur dann gewinnen k?nnen, wenn die Wechselregelung nicht vorhanden w?re, aber nur daran m?ssten sich alle orientieren. Entgegen der sonstigen Tradition, dass Ferrari auf neuen Rennkursen immer sehr gute Platzierungen erzielen konnte, vermochte man weder im Training noch im Rennen beim Gro?en Preis der T?rkei konkurrenzf?hig zu sein und schloss das Rennen mangels Grip und einer Kollision Schumachers mit Mark Webber auf abgeschlagenen Pl?tzen ab.

Auch beim Gro?en Preis von Monza war Ferrari nicht konkurrenzf?hig. Im Qualifying konnten Michael Schumacher und Rubens Barrichello zwar die Pl?tze 6 und 7 belegen, dies war jedoch nur aufgrund einer geringen Benzinmenge m?glich. Im Rennen wurden die Ferrari kontinuierlich nach hinten durchgereicht. Die Pl?tze 10 f?r Schumacher und 12 f?r Barrichello waren dann auch das ern?chternde Ergebnis im Heim-Grand-Prix von Ferrari. Mit diesem Ergebnis stand zudem fest, dass die Titelverteidigung nun auch rein rechnerisch nicht mehr m?glich war. Bei Schumachers ?Heimrennen? in Spa war Michael anfangs gut dabei, bis ihm Takuma Sato im BAR auffuhr und somit das Rennen f?r beide beendet war.

WM-Nachfolger wurde Fernando Alonso, der sich trotz der ?berlegenheit der McLaren-Fahrer Kimi R?ikk?nen und Juan Pablo Montoya mit einem dritten Platz in Interlagos seinen ersten WM-Titel sichern konnte und gleichzeitig zum j?ngsten Formel-1-Weltmeister der Geschichte wurde. Damit fand die ??ra Schumacher? (2000 bis 2004) nach f?nf Weltmeistertiteln in Folge ein vorl?ufiges Ende.

2006

Die erneuten Regel?nderungen (unter anderem Beschr?nkung auf V8-Motor, Wiedereinf?hrung der Reifenwechsel und ge?nderter Qualifikationsmodus) schienen 2006 die Nachteile, die Ferrari in der vorangegangenen Saison besa?, zu verringern oder gar aufzuheben. Damit war die Konkurrenzf?higkeit gegen?ber Renault wiederhergestellt, deren stabile und schnelle Performance ?ber alle Rennen jedoch einen gro?en Vorteil darstellte.

Gleich beim ersten WM-Lauf der Saison erreichte Schumacher in Bahrain abermals einen neuen Rekord, als er mit seiner 65. Pole-Position auf den bis dahin alleinigen Rekordhalter Ayrton Senna aufschloss und danach beide gleichauf die Rekordliste anf?hrten. Allerdings ben?tigte Schumacher dazu rund 70 Rennen mehr als Senna. Im Rennen selbst sicherte er sich dann den zweiten Platz hinter dem amtierenden Weltmeister Fernando Alonso.

Beim zweiten Rennen in Malaysia wurde Schumacher Sechster. Etwas ?berraschend gewann Fisichella im Renault. Das dritte Rennen in Australien konnte er nach einem durch einen Fahrfehler selbst verursachten Unfall, als es ihm in der letzten Kurve nicht gelang, Jenson Button zu passieren, nicht beenden. Es gewann erneut Fernando Alonso im Renault.

Beim vierten Saisonlauf, dem Gro?en Preis von San Marino, sicherte sich Schumacher am 22. April mit seiner 66. Pole-Position den alleinigen Rekord vor Ayrton Senna und gewann am folgenden Tag auch das Rennen. Nach einem packenden Rennen war es der erste Sieg f?r Ferrari nach dem umstrittenen Grand Prix in Indianapolis 2005. Weltmeister Fernando Alonso sicherte sich in San Marino Rang 2 vor Juan Pablo Montoya.

Am 7. Mai startete Schumacher auf dem N?rburgring vom zweiten Platz aus hinter Alonso in den Gro?en Preis von Europa. Schumacher war in der Lage, Alonso bei dessen zweiten Boxenstop zu ?berholen und den somit eroberten ersten Rang auch bis zum Ende des Rennens zu halten. Den dritten Platz erk?mpfte sich Schumachers neuer Teamkollege Massa. Der Reifenhersteller Michelin gab nach dem Rennen bekannt, dass er die Asphaltverh?ltnisse falsch eingesch?tzt und die Michelin-Teams nicht mit optimalen Reifen versorgt h?tte. Dadurch h?tten McLaren und Renault bis zu einer halben Sekunde pro Runde verloren. Aufgrund dieser ?u?erung kann noch nicht mit Sicherheit gesagt werden, ob Ferrari und Renault zum momentanen Zeitpunkt wirklich gleichauf sind.

Am Muttertag, dem 14. Mai 2006, beim Heim-GP von Alonso in Barcelona, siegte dieser ?berlegen vor Schumacher.

Beim Gro?en Preis von Monaco wurde Schumacher nach der Rascasse-Aff?re von der Pole ans Ende des Starterfeldes strafversetzt und wurde in diesem Rennen F?nfter.

Beim folgenden Rennen in Silverstone musste Schumacher trotz guter Zeiten bei den zwischenzeitlichen Testfahrten in Barcelona anerkennen, dass der Renault auf die Renndistanz besehen immer noch das schnellere Fahrzeug darstellte. Ein zweiter Rang vor dem im Qualifikationstraining noch vor ihm liegenden R?ikk?nnen, den er nur durch eine bessere Renntaktik beim zweiten Boxenstopp ?berholen konnte, bedeutete eine Schadensbegrenzung hinter dem Sieger Alonso, der damit seinen dritten Triumph hintereinander feiern durfte.

Da Alonso beim GP der USA mit Schwierigkeiten zu k?mpfen hatte, gelang Schumacher der Hattrick aus Pole-Position, Rennsieg und schnellster Runde. Der zweite Platz von Massa war gut f?r die Konstukteurs-WM, bedeutet aber noch keine Wende in den Kr?fteverh?ltnissen. Allerdings verminderte sich der Abstand in der Fahrertabelle auf 19 Punkte.

Am 16. Juli konnte Michael Schumacher beim Gro?en Preis von Frankreich den Abstand in der Weltmeisterschaft auf Fernando Alonso durch einen weiteren Sieg um 2 Punkte verk?rzen.

Durch seinen vierten Sieg auf dem Hockenheimring verk?rzte Schumacher den Abstand zu Alonso auf elf Punkte, da der Spanier hier nur F?nfter wurde. Nach diesem Rennen war es wieder m?glich, dass Schumacher die Fahrer-WM aus eigener Kraft gewinnen kann.

WM-Verfolger Michael Schumacher musste beim chaotischen Regenrennen am 6. August 2006 auf dem Hungaroring in Budapest drei Runden vor Schluss, wegen einer gebrochenen Spurstange, aufgeben. ?Das ist bei dem Zusammensto? mit Nick Heidfeld passiert?, schilderte Schumacher die Schl?sselszene auf dem Hungaroring. ?Aber man kann ihm keinen Vorwurf machen.? F?r den am Ende auf Platz acht gewerteten Ferrari-Fahrer gab es noch einen WM-Punkt, nachdem der zuvor siebtplatzierte BMW-Sauber-Pilot Robert Kubica wegen Untergewicht seines Wagens aus der Wertung genommen wurde.[26]

Beim Rennen am 27. August in Istanbul musste sich Schumacher mit Platz drei hinter Teamkollege Felipe Massa und Weltmeister Fernando Alonso begn?gen. Grund daf?r war, dass w?hrend der Safety-Car-Phase Schumacher und der F?hrende, Felipe Massa, gleichzeitig in die Box kamen und Schumacher warten musste, sowie ein Ausrutscher im zweiten Stint, der ihn rund 4,5 Sekunden kostete.

Michael Schumacher gewann am 10. September den Gro?en Preis von Italien in Monza. Der Vorsprung des amtierenden Weltmeisters lag zu diesem Zeitpunkt nur noch bei 2 Punkten. In der Konstrukteurs-Weltmeisterschaft konnte das Team von Ferrari Renault ?berholen und lag mit 168 Punkten drei Z?hler vor den Franzosen.

Nach dem Sieg beim Gro?en Preis von China am 1. Oktober 2006 in Shanghai zog Michael Schumacher mit dem amtierenden Weltmeister Fernando Alonso punktem??ig gleich und hatte zwei Rennen vor Ende der Saison wieder gute Aussichten, seine Karriere mit einem Weltmeisterschafts-Titel zu beenden. Er f?hrte in der Gesamtwertung, da er ein Rennen mehr gewonnen hatte (7:6).

Im darauf folgenden Grand Prix von Japan, am 8. Oktober, fiel er jedoch in F?hrung liegend in der 37. Runde wegen eines Motorschadens aus. Fernando Alonso gewann das Rennen und baute somit im vorletzten Lauf einen 10-Punkte-Vorsprung auf Schumacher auf. Der Titelgewinn war f?r Schumacher nur noch mit einem Sieg im letzten Rennen in Brasilien m?glich, sofern Alonso keine Punkte geholt h?tte. Er selbst r?umte sich dabei allenfalls theoretische Siegchancen ein: ?Ich baue meine Hoffnungen nicht darauf auf, dass ein anderer ausf?llt. (...) Ich bin hier, um ein gutes Rennen zu fahren und ich will das Rennen gewinnen. Wir k?nnen nur unser Maximum geben, das Rennen als Erster und Zweiter beenden und dann m?ssen wir sehen, was die anderen machen, ob es f?r uns reicht, die Konstrukteurswertung zu gewinnen oder nicht.?[27]

Beim Grand Prix von Brasilien vermochte er sich aufgrund fehlenden Benzindrucks nur f?r den zehnten Startplatz qualifizieren.[28] Bei der Aufholjagd auf die Spitze konnte er sich bereits in den ersten Runden an einigen Fahrern vorbei arbeiten, um nach einer bei dem zun?chst erfolgreichen ?berholman?ver gegen Giancarlo Fisichella an dessen Frontfl?gel erlittenen Reifenpanne zwischenzeitlich auf den letzten Rang zur?ck zu fallen. Dennoch k?mpfte er sich kontinuierlich und mit der letzten schnellen Rennrunde seiner Karriere bis auf den vierten Rang vor, nachdem er zwischenzeitlich sich auch mit Kimi Raikkonen einen rundenlangen Kampf lieferte und ihn mit einem sehenswerten Man?ver ?berholte. Da Alonso hinter Schumachers Teamkollege Felipe Massa das Rennen als Zweitplatzierter beendete, gewann der Spanier dadurch die Weltmeisterschaft und dessen Team Renault die Konstrukteurswertung. Dennoch war Schumacher mit dem Ausgang des Rennens zufrieden: ?Diese Rad-an-Rad-Zweik?mpfe sind das Hoch der Formel 1, speziell wenn der Weg nach vorne geht, wenn man so ein gutes Auto hat, die Gegner im Griff hat und entsprechend angreifen kann. Meistens w?nscht man sich, dass das Rennen irgendwann vorbei ist, aber heute h?tte ich mir gew?nscht, dass es noch ein bisschen l?nger geht.?[29]

Auf die Frage, ob es zum jetzigen Zeitpunkt schon konkrete Zukunftspl?ne geben w?rde, verneinte er entschieden. Trotz der erwarteten Niederlage in der WM-Entscheidung feierten sowohl die Fans in Italien als auch in Deutschland dieses letzte Rennen Schumachers als w?rdigen Abschied aus der Formel 1.[30]

R?cktritt

?ber einen R?cktritt Schumachers spekulierten die Medien erstmals nach dem Gewinn der Fahrer-Weltmeisterschaft 2004. Er selbst dementierte jedoch stets prompt. Schumacher z?gerte 2006 erstmals mit einer solchen Erkl?rung und daher wurde erneut und umso heftiger spekuliert. Ferrari betonte die Freiheit des Fahrers, autonom ?ber seine Karriere entscheiden zu k?nnen. Schumacher wollte sich jedoch, um sich auf die anstehenden Rennen der Saison 2006 konzentrieren zu k?nnen, nicht mit dem Thema befassen. Auf Druck von Ferrari-Pr?sident Luca di Montezemolo war Schumacher gezwungen bis zum Gro?en Preis von Italien in Monza seine Entscheidung bekannt zu geben.[31] In den folgenden Monaten entstand ein zum Teil heftiger internationaler Medienrummel, der vor allem beim Gro?en Preis von Italien in Monza wichtiger als das Rennen selbst zu sein schien.

Michael Schumacher gab verabredungsgem?? am 10. September 2006 nach seinem 90. Grand-Prix-Sieg bei der Post-Race-Pressekonferenz in Monza bekannt, seine Karriere am Ende der laufenden Saison beenden zu wollen. Ferrari hatte dies bereits unmittelbar nach Rennende um 15:17 Uhr per Pressemitteilung vermeldet. Als Motiv gab Schumacher an, dass er zum einen zwar im Moment noch bei sich die notwendige Energie und Motivation entdecke, um auf einem von ihm vertretbaren Niveau zu fahren. F?r die n?chsten Jahre k?nne er nicht mit Sicherheit davon ausgehen. Zum anderen wolle er nach der Verpflichtung von Kimi Raikk?nnen nicht seinem derzeitigen Teamkollegen Filipe Massa die Karriere zerst?ren.[32]

Bereits im September ?u?erte der erkl?rte ?Schumacher-Fan?, Williams Teamchef Frank Williams, dass er die Entscheidung des deutschen Rennfahrers absolut nachvollziehen k?nne. Wenn er sich in dessen Haut versetze und vergegenw?rtige, wie viele Hochgeschwindigkeitsunf?lle er gehabt und ?berlebt habe, sei es der richtige Zeitpunkt zum R?cktritt.[33]

Sein letztes Formel-1-Rennen beendete Schumacher am 22. Oktober 2006 in S?o Paulo mit dem vierten Platz.

Bereits im Vorfeld der Ver?ffentlichung seiner durch ihn autorisierten Kurzbiografie stellten sich durch Vorabver?ffentlichungen in der Fachpresse neue beziehungsweise detaillierte Motive f?r seinen R?cktritt heraus. Schumacher bekannte gesundheitliche Probleme, die er insbesondere in der Saison 2005 gehabt habe. Ein l?ngeres Training sei nur mit verst?rkten Schmerzen im Nacken und in den Armen einhergegangen, was ihm zumindest das Testen zum Graus machte. W?hrend des Rennens habe ihn dies jedoch nicht behindert. Er selbst f?hrte die Schmerzen auf die zu erwartenden Verschlei?erscheinungen nach mehr als 20 Jahren Motorsport zur?ck. Auch dies sei f?r ihn ein Zeichen gewesen, mit dem aktiven Rennsport aufzuh?ren.[34]

Gerade bei Testfahrten sei ihm bewusst geworden, dass er im Prinzip die Stunden bis zum Ende seiner Laufbahn heruntergez?hlt habe. Er habe sich dabei immer mehr in den Kreis seiner Familie gew?nscht. Ein Comeback schloss Schumacher aus: ?Die Formel 1 ver?ndert sich st?ndig: die Technik, die Motoren, die Regeln, die Pisten. Wenn du einmal raus bist, bist du raus.?[35]

Von auto motor und sport-Redakteur Michael Schmidt wurde der ehemalige Ferrari-Pilot Jean Alesi gefragt, ob es seiner Meinung nach f?r Schumacher der richtige Zeitpunkt zum R?cktritt gewesen sei. Daraufhin antwortete dieser: ?Es war der perfekte Zeitpunkt, auch wenn viele nach dem letzten Rennen sagen, er h?tte noch ewig weiterfahren k?nnen. Es gab zul

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel http://de.wikipedia.org/wiki/Michael_Schumacher aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation . In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.




Michael Schumacher
Größe der Datei: 166 KB
Auflösung: 1024 * 768
Views heute: 3812
Views gesamt: 3903