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Alpen

Die Alpen sind das h?chste innereurop?ische Gebirge. Die geografische Fl?che erstreckt sich ?ber die Staaten Frankreich, Italien, die Schweiz, Deutschland, Liechtenstein, ?sterreich und Slowenien. Der h?chste Berg der Alpen ist der 4809 Meter hohe Mont Blanc an der Grenze von Frankreich und Italien in den Westalpen.
 

Entstehung

Die geologische Auffaltung des Decken- und Faltengebirges der Alpen entstand vor etwa 130 Millionen Jahren, als die afrikanische Kontinentalplatte nach Norden driftete und mit der eurasischen Platte kollidierte. Zum Hochgebirge wurden sie durch Hebung des gefalteten Gebirgsk?rpers, die bis zur Gegenwart anh?lt. Die heutige Gebirgsform erhielten die Alpen durch Erosion, vor allem durch die abtragende T?tigkeit der Gletscher w?hrend der Eiszeiten. Die Alpen wachsen jedes Jahr um 10-12 mm.

In den Ost- und S?dalpen bilden Meeresablagerungen, besonders Kalke und Dolomite, das Gebirge. In den Zentralalpen stehen auch kristalline Gesteine des tieferen Untergrunds an. Tektonisch ist das Alpenorogen in die nach Norden transportierten Decken des Helvetikums, Penninikums und Ostalpins, sowie das gefaltete S?dalpin gegliedert.

Plattentektonik

Aus plattentektonischer Sicht geh?ren die Alpen zu den jungen Faltengebirgen der alpidischen Gebirgsbildung, zu denen auch der Kaukasus und der Himalaya gez?hlt werden. Als Ergebnis der geologischen Forschung des vergangenen Jahrhunderts geht man von der Einengung eines ehemals ?ber 1000 km breiten Ozeans mit Kontinentalr?ndern, Tiefseebecken und mittelozeanischem R?cken auf die weniger als 100 km Breite der heutigen Alpen aus.

Im Pazifik kann diese Gebirgsbildung auf die schrittweise ?ffnung des Atlantiks zur?ckgef?hrt werden. Dadurch wurde der afrikanische Kontinent aus Pang?a herausgebrochen und in einer Drehbewegung gegen Europa gedr?ckt. Dazwischen befand sich die Adriatische Platte, die von zwei Ozeanarmen, die vom Atlantik bis zur Tethys reichten, umschlossen wurde. Nach S?den hin lagen am S?drand der kontinentalen Kruste Europas das Helvetikum und das Nord- und Mittelpenninikum. Noch weiter s?dlich davon befand sich die Adriatische Platte mit dem Ost- und S?dalpin.

Mit der ?ffnung des Nordatlantiks im mittleren Dogger nach pal?omagnetischen Daten vor etwa 170 mya begann in der Paratethys n?rdlich der adriatischen Platte die Bildung des S?dpenninikums aus ozeanischer Kruste. W?hrend der Kreide beginnt durch die ?ffnung des S?datlantiks (vor etwa 125 mya) die Subduktion und Akkretion des S?dpenninikums an das Ostalpin. Ab dem Eoz?n vor etwa 53 mya f?hrte Afrika eine direkt nordgerichtete Bewegung aus und trieb so die adriatische Platte wie einen Sporn in den s?dlichen Bereich von Europa hinein. Die Kollision und damit die erste gro?e kompressive Gebirgsbildungsphase dauerte nur etwa 5 mya vom Obereoz?n bis zum Unteroligoz?n. Dabei wurde das Ost- und S?dalpin in der jungalpidischen (pyren?ischen) Faltungsphase auf das Mittelpenninikum ?berschoben und Bereiche verd?nnter Kruste wurden unterschoben. Mit der weiteren Kollision wurden auch das Nordpenninikum und schlie?lich das Helvetikum ?berfahren, bis die Struktur des alpinen Deckengeb?udes im Plioz?n vollendet war. Diese Einengung f?hrte mit ?berschiebungsweiten von mehreren 100 Kilometern zum heutigen Deckenbau der Alpen.

Durch den isostatischen Ausgleich in der Kruste hob sich das Gebirge, dessen Erosion ab dem Unter-Oligoz?n den n?rdlich gelegenen Molassetrog f?llte. Im Maximum der alpidischen Orogenese wuchs das Gebirge um etwa 5 mm/Jahr in die H?he. Dieser Druck dauert bis heute an, der Wuchs betr?gt jedoch weniger als 1 mm/Jahr. Ebenso bewegen sich die Platten auch weiterhin im Jahr ca. 5 cm aufeinander zu.

Gesteinseinheiten

  • Das Helvetikum und das Penninikum findet man vor allem im Westalpenbogen.
  • Das Penninikum tritt in den Ostalpen als tektonisches Fenster (z. B. Unterengadiner Fenster, Tauernfenster) und in der Flyschzone n?rdlich der N?rdlichen Kalkalpen zutage.
  • Das Ostalpin bildet als Unterostalpin Teile der Zentralalpen, das Oberostalpin bildet die N?rdlichen Kalkalpen, die N?rdliche Grauwackenzone und den Drauzug.
  • Das S?dalpin findet sich s?dlich der ?Periadriatischen Naht? als Bergamasker Alpen, Dolomiten usw. bis zu den dinarischen Decken.
  • Im Pal?ozoikum entstand ein gefalteter Sockel aus Graniten, Gneisen und anderen Gesteinsarten; zum Teil wurden sie in sp?tere Faltungen wieder mit einbezogen.
  • Seit der Trias bildeten sich in den Ozeanen ?stlich des Adriatischen Sporns die Kalksteine der ostalpinen Decken, die im Wesentlichen die heutigen Kalkalpen ausmachen. In der Untertrias entstehen Salz f?hrende Schichten (Werfener Schichten), die auf arides Klima schlie?en lassen.
  • In der Jura- und Kreidezeit wurden im Raum der Tethys vor allem die Kalke und Dolomite abgelagert.
  • Mit der Heraushebung ?ber den Meeresspiegel unterliegen Teile verst?rkt der Abtragung. Eine Sedimentation findet nur mehr in den Randzonen statt. Das ?Gosaumeer? drang in Becken der entstehenden Ostalpen ein und lagerte fossilreiche Mergel und Sandsteine der Gosauschichten (Kreidezeit) ab. Am Kontinentalhang entstehen die Flyschablagerungen (Kreide - Altterti?r).
  • Im K?nozoikum entstehen im Molassemeer tonig-sandige Sedimente aus dem Hinterland, von Flysch randlich ?berschoben und zum Teil in Faltung mit einbezogen.

Ausformung

Das erdgeschichtlich jugendliche Alter der Alpen wird sichtbar an den schroffen Felsw?nden, den scharfen Graten und an den tiefen und steilen T?lern mit unausgeglichenem Gef?lle. Das Wechselspiel von Hebung und Abtragung (durch Gletscher, Fl?sse, Frost, Sonne) mit der Lagerung und Widerstandsf?higkeit der Schichten formt bis heute die Alpen. Durch die Modellierung (modellierende ?berformung) in der Eiszeit pr?gten die Gletscher das Bild und schufen neue Oberfl?chenstrukturen, wie Grate und Kare durch periglaziale Verwitterungen und Glazialerosion; nach Zur?ckweichen des Eises bildeten sich Seen und Endmor?nen..
 

Geografischer ?berblick

Die Alpen sind Klima- und Wasserscheide zwischen Mitteleuropa und dem zentralen Mittelmeerraum. Sie schlie?en n?rdlich des Golfs von Genua an den Apennin an, umfassen in weitem Bogen nach Westen die Poebene, verzweigen sich beim Lac du Bourget in den Franz?sischen und Schweizer Jura und enden nach 750 km west?stlicher Erstreckung f?cherf?rmig im Osten vor dem westpannonischen Berg- und H?gelland an der Donau bei Wien. Im Nordosten sind die Alpen durch das Wiener Becken von den geologisch verwandten Karpaten getrennt, im S?dosten gehen sie in das Dinarische Gebirge aus Karst ?ber. Im Norden fallen die Alpen allm?hlich zum ?sterreichischen und deutschen Alpenvorland ab. Im S?den ist der Abfall zur Poebene steiler. Die Gesamtl?nge der Alpen von Genua bis Wien betr?gt etwa 1200 Kilometer, die Breite 150 bis 200 Kilometer, im Osten bis 300 Kilometer. Die Gipfelh?hen in den westlichen Gebirgsst?cken liegen meist zwischen 3000 und 4300 Metern ?ber NN, in den Ostalpen sind die Berge etwas niedriger. Der h?chste Gipfel der Alpen ist der Mont Blanc mit 4808 Metern. Die h?chsten Berge der Alpen findet man in der Liste der Viertausender in den Alpen.
 

Geografische Gliederung

Vertikal gliedert man die Alpen in die Region des Alpenvorlandes bis zur oberen Waldgrenze (1500 bis 2000 m NN), in die Mittelalpen bis zur Schneegrenze (2000 bis 3100 m NN), dar?ber in die Hochalpen. Horizontal gesehen gilt die Linie Rheintal-Spl?gen-Comer See als Grenze zwischen den Ost- und Westalpen.

Ostalpen

Als Ostalpen bezeichnet man den Teil der Alpen ?stlich einer gedachten Linie vom Bodensee entlang des Rheins ?ber den Spl?genpass zum Comersee (Lago di Como) und Lago Maggiore. Der h?chste Berg der Ostalpen ist der Piz Bernina, die mit 4052 Metern ihren einzigen Viertausender darstellt.

Die Ostalpen sind niedriger und etwas "sanfter" als die Westalpen, ebenso die meisten ihrer ?berg?nge (P?sse). Der Alpenbogen im Osten verl?uft aber weniger gekr?mmt und f?chert sich in mehr einzelne Gebirgsketten auf. Daher sind die Ostalpen breiter als die Westalpen, sodass bei der Alpen?berquerung oft 2 bis 4 P?sse zu ?berwinden sind. Die Ostalpen beginnen in der Ostschweiz und durchziehen die ganze L?nge ?sterreichs - von Vorarlberg bis hin zum Burgenland.

Im Gegensatz zu den Westalpen schlie?en die Ostalpen keine autochthonen Massen ein; sie sind ein Decken- und Faltengebirge, in dem westalpine Decken nur randlich und in tektonischen Fenstern hervortreten (Siehe auch Engadiner und Tauernfenster).

Das gr??te inneralpine Senkungsfeld ist das Klagenfurter Becken, welches von stehengebliebenen Pfeilern des Grundgebirges, terti?ren Konglomeratr?cken, Mor?nen und Schotterfeldern des eiszeitlichen Draugletschers erf?llt ist. Es ist reich an Seen (K?rntner Seen) und Mooren. Markant ist auch das Wiener Becken, wo der ?bergang zwischen Alpen und Karpaten bis zu 6 Kilometer in die Tiefe gesunken ist.

Zur ausf?hrlichen Beschreibung von Geologie, Geographie und Gliederung siehe Artikel Ostalpen.

Folgende Staaten haben Anteil an den Ostalpen (gereiht nach Gebirgsfl?che):

  • ?sterreich; h?chster Berg Gro?glockner in der Glocknergruppe
  • Italien; h?chster Berg Piz Bernina (La Spalla oder Spedla) im Berninamassiv
  • Schweiz; h?chster Berg der Ostalpen Piz Bernina (Hauptgipfel) im Berninamassiv
  • Deutschland; h?chster Berg Zugspitze im Wettersteingebirge
  • Slowenien; h?chster Berg Triglav in den Julischen Alpen
  • Liechtenstein; h?chster Berg: Grauspitz im R?tikon.

Die vorwiegend kristallinen Zentralalpen werden von den N?rdlichen Kalkalpen durch die Grauwackenzone und von den S?dlichen Kalkalpen durch die St?rungslinie der periadriatischen Naht getrennt. Die gro?en L?ngstalz?ge folgen zwar oft den Gesteinsgrenzen, durchschneiden aber stellenweise deren Zonen. Daher k?nnen die geologischen Zuordnungen von den geografischen oder denen der Alpenvereine abweichen.

Nordalpen

Die Nordalpen sind vorwiegend von Fichtenmischw?ldern bedeckt. Im Kalk entstehen Karsterscheinungen. Der wasserundurchl?ssige Dolomit hingegen ist stark zertalt, mit br?chigen Felsbildungen und Schutthalden aus feinem Grus. An der Basis der Kalkberge befinden sich Salz- und Gipslager, sowie Quellhorizonte (Karstquellen) ?ber Schiefern. Sie teilen sich in N?rdliche Kalkalpen, Schieferalpen, Grauwackenzone, Flyschzone und Molassezone. N?rdlich schliessen das Alpenvorland sowie das Mittelland (Schweiz) an.

Ihre Gebirgsgruppen sind (von West nach Ost): Bregenzerwaldgebirge, R?tikon, Lechquellengebirge, Allg?uer, Lechtaler und Ammergauer Alpen, Wettersteingebirge, Karwendel- und Rofangebirge, Bayerische Voralpen, Kaisergebirge, Berchtesgadener Alpen, Salzkammergutberge sowie die Nieder?sterreichischen Kalkalpen und der Wienerwald.

Zentralalpen

Die Zentralalpen bestehen haupts?chlich aus harten, wasserundurchl?ssigen Gneisen und Granitgneisen (grobes Blockwerk) sowie Glimmerschiefern. Sie sind reich an Quellen, B?chen und Karseen, im Westen auch an Gletschern. Es finden sich ausgedehnte Almmatten, L?rchen- und Fichtenw?lder.

Wichtigste Gebirgsgruppen: R?tische Alpen, Bernina, Ortlergruppe, Verwallgruppe, ?tztaler Alpen, Zillertaler Alpen, Hohe Tauern, Niedere Tauern sowie Lavanttaler oder Norische Alpen.

S?dalpen

In den S?dalpen bilden Riffkalke und Dolomite der S?dlichen Kalkalpen die bekannten Zinnen, T?rme und St?cke (z. B. Marmolata). Das tief zerschnittene Bozener Porphyrplateau geht im Norden in die kristallinen Sarntaler Alpen ?ber. Das s?dliche Alpenvorland bildet den ?bergang zur Poebene.

Gebirgsgruppen (von West nach Ost): Bergamasker Alpen, Trienter Alpen, Dolomiten, Karnische Alpen, Karawanken und Julische Alpen.

Westalpen

Die Westalpen sind der Teil der Alpen, der westlich der Linie Bodensee - Rhein - Spl?genpass - Comer See liegt.

In den Westalpen wird eine Reihe kristalliner Zentralmassive (Mercantour, Pelvoux, Belledonne, Grandes Rousses, Mont Blanc, Aar- und Gotthardmassiv) durch T?ler mehr oder weniger scharf von einer Gneiszone im S?den (See-, Cottische, Grajische, Walliser und Tessiner Alpen) sowie einer Kalkzone im Westen und Norden (Provenzalische Voralpen, Dauphin?er, Savoyer, Berner, Glarner Alpen) abgetrennt.

Teile der Westalpen liegen in:

  • Frankreich, h?chster Berg ist der Mont Blanc
  • Italien, h?chster Berg ist ebenfalls der Mont Blanc, allerdings nicht die eigentliche Gipfelregion, die zu Frankreich geh?rt
  • Schweiz, h?chster Berg ist die Dufourspitze im Monte Rosa-Stock der Walliser Alpen
     

Flora

In den Alpen haben etwa 650 Bl?tenpflanzenarten ihren Verbreitungsschwerpunkt, insgesamt kommen im Alpenraum rund 4500 Arten vor.

Die Alpenflora enth?lt viele arktisch-alpine Elemente, etwa den Steinbrech Saxifraga aizoon. Sie sind Relikte der Eiszeiten, als in Mitteleuropa Tundren herrschten. Es bestehen auch Verbindungen zu den nordasiatischen Gebirgen (beispielsweise Gentiana verna). Die Alpenflora enth?lt ? bedingt durch die Vergletscherung ? relativ wenige endemische Arten, lediglich in den eisfrei gebliebenen S?dalpen sind Endemiten h?ufiger.

Auffallend ist in den Alpen der Unterschied in der Artenzusammensetzung zwischen Kalkalpen und den silikatischen Gesteinen. Darauf hat bereits Franz Unger 1836 hingewiesen  [1]. Ursache ist neben dem unterschiedlichen Bodenchemismus auch die Tatsache, dass Kalkb?den w?rmer und trockener sind. Vielfach sind Gattungen durch nahe verwandte Arten vertreten, man spricht von ?kologischer Vikarianz. Als Beispiel seien neben den bereits erw?hnten Rhododendren erw?hnt (Kalk ? Silikat): die Farne Asplenium ruta-muraria und A. septentrionale; die Polsterpflanzen Sedum album und S. annuum; die Polster-Segge (Carex firma) und die Krumm-Segge (C. curvula).

Typischerweise mit den Alpen identifizierte Pflanzenarten sind oft Arten mit auff?lligen Bl?ten: allen voran das Edelwei? (Leontopodium alpinum), die Rhododendren und die blauen Enzian-Arten (Gentiana spp.).
 

Vegetation

Die Alpen sind ein interzonales Gebirge, d. h., sie liegen zwischen dem Zonobiom VI (Winterkalte Gebirge mit laubwerfenden W?ldern) im Norden und dem Zonobiom IV (mediterranes Zonobiom) im S?den. Daher unterscheiden sich die Nord- und S?dseite recht stark. Hinzu kommt die stark kontinental gepr?gte Vegetation der inneralpinen T?ler. In den Alpen reicht die colline H?henstufe bis etwa 400 m, die submontane Stufe von 400 bis 700 m. Neben der Exposition und der H?henlage spielt auch die Bodenbeschaffenheit eine entscheidende Rolle f?r die Auspr?gung der Vegetation. Hier sind vor allem verschiedene Kalk- und Silikatstandorte zu nennen. Hinzu kommen Faktoren wie die Dauer der Schneebedeckung und die Wasserversorgung.

Montane Stufe

In der montanen Waldstufe ergibt sich folgende Stufenfolge der dominierenden Baumarten:

  • Helvetische H?henstufenfolge: Im gem??igt mitteleurop?ischen Klima am Nordrand ist die Reihenfolge von unten nach oben: Eiche ? Rotbuche ? Fichte.
  • Penninische H?henstufenfolge: In den kontinental trockenen Zentralalpen ist die Reihenfolge Kiefer ? Fichte ? Arve/L?rche. Hier liegt die Waldgrenze 400 bis 600 m h?her als am Alpenrand.
  • Insubrische H?henstufenfolge: Am submediterranen S?drand ist die Abfolge immergr?ne Stein-Eiche ? Kastanie/Flaum-Eiche ? Stiel-Eiche ? Rotbuche.

Die obere Waldgrenze ist heute weitgehend vom Menschen bestimmt und variiert stark (1400 bis 2000 m). Die seit Jahrhunderten bestehende Almwirtschaft hat die Waldgrenze nach unten gedr?ckt.

Subalpine Stufe

Die subalpine Stufe (bis ca. 1900 ? 2200 m) bildet den ?bergang (?koton) von der Waldstufe zur baumlosen alpinen Stufe. Sie ist durch eine Strauchstufe gekennzeichnet. An trockenen Standorten, wie sie auf Karbonatgestein aber auch auf Silikat-Blockwerk vorherrschen, ist dies die Latschen-Kiefer (Pinus mugo), auf lehmigen B?den, die in Silikatgebieten gro?fl?chig auftreten, die Gr?n-Erle. Beide werden hier bis etwa mannshoch. In Lawinenrinnen steigen beide Arten auch wesentlich tiefer, da sie aufgrund ihrer Biegsamkeit den Schneedruck ?berstehen. Die hochsubalpine Stufe wird vom Zwergwacholder und den beiden Rhododendren (Almrausch) gebildet: Rhododendron hirsutum (auf Kalk) und Rh. ferrugineum (kalkarme B?den).

Alpine Stufe

Die alpine Stufe (bis ca. 2500 ? 3000 m) wird durch verschiedene Rasen gebildet, die den Boden noch weitgehend geschlossen bedecken. Bestimmend f?r die Vegetation ist besonders die ?Aperzeit?, also die Zeit ohne Schneebedeckung. Weitere Faktoren sind die Windexponiertheit (besonders die dadurch bedingte Schneefreiheit im Winter), sowie der Gesteinsuntergrund. Bedingt durch diese Faktoren und das unruhige Relief ergibt sich ein sehr kleinr?umiges Vegetations-Mosaik .

Die wichtigsten Rasengesellschaften sind in den Kalkalpen auf tiefgr?ndigem Boden das Rostseggenrasen (Caricetum ferrugineae), auf flachgr?ndigerem das Seslerio-Caricetum sempervirentis und auf Kalkfelsen das Caricetum firmae. Auf saurem Gestein ist der Krummseggenrasen (Caricetum curvulae) dominierend, auf ?berweideten Rasen der Borstgrasweide (Nardetum). Besonders die Kalkrasen zeichnen sich durch ihren Blumenreichtum aus.

Die Auswirkung der Aperzeit ist besonders deutlich in den Schneet?lchen. Diese liegen meist am Fu? von Nordh?ngen der Silikatalpen in der oberen alpinen Stufe. Hier sammelt sich im Winter viel Schnee an, der im Sommer sp?t bis gar nicht abtaut, wodurch um den Schneerest verschiedene Zonen entstehen. Bei einer Aperzeit von ?ber drei Monaten w?chst der normale Krummseggenrasen, mit k?rzerer Aperzeit wird die Kraut-Weide h?ufiger, die bald dominiert und das Salicetum herbaceae bildet. Charakteristische Arten sind auch Alpen-Mutterwurz und Alpengl?ckchen. Bei einer durchschnittlichen Aperzeit von unter zwei Monaten dominieren Moose, vor allem Polytrichum sexangulare.

Im Bereich von Almh?tten bilden sich L?gerfluren. Auf den vom Vieh ged?ngten und verdichteten ? und dadurch feuchten ? Stellen wachsen n?hrstoffliebende Hochstauden.

Charakteristisch ist auch die Gesellschaft an den Windkanten mit der dominierenden Gamsheide (Loiseleuria procumbens).

Nivale Stufe

Die nivale Stufe befindet sich ?ber der klimatischen Schneegrenze. Pflanzen gedeihen nur dort, wo der Schnee nicht liegenbleibt oder im Sommer fr?hzeitig schmilzt. Eine Vegetationsdecke ist nur sehr kleinfl?chig ausgebildet, oft wachsen Pflanzen vereinzelt. Rund 150 Bl?tenpflanzen-Arten steigen ?ber 3000 m, zudem viele Flechten. Zu den am h?chsten steigenden Bl?tenpflanzen geh?rt der Gletscher-Hahnenfu?, den H?henrekord h?lt jedoch der Steinbrech Saxifraga biflora mit 4450 m NN am Dom de Mischabel im Wallis.

Die Firnfl?chen der Gletscher werden u. a. von Chlamydomonas nivalis, einer Gr?nalge, besiedelt, die den sogenannten ?roten Schnee? oder Blutschnee verursacht.
 

Klima

Generell sind die Alpen aufgrund des starken Reliefs durch ein sehr kleinr?umiges Klima und Wettergeschehen ausgezeichnet. Die wichtigsten klimatischen Einfl?sse sind: Westwinde mit milden, feuchten Luftmassen vom Atlantik, kalte Polarluft von Norden, trockene kontinentale Luftmassen aus Osten (kalt im Winter, hei? im Sommer) und warme mediterrane Luft von S?den.

Der Gro?teil der Alpen wird vom mitteleurop?ischen Klima beeinflusst. Weite Teile der Nordalpen ?hneln in ihrem thermischen Jahresgang dem angrenzenden Flachland, mit Ausnahme der Abnahme der mittleren Jahrestemperatur (um 0,50 bis 0,65 ?C je 100 m H?henzunahme). Die Niederschlagsmaxima werden im Sommer erreicht. Die den Westwinden ausgesetzten Randzonen der Alpen erhalten vielfach 2.000 bis 3.000 mm Niederschlag pro Jahr.

Die s?dlichen Alpenteile sind vom mediterranen Klima beeinflusst. Neben im Vergleich zu Mitteleuropa milden Wintern und hei?en Sommer f?hrt dies auch zu einer Verlagerung der Niederschlagsmaxima Richtung Fr?hjahr und Sommer.

Die inneralpinen T?ler und Becken (Wallis, Vinschgau, K?rnten) liegen im Regenschatten und sind daher trocken (oft unter 800 mm pro Jahr). Im Winter stellt sich besonders in Beckenlagen (Lungau, Klagenfurter Becken) die Temperaturumkehr ein (Inversionswetterlage): In tiefen Lage bilden sich durch Windstille Kaltluftseen, so dass es hier k?lter ist als in mittleren H?henlagen.

Ein weiteres Wetterph?nomen ist der F?hn, ein warmer Fallwind.

Die direkte Sonneneinstrahlung ist aufgrund der geringeren Dichte der Atmosph?re h?her, zugleich die diffuse Strahlung geringer. Das erh?ht den Unterschied zwischen sonn- und schattseitigen H?ngen.
 

Klimawandel in Verbindung mit den Alpen

Aufgrund des Klimawandels schmelzen die Gletscher drastisch ab. Klimaschwankungen sind nicht unbekannt und Gletscher sind ein Klimaarchiv. Gletscher ziehen sich heute schneller zur?ck, als es fr?her der Fall war. Laut Messungen verloren die Gletscher seit Beginn der Industrialisierung bis 1980 ein Drittel ihrer Fl?che und die H?lfte ihrer Masse. Seit 1980 sind zus?tzliche 20-30 Prozent des Eisvolumens abgetaut.

Auftauen des Permafrosts

Eis ist in den Alpenregionen nicht nur sichtbar ?ber dem Erdboden anzutreffen. Ausgedehnte Permafrostregionen findet man oberhalb von 2000 m. Das Wasser stabilisiert den Untergrund, da es das ganze Jahr ?ber darin gefroren bleibt. Aufgrund der Klimaerw?rmung besteht jedoch die Gefahr, dass das Eis auftaut und die H?nge infolge dessen rutschen. Zahlreiche D?rfer sind von Felsst?rzen, Schutt - und Ger?lllawinen bedroht. Mithilfe von Schutzd?mmen sollten T?ler und Infrastruktur gesch?tzt werden.

Trinkwasser in Gefahr

Gletscher sind lebenswichtige Trinkwasserreservoirs. In Gletscherregionen entspringen viele gro?e europ?ische Fl?sse, wie beispielsweise der Rhein, die Aare und die Rh?ne. Das stark abschmelzende Gletschereis bewirkt einen Anstieg des Wasserpegels. Niederschlagswasser f?llt die eisfreien Fels- und Schuttgebiete und infolgedessen gelangt unbefestigter Mor?nenschutt in die T?ler. Hochwasser, Gesteinslawinen und ?berschwemmungen sind als Folge der Umwandlung nicht auszuschlie?en. Durch das Abtauen des Eises in den Gletscherregionen steigt die Gefahr von Wassermangel. Die Wasserverf?gbarkeit ver?ndert sich, und dies wirkt sich negativ auf den Wasserhaushalt gro?er Landstriche aus.

Verlust der Artenvielfalt

Die Klimaver?nderung bewirkt, dass viele Pflanzenarten in h?here Lagen umsiedeln. Die alpinen Pflanzenarten haben sich in den vergangenen Jahrzehnten zwischen einem halben Meter und mehreren Metern aufw?rts verschoben. Laut Prognose leben heute mehr Arten in h?heren Lagen, als dies vor 100 Jahren der Fall war. Wissenschaftler sch?tzen, dass 1/4 der 400 endemischen Pflanzenarten vom Aussterben bedroht sind.

Alpenw?lder

Rund 1/5 des Alpenwaldes kommt eine besondere Schutzfunktion zu. Luftverschmutzungen machen den W?ldern zu schaffen. Dazu kommt noch der Klimawandel. Dies macht sich bei umgeknickten B?umen bereits bemerkbar. Infolgedessen ist die Landschaft von kahlen H?ngen und ungesch?tzten T?lern gepr?gt.
 

Tourismus

Die Alpen sind sehr intensiv touristisch erschlossen. Bereits im 19. Jahrhundert pr?gten die Engl?nder den Begriff von den Alpen als playground of Europe (siehe Alpinismus). Seit der damaligen Bl?tezeit der sog. "Belle Epoque"-Hotels in den Kurorten hat sich der alpine Tourismus mehrmals gewandelt. Seit ungef?hr 1965 besitzt der Wintersporttourismus mit seinen Bergbahnen und Liftanlagen f?r die Alpen die gr??te Bedeutung, beispielsweise in den Kitzb?heler Alpen, Davos, Arosa, Zermatt, Saas-Fee, St. Moritz, Dolomiten, Savoyen, daneben aber auch Bergsteigertourismus, Erholung an Alpenseen, St?dtetouren (Innsbruck, Z?rich, Luzern, Interlaken, Ljubljana, Meran, Aosta) oder Tourismus f?r Extremsportarten (Chamonix). F?r viele Alpengemeinden ist der Tourismus die einzige Einnahmequelle geworden. Umweltsch?tzer und auch viele Einheimische bem?ngeln jedoch inzwischen immer ?fter die Sch?den, die der Massentourismus in den Alpen hervorruft und weisen immer h?ufiger auf die Grenzen der touristischen Nutzung der Alpen hin. So werden immer mehr Verkehrswege durch die Alpen gebaut und Dorfstrukturen zugunsten der fortschreitenden Verst?dterung zerst?rt. Hinzu kommt das immer st?rker in Erscheinung tretende M?llproblem. Der weitere Ausbau der touristischen Infrastrukturen st??t bereits in vielen Alpent?lern an seine Grenzen, vor allem, da durch Naturgefahren (beispielsweise Lawinen, Muren) das Fl?chenangebot begrenzt ist. Einige tragische Ungl?cke in den letzten Jahren (beispielsweise im tirolerischen Galt?r im Februar 1999) haben diese Problematik aufgezeigt.

Wanderurlaub gilt hingegen als Musterbeispiel f?r ?kologisch vertr?glichen Tourismus ("sanfter Tourismus"); insbesondere, wenn er in abgelegene, von Abwanderung bedrohte Talregionen f?hrt und dazu beitr?gt, der einheimischen Bev?lkerung eine Einkommensquelle zu sichern. Solcher Tourismus wird exemplarisch mit dem Weitwanderweg Grande Traversata delle Alpi im Piemont propagiert.

Voraussetzungen

Die landschaftliche Vielfalt, kulturelle Sehensw?rdigkeiten sowie die besonderen klimatischen Verh?ltnisse bieten beinahe optimale Voraussetzungen f?r die touristische Nutzung der Alpen, da eine denkbar gro?e Anzahl an touristischen Zielgruppen (beispielsweise Erholungssuchende, Aktivurlauber, Kurtouristen, Kulturbegeisterte etc.) mit entsprechenden Angeboten bedient werden kann. Im Sommer finden sich die diversen Spielarten des aktiven und passiven Erholungstourismus (Wandern, Badeurlaub an den randalpinen Seen) und vor allem der sportliche Urlaub in Form des Alpinismus. Letzterer war es auch, der die touristische Entwicklung des Alpenraums initiiert hat. Insbesondere englische Touristen haben im und vor allem gegen Ende des 19. Jahrhunderts den Alpentourismus entscheidend gepr?gt. Bereits im 19. Jahrhundert wurden vom Engl?nder Thomas Cook organisierte Massenreisen von England in die Alpen durchgef?hrt. Im Winter sind die Alpen ein weltweit attraktives Ziel f?r den Wintersport, wobei diesbez?glich der Skisport und seine diversen Ausformungen dominieren. In den letzten Jahrzehnten hat in vielen Teilen der Alpen der Tourismus im Winter dem klassischen Sommertourismus den Rang abgelaufen.

Nutzen und Gefahren

Durch den Massentourismus werden Arbeitspl?tze geschaffen und regionale Einkommen generiert, wodurch die Gefahr einer Abwanderung verringert werden kann. Allerdings ist der Tourismus in den Alpen oft nur punktuell auf bestimmte D?rfer, St?dte und Skiressorts konzentriert. In den fl?chig gr??eren Gebieten ohne Massentourismus kommt es erst recht zur Abwanderung. Tats?chlich findet sich oft ein Nebeneinander von touristisch intensiv erschlossenen Gebieten und touristischem Niemandsland. Dies trifft vor allem auf das italienische Alpengebiet zu.

Die Menschen in den Alpen sind vom Massentourismus stark abh?ngig, es entstehen touristische Monostrukturen. Dem Massentourismus werden s?mtliche Lebensbereiche unterworfen. Regionale Eigenheiten bzw. Besonderheiten verkommen unter Umst?nden zu einem blo?en Klischee. Zudem sind die Arbeitsbedingungen im Tourismus oft wenig attraktiv (ungeregelte Arbeitszeiten, geringe L?hne, viele Saisonarbeitspl?tze). Menschen, die sich diesen Arbeitsbedingungen nicht unterwerfen wollen, sind mangels alternativer Besch?ftigungsm?glichkeiten erst recht zum Abwandern (oder zum Auspendeln) gezwungen.

Der intensive Massentourismus f?hrt auch zu ?kologischen Problemen wie M?ll- und Abwasserbelastung, Verkehrsproblematik und zu "optischer Umweltverschmutzung" durch technische Infrastrukturen wie beispielsweise Seilbahnen.
 

St?dte

Die gr??te Stadt mit direkter Lage in den Alpen ist das franz?sische Grenoble, gefolgt von der Tiroler Landeshauptstadt Innsbruck.In der Schweiz liegen Luzern, Chur, Thun, Lugano im alpinen Bergland.
 

Transitverkehr

Die Alpen stellen f?r den transeurop?ischen Verkehr ein nat?rliches Hindernis dar. Sie k?nnen nur auf bestimmten Routen ?ber Gebirgsp?sse oder Tunnel ?berquert werden. Besondere Bedeutung erlangten diejenigen P?sse, die ?ber den Alpenhauptkamm direkt von Norden nach S?den oder umgekehrt in gut erschlossene T?ler f?hren und somit eine zweite Pass?berquerung ersparen. P?sse wie der Brenner im Osten oder der Gro?e St. Bernhard im Westen nahmen fr?h eine Sonderstellung ein. Der Gro?e St. Bernhard etwa wird erstmals um 200 v. Chr. im Zusammenhang mit dem karthagischen Feldherrn Hannibal, der den Pass mit seinem Heer und seinen Elefanten ?berquert haben soll, erw?hnt. Von der r?mischen Antike bis ins Mittelalter war der Gro?e St. Bernhard die wichtigste Verbindung nach Italien. Das ?nderte sich im 13. Jahrhundert, als mit dem Bau der Teufelsbr?cke in der Sch?llenenschlucht der St. Gotthard begehbar gemacht wurde. Eine Auswahl der wichtigsten alpenquerenden Verbindungen (von West nach Ost):

  • Marseille - Nizza - Tendapass - Cuneo - Turin
  • Lyon - Chamb?ry - Mont Cenis bzw. Fr?jus - Turin
  • Dijon - Genf - Chamonix - Mont Blanc - Aosta - Turin
  • Dijon - Lausanne - Brig - Simplon - Domodossola - Mailand
  • Karlsruhe - Freiburg im Breisgau - Basel - Bern - L?tschberg - Brig - Simplon - Domodossola - Mailand
  • Karlsruhe - Freiburg im Breisgau - Basel - Luzern - Sankt Gotthard - Bellinzona - Mailand
  • Stuttgart - Singen - Z?rich - Sankt Gotthard - Bellinzona - Mailand
  • Ulm - Memmingen - Bregenz - Chur - San Bernardino - Bellinzona - Mailand
  • M?nchen - Garmisch-Partenkirchen - Innsbruck - Brenner - Bozen - Verona
  • M?nchen - Rosenheim - Kufstein - Innsbruck - Brenner - Bozen - Verona
  • M?nchen - Rosenheim - Bad Reichenhall - Salzburg - Hohe Tauern - Spittal - Villach - Udine - Portogruaro - Mestre oder - Spittal - Villach - Udine - Triest
  • Wien - Wiener Neustadt - Semmering - Bruck an der Mur - Graz - Maribor - Ljubljana - Triest

Das Transitnetz durch die Alpen entwickelte sich im Laufe der Zeit immer rasanter: von schmalen Wegen f?r bepackte Maultiere und Pferde ?ber fr?he Passstra?en des 19. Jahrhunderts zu den mehrspurigen Autobahnen und Eisenbahnlinien des 20. Jahrhunderts. Die Eisenbahn hat im 19. Jahrhundert mit Pionierleistungen wie der Semmeringbahn als erster Passeisenbahn oder der Gotthardbahn mit ihren ?ber 300 Br?cken und 80 Tunnels zwischen Basel und Chiasso das moderne Transitzeitalter eingel?utet. Die erst sp?ter ausgebauten P?sse erhielten keine Schienen mehr, denn das Auto hatte inzwischen die Bahn verdr?ngt.

Verkehrsprojekte in den Alpen waren und sind wegen Naturgefahren und der Topografie stets mit hohen Kosten und Gefahren verbunden, was sich auch am aktuellen Bau der NEAT in der Schweiz zeigt. Die zunehmende Umweltbelastung durch den motorisierten Transitverkehr hat in den letzten Jahren h?ufig zu Protesten der betroffenen Bev?lkerung gef?hrt (beispielsweise Stra?enblockaden in Tirol, Savoyen, Piemont sowie Alpen-Initiative in der Schweiz). B?tzing weist in diesem Zusammenhang aber auch auf die Bedeutung der ?nderungen der Infrastrukturen durch und f?r die "Einheimischen" hin.
 

Politik

Fr?here Passstaaten

B?uerliche Zusammenschl?sse zur gemeinsamen Nutzung von Ressourcen f?hrten im Sp?tmittelalter zur Herausbildung sogenannter Passstaaten, die sich ?ber beide Seiten des Alpenkammes erstreckten. Neben dem ?Bund von Brian?on? geh?ren Savoyen, die Alte Eidgenossenschaft und Tirol dazu. Damit sollte alpines Freiheitsdenken analog den st?dtischen Freiheiten der Reichsst?dte eingefordert werden. Diese Passstaaten kontrollierten durch ihre strategische Position den Transitverkehr und verlangten von Durchreisenden Z?lle.

Sp?testens die Nationalstaaten des 19. Jahrhunderts trachteten jedoch danach, den aus ihrer Sicht peripheren alpinen Raum einzubinden, so dass beispielsweise Tirol zwischen ?sterreich und Italien sowie Savoyen-Piemont zwischen Frankreich und Italien geteilt werden musste. Die Schweiz ist der einzige der alpinen Passstaaten, der bis heute ?berlebt hat. Der Staatenbund der Eidgenossenschaft wurde 1848 durch die Gr?ndung des Bundesstaates in einen modernen Nationalstaat ?berf?hrt.

Regionale Zusammenarbeit

Nach den Grenzbildungen im Zuge der Nationalisierung im Alpenraum bildet die grenz?berschreitende Zusammenarbeit seit ca. 1970 , vor dem Hintergrund des europ?ischen Binnenmarkts, einen Gegentrend. Mit der Alpenkonvention, der Arge Alp und der CIPRA sind wie in anderen Teilen Europas Gremien entstanden, die sich politisch mit den Problemen der Alpent?ler sowie der alpennahen Zentren befassen.
 

Literatur

  • Werner B?tzing: Die Alpen - Geschichte und Zukunft einer europ?ischen Kulturlandschaft. C.H.Beck, 2003 - 3. A., ISBN 3-406-50185-0. (Wissenschaftl. Grundlagen. Das Standardwerk)
  • Werner B?tzing: Bildatlas Alpen. Eine Kulturlandschaft im Portrait. Primus Verlag. 2005. 192 Seiten. ISBN 3896785273.
  • Gerhard Leeb: Planet Alpen-Magazin - Das neue Bild vom Lebensraum, viertelj?hrliche Zeitschrift, Planet Alpen-Magazin.
  • Uwe A. Oster: Wege ?ber die Alpen. Von der Fr?hzeit bis heute. 160 Seiten mit zahlreichen Abbildungen, Darmstadt 2006 (erscheint im M?rz), 3-89678-269-X.
  • Claude Reichler: Entdeckung einer Landschaft. Reisende, Schriftsteller, K?nstler und ihre Alpen. Rotpunkt-Verlag, Z?rich 2005.

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel http://de.wikipedia.org/wiki/Alpen aus der freien Enzyklop?die Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz f?r freie Dokumentation . In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verf?gbar.





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