Nebel
Unter Nebel (althochdeutsch nebul ?ber lateinisch nebula
von griechisch nephele ?Wolke?) versteht man in der Meteorologie fein
verteilte Wassertr?pfchen, die durch Kondensation der feuchten und
ges?ttigten Luft entstanden sind. Technisch gesehen ist Nebel ein Aerosol,
in der meteorologischen Systematik wird er jedoch zu den Hydrometeoren
gez?hlt.
Erst bei einer Sichtweite von weniger als einem Kilometer wird von Nebel
gesprochen. Sichtweiten von einem bis etwa vier Kilometern gelten als Dunst.
Nebel wie Dunst unterscheiden sich von Wolken nur durch ihren Bodenkontakt,
sind jedoch ansonsten nahezu identisch mit ihnen. Einen Nebel in r?umlich
sehr begrenzten Gebieten bezeichnet man als Nebelbank und einen Tag,
an dem mindestens einmal ein Nebel aufgetreten ist, als Nebeltag.
Bei einer Sichtweite von 500 bis 1000 Metern spricht man von einem
leichten, bei 200 bis 500 Metern von einem m??igen und bei unter
200 Metern von einem starken Nebel. Von Laien wird dabei meistens nur
eine Sichtweite von unter 300 Metern auch als Nebel wahrgenommen.
Allgemeine Entstehungsbedingungen und
Eigenschaften
Nebel entsteht bei einer meistens stabilen Atmosph?renschichtung, wenn
wasserges?ttigte Luft aufgrund unterschiedlicher Ursachen den Taupunkt
erreicht. Die Unterscheidung von Nebeln in bestimmte Arten wie Abk?hlungs-,
Verdunstungs- oder Mischungsnebel bezieht sich auf diese unterschiedlichen
Ursachen und wird im Abschnitt Nebelarten thematisiert.
Die S?ttigungsmenge der Luft, also die maximale Wasserdampfmenge die die
Luft enthalten kann, ohne dass Kondensation eintritt, ist dabei von
vielerlei Faktoren abh?ngig. Auf sie wird im Artikel S?ttigungsdampfdruck
eingegangen. Ein Absinken der Temperatur oder eine Erh?hung des absoluten
Wassergehalts ?ber die S?ttigungsmenge hinaus hat im Idealfall eine
sofortige Kondensation zur Folge, es bilden sich also kleine Wassertropfen.
In wieweit diese Kondensation aber wirklich sofort erfolgt, oder erst
?bers?ttigungen notwendig sind, h?ngt dabei wesentlich von den
Kondensationskernen ab. An ihnen kann sich der kondensierende Wasserdampf
anlegen und geht damit wesentlich leichter in den fl?ssigen Aggregatzustand
?ber, als es ohne Kondensationskerne der Fall w?re. Es handelt sich daher
bei der Bildung von Nebeltropfen um eine heterogene Nukleation, die ohne
bestehende Oberfl?chen nicht m?glich ist. So kann dann auch, vor allem bei
entsprechender Luftverschmutzung, eine Mischung aus Nebel, Rauch-, Ru?- und
anderen Partikeln entstehen und zu einer ?berdurchschnittlichen Nebeldichte
f?hren, man spricht von Smog. Von besonderer Bedeutung sind auch die
Oberfl?cheneigenschaften dieser Partikel, insbesondere deren Hygroskopie.
Wesentliche Faktoren, die ?ber die Nebelbildung entscheiden, sind daher
zum einen die Verf?gbarkeit von Wasserdampf und zum anderen ein breites
Spektrum an Faktoren wie Aerosolteilchenkonzentration, Temperaturverteilung,
Orografie sowie die vor allem thermischen Oberfl?cheneigenschaften des
entsprechenden Gel?ndes.
Tr?pfchengr??e
und Nebeldichte
Die Tr?pfchendurchmesser innerhalb eines Nebels sind mit wenigen
hunderstel Millimetern wesentlich geringer als in einer typischen Wolke,
durch die unterschiedlichen Kondenssationskerne schwanken sie jedoch auch
stark zwischen den einzelnen Tropfen. Dabei entscheidet deren Gr??e, ob ein
Nebel n?ssend ist oder nicht. Ist er leicht n?ssend, so handelt es sich um
eine Tr?pfchengr??e von im Mittel 10 bis 20 μm, bei dichtem Nebel sind es
eher 20 bis 40 μm. In Einzelf?llen wurden auch schon Tr?pfchengr??en von 100
μm festgestellt, dieses ist aber eine Ausnahmeerscheinung. Kleinere
Tropfenradii weisen dabei eher auf maritime Bedingungen hin, gr??ere Radii
hingegen auf kontinentale Verh?ltnisse. Die letztliche Dichte des Nebels
betr?gt etwa 0,01 bis 0,3 Gramm Wasser je Kubikmeter Luft.
Ort und
Auftreten
Der meiste Nebel entsteht im Winterhalbjahr in der N?he von Gew?ssern, da
in dieser Jahreszeit die Sonne tags?ber Wasser verdunstet, die Luft sich
abends aber so stark abk?hlt, dass das Wasser wieder kondensiert. Wenn es im
Sommer pl?tzlich zu einem Kaltlufteinbruch kommt, kann auch in dieser Zeit
Nebel auftreten, was jedoch nicht allzu h?ufig geschieht. Wenn Nebel bei
Temperatur ?ber 0 ?C an Pflanzen und anderen Gegenst?nden kondensiert, so
entsteht Tau. Liegt die Temperatur unter dem Gefrierpunkt, so kann sich Reif
absetzen.
Nebel kann in nahezu allen Klimazonen vorkommen und seinem Charakter nach
sowohl sporadisch als auch regelm??ig bzw. lang- oder kurzlebig auftreten.
Die h?chste Nebelh?ufigkeit zeigt sich dabei in feuchtereichen Gebieten und
bei gro?en Temperaturschwankungen bzw. starker Abk?hlung. Dieses ist
besonders beim Zusammentreffen kalter und warmer Meeresstr?mungen sowie in
Upwelling-Bereichen der Fall. Die wahrgenommene Nebelh?ufigkeit ist dabei
jedoch vielmehr an die Beobachtung gebunden, weshalb sie h?ufig in Richtung
von Siedlungsr?umen gegen?ber der tats?chlichen Nebelh?ufigkeit erh?ht ist
bzw. man diese ohne empirische Basis als nebelreicher einsch?tzt. Auch die
r?umlichen Skalenbereiche k?nnen dabei stark schwanken, so kann ein Nebel
eine horizontale Ausbreitung von wenigen hundert Metern, aber auch teilweise
hunderten von Kilometern besitzen. Die Ausbreitung in der Vertikalen
schwankt von einigen Dezimetern bis zu mehreren hundert Metern.
Nebelarten
Begriffe
Nebel werden in der Meteorologie im Regelfall nach ihren
Entstehungsbedingungen unterschieden, was jedoch auch nach sich zieht, dass
viele Nebel nicht basierend allein auf ihrem ?u?eren Erscheinungsbild einer
bestimmten Nebelart zugerechnet werden k?nnen. Auch existieren eine Vielzahl
oft sehr unscharf definierter oder zumindest sehr unklar verwendeter
Nebelbegriffe, insbesondere dann, wenn sich diese auf den Ort oder Zeitpunkt
des Auftretens und nicht die Entstehungsursache eines Nebels beziehen. So
unterscheidet man nach der Ursache im wesentlichen Strahlungs-, Advektions-,
Verdunstungs-, Mischungs- und orographische Nebel sowie als oft getrennt
betrachtete Sonderform den Eisnebel. Daneben existieren jedoch auch eine
Vielzahl anderer bekannter Begriffe wie Morgennebel, Bergnebel oder
Seenebel, die sich in vielen F?llen nur schwer mit spezifischen
Entstehungsbedingungen zur Deckung bringen lassen und oft zu
Missverst?ndnissen f?hren, welche Bezeichnung f?r welche generische Art von
Nebel steht.
Auch eine Unterscheidung nach Boden- und Hochnebel ist
m?glich, wobei die Oberseite des Bodennebels nach meteorologischer
Definition unter der Augenh?he des Beobachters mit einer Sichtweite von
dadurch mehr als einem Kilometer liegen muss. Es ist auch m?glich, den
Bodennebel als Nebel mit Bodenkontakt zu definieren, was jedoch redundant
zur Definition eines Nebels ansich ist. Das verbreitete Verst?ndnis eines
Hochnebels als Nebel mit fehlendem Bodenkontakt ist daher auch irref?hrend,
da es sich im Regelfall um eine niedrige Wolke vom Typ Stratus handelt, also
nicht um Nebel im eigentlichen Sinne. Nur bei einigen Zwischenstadien von
Nebeln, die an ihrer Basis aufgel?st wurden oder im Begriff sind, sich auf
Bodenh?he zu senken, spricht man auch in der Meteorologie von einem
Hochnebel.
Strahlungsnebel
Strahlungsnebel entstehen in Folge der n?chtlichen Ausstrahlung der
Erdoberfl?che und treten daher vor allem im Herbst und im Winter bei
windschwachen Wetterlagen auf, wobei sie meistens mit einer
Strahlungsinversion verbunden sind. Da sie auf einer Abk?hlung der Luft bei
gleich bleibender oder vernachl?ssiger Schwankung der absoluten
Luftfeuchtigkeit basieren, rechnet man sie auch zu den Abk?hlungsnebeln.
Besonders in unbew?lkten N?chten k?nnen sich die bodennahen Luftschichten
stark abk?hlen. Dadurch kondensiert der Wasserdampf in der Luft und es
bildet sich ein schwacher, oft mehrschichtiger und kaum ?ber eine H?he von
100 Meter reichender Nebel, mit vergleichsweise geringer Tr?pfchengr??e. Am
Vormittag l?st sich dieser Nebel meistens rasch auf, da die hohe spezifische
Oberfl?che seiner Tropfen aufgrund des dann erh?hten S?ttigungsdampfdrucks
eine rasche Verdunstung erm?glicht. Nur im Winter ist die Einstrahlung der
Sonne bisweilen nicht stark genug, um den Nebel aufzul?sen. Das neblig-tr?be
Wetter bleibt dann in den Niederungen oftmals tagelang erhalten.
Strahlungsnebel sind sehr instabile Gebilde und l?sen sich in der Regel
so schnell auf, wie sie gekommen sind. Sie treten meistens als Fr?h-
bzw. Morgennebel auf, ihre Anf?nge k?nnen jedoch durchaus schon im
sp?ten Nachmittag des Vortages liegen. Ob ein Strahlungsnebel entsteht oder
nicht, ist dabei oft eine Frage von wenigen Zehntel Grad Celsius.
H?ufigkeit, Dichte und M?chtigkeit dieser Nebelart unterliegt daher gro?en
Schwankungen. Die Vorhersagbarkeit des Ph?nomens ist dadurch vergleichsweise
gering, wenn Strahlungsnebel auch so h?ufig sind, dass sich ein
Tagesrhythmus ausbilden kann. Das Auftreten eines Strahlungsnebels ist dabei
ein Signal f?r tiefe Temperaturen, insbesondere zeigen sich bei
Kaltlufteinschl?ssen in Gel?ndeniederungen typischerweise abgeschnittene
Nebelteppiche mit scharfen Konturen, die man dann auch als Talnebel
bzw. bei sehr starker Auspr?gung als Nebelmeer bezeichnet.
Eine besondere Form bilden auch die Moornebel, also Nebel die ?ber
Mooren autreten und deshalb eine eigene Bezeichnung besitzen, weil die
Nebelh?ufigkeit hier besonders hoch ist. Ursache ist dabei die sehr rasche
Ausk?hlung der Bodenoberfl?che bedingt durch dessen hohe Bodenfeuchte und
die damit schlechten W?rmeleitungseigenschaften, nicht etwa eine durch das
gro?e Wasserangebot erh?hte Verdunstung. Ein Moornebel ist daher auch kein
Verdunstungsnebel, denn die Luftfeuchtigkeit wird hier meistens vor der
Nebelentstehung ?ber Winde abgef?hrt. Die Nebelbildung selbst ist jedoch an
Windstille gekn?pft und erreicht selten M?chtigkeiten, die die Sichtweite
eines Beobachters ?berschreiten. An diesem Beispiel zeigt sich, welche gro?e
Rolle der Bodenw?rmehaushalt bei die Entstehung eines Strahlungsnebels
spielt. Der gleiche Effekt ist in schw?cherer Form auch bei Wiesen zu
beobachten, weshalb man bei ihnen auch von Wiesennebel spricht.
Mit einer Albedo von bis zu 0,90 zeigt Nebel allgemein ein
au?erordentliche F?higkeit zur Reflexion des einfallenden Sonnenlichts.
Diese steht in der Regel in einem scharfen Kontrast zur Umgebung mit einer
Albedo von typischerweise etwa 0,2 bis 0,3. Die Folge ist gerade bei
Strahlungsnebeln eine Tendenz zur Selbsterhaltung, denn die niedrigen
Temperaturen, die erst zu seiner Entstehung gef?hrt haben, werden durch die
nun rapide abfallende Globalstrahlung noch weiter gesenkt bzw. am Ansteigen
gehindert. Auch ist die Ausstrahlung der Wassertr?pfchen selbst besonders
gro?, was ein n?chtliches Temperaturminimum an der Nebeloberseite zur Folge
hat.
Bei einer stabilen Schichtung der Atmosph?re am Boden und einer Inversion
in der H?he, also einer Fumigation, sammeln sich an der Inversionsgrenze
verst?rkt Partikel unterschiedlichster Art an. Dieser in einiger H?he
befindliche Dunst kann mit seiner hohen Albedo nun nicht nur nebelerhaltend,
sondern sogar nebelerzeugend wirken. Der Nebel, zun?chst sogar streng
genommen noch eine Wolke und bisweilen als Hochnebel bezeichnet, sinkt dabei
allm?hlich aus der H?he der Inversion zum Erdboden hin ab und h?lt hier oft
tagelang an.
Advektionsnebel
Ein Advektionsnebel oder Ber?hrungsnebel ist eine weitere
Form des Abk?hlungsnebels, die in Mitteleuropa ?blicherweise im Winter
auftritt und auf einer Advektion (Heranf?hrung) von Luftmassen beruht. Die
Unterscheidung zum Mischungsnebel kann dabei unter Umst?nden schwierig sein,
hier sollen jedoch alle Nebelformen, die ma?gebend durch Advektions- und
teilweise auch durch Mischungsprozesse gepr?gt sind, zu den Advektionsnebeln
gez?hlt werden.
Advektionsnebel kommen dadurch zustande, dass feuchte Warmluft vom S?den
in die k?lteren Gebiete im Nordens str?mt und dabei eine bodennahe
Kaltluftschicht aufwirbelt. Die Warmluft wird dabei abgek?hlt, weshalb in
der Folge zur Kondensation und damit Tr?pfchenbildung kommt. Wenn dann eine
Hochdrucklage entsteht, kann dieser Nebel Tage bis Wochen ?berdauern, ohne
von der Sonne aufgel?st werden zu k?nnen. Erst bei einem weiteren
Luftaustausch verschwindet er wieder, denn es handelt sich nicht nur um die
langanhaltendste Nebelform, auch M?chtigkeiten von mehreren hundert Metern
sind keine Seltenheit.
Ein Sonderfall des Advektionsnebels ist der K?sten- oder
Seenebel. Die Wasseroberfl?chen sind besonders im Fr?hling meistens
deutlich k?hler als die Landoberfl?chen. Kommt es dann zu einer Advektion
der ?ber dem Land befindlichen warmen Luftmassen, so k?hlen sich diese ?ber
dem Wasser schnell ab. Die nach Erreichen des Taupunkts gebildeten
Wassertropfen lagern dann als d?nne Nebelschicht ?ber der Wasserfl?che,
wobei man dann auch von einem Kaltwassernebel spricht. In Deutschland
ist diese Nebelform vor allem im Sp?tfr?hling an der Ostsee anzutreffen und
wird durch Advektion warmer Luft aus dem s?deurop?ischen Raum bedingt.
Besonders folgenreich ist diese Nebelform dann, wenn es am Tag durch eine
Erw?rmung im Landesinneren zu Seewind kommt. Der eigentlich ?ber dem Wasser
lagernde Nebel wird dann an die K?sten advehiert und kann mehrere Kilometer
ins Landesinnere reichen. Ein solcher K?stennebeleinbruch ist mit einem
erheblichen Wechsel von Sicht- und Temperaturbedingungen gepr?gt und zudem
?beraus pl?tzlich, kann also zu erheblichen Gefahren vor allem im
Stra?enverkehr f?hren. Zudem ist durch die vergleichsweise kleinen
Tr?pfchengr??en des K?stenebels eine erhebliche Helligkeitsreduktion zu
erwarten. Die vor allem im Herbst anzutreffende Situation noch recht warmer
Wassertemperaturen und vergleichsweiser kalter Luft f?hrt zum
Warmwassernebel, bei dem im Regelfall Mischungsprozesse dominieren,
weshalb er auch hier eher den Mischungsnebeln zugeordnet wird.
Ebenso k?nnen unterschiedlich temperierte Meeresstr?mungen zu einem
Advektionsnebel f?hren, sofern die Luft von der warmen zur kalten
Wasseroberfl?che str?mt. Diese als Meernebel bezeichnete Erscheinung
zeigt sich zum Beispiel in Neufundland, also bei Kontakt des Labradorstroms
mit dem Golfstrom. Der sehr bekannte Neufundlandnebel ist dabei einer der
dauerhaftesten und dichtesten Nebel ?berhaupt. In den Aleuten tritt diese
Nebelform durch den Kontakt der Meeresstr?mungen Oyashio und Kuroshio
ebenfalls h?ufiger auf.
Auch in Upwelling-Bereichen kommt es h?ufig zur Nebelbildung, zum
Beispiel mit dem Kalifornienstrom, dem Humboldtstrom oder dem Benguela-Strom.
Eine letzte Form bildet schlie?lich eine in Richtung von Inlandeismassen
gerichteter Luftstrom, meistens vom Meer her. Hier kommt es ebenfalls zu
einer Abk?hlung der Luftmassen und es entsteht zum Beispiel der
Gr?nlandnebel. In einer geringeren Auspr?gung zeigt sich dieser Effekt auch
bei weniger extremen Gegens?tzen, zum Beispiel bei einer ungleichm??ig
einsetzenden Schneeschmelze.
Orografischer
Nebel
Ein Bergnebel oder in seiner meteorologisch exakten Bezeichnung
orografischer Nebel bildet sich dann, wenn feuchte Luft unter
adiabatischer Abk?hlung an H?ngen aufsteigt. Er wird daher auch zu den
Abk?hlungsnebeln gez?hlt, die Abk?hlung erfolgt hier jedoch aufgrund der
Erniedrigung des Luftdrucks und nicht ?ber die Ausstrahlung oder Advektion.
Zu dieser Nebelform kommt es nur dann, wenn das Kondensationsniveau
unterhalb des Gipfels bzw. Grats liegt. Stabile orographische Nebel
existieren ?berall dort, wo eine ebenso stabile Windstr?mung best?ndig
Luftmassen an ein Gebirge f?hrt, wobei man dann jedoch auch ebenso von einem
Advektionsnebel sprechen kann. Dieses ist vor allem in Regionen mit
Passateinfluss der Fall, also zum Beispiel in den s?dlichen Anden oder in
Madagaskar. Sie treten auch in den Alpen und deutschen Mittelgebirgen auf,
dann jedoch meistens nur bei einzelnen Wetterlagen ?ber kurze Zeitr?ume.
Die Entstehung eines orografischen Nebels ist prinzipiell identisch mit
einer durch Hebung entstanden Wolke und man k?nnte daher auch von einem
Hebungsnebel sprechen. Hebungsprozesse treten dabei zwar nicht nur an
orografischen Hindernissen auf, nur dort aber steigt die Erdoberfl?che mit
an und erm?glicht damit eine durchweg oberfl?chengebundene Kondensation.
Nichts desto trotz ist diese Definition allgemeiner und in besonderen F?llen
kann auch eine anderweitige Nebelentstehung vorkommen. Dieses ist zum
Beispiel bei kleinskaligen Konvektionen der Fall, wie sie bei
Mischungsnebeln eine Rolle spielen. Auch Hebungsprozesse beim Durchzug einer
vorzugsweise warmen Wetterfront k?nnen kurzfristige Nebelereignisse
bedingen.
Verdunstungsnebel
Im Gegensatz zu den bisherigen Nebelformen, die allesamt mit einer
Abk?hlung verbunden waren, handelt es sich bei dem Verdunstungsnebel
um eine Nebelart, die durch die Erh?hung der absoluten Luftfeuchtigkeit und
damit des Taupunkts hervorgerufen wird. Dieses wird durch eine verst?rkte
Verdunstung erreicht, w?hrend die Temperatur des Luftpakets konstant bleibt
bzw. sich nur unma?geblich ?ndert.
In der Natur tritt dieses vor allem bei herbstlich warmen Seen auf, wobei
man dann von einem Dampfnebel spricht (auch Fluss- oder eingeschr?nkt
Seenebel). Auch wenn feuchte Luft gem??igter Temperaturen ?ber eine
Schneedecke oder einen gefrorenen Boden streicht und durch deren Erw?rmung
die Verdunstungsrate steigert, kann eine solche Nebelart entstehen. Diese
spezielle Form bezeichnet man als Tauwetternebel.
Eine Sonderform bilden die Frontnebel, die sich vorwiegend als
schmale Nebelstreifen vor einer Warmfront oder nach einer Kaltfront bilden,
seltener auch direkt beim Frontdurchzug. Die ersten beiden Typen werden
durch Regen hervorgerufen, der in k?ltere Luftmassen f?llt und dabei
teilweise verdunstet. Der Nebel beim Frontdurchzug selbst ist jedoch eher
durch Mischungs- oder Abk?hlungsprozesse gekennzeichnet, stellt also
meistens keinen Verdunstungsnebel dar.
Mischungsnebel
Mischungsprozesse spielen bei vielen Nebelarten eine Rolle und sind daher
in der hier gew?hlten Einteilung nicht klar abgrenzbar. Das Grundprinzp ist
dabei immer das gleiche: Luftmassen unterschiedlicher Temperatur
durchmischen sich und gleichen ihre Temperaturen dadurch an, was unter
bestimmten Umst?nden eine Unterschreitung des Taupunkts zur Folge haben
kann. Zu einer solchen Unterschreitung kommt es jedoch im Regelfall durch
eine Kombination des Mischungseffekts mit anderen Prozessen, nicht durch die
Mischung allein. Da die Mischung selbst weder mit einer Ausstrahlung,
adiabatischen Abk?hlung oder zus?tzlicher Verdunstung verbunden ist, muss
sie dennoch als eigener Aspekt ber?cksichtigt werden. Wesentlich ist dabei,
dass sich die Luft allgemein nur recht langsam durchmischt und einen
schlechten W?rme?bertr?ger darstellt. Dieses ist auch der Grund, warum
Mischungsprozesse in der Regel mit Advektion oder Konvektion von Luftmassen
verbunden sind und hier fast immer eine Rolle spielen.
Ein Mischungsnebel im engeren Sinne tritt vor allem in herbstlich
k?hlen N?chten ?ber noch im Vergleich zur Umgebung w?rmeren Gew?ssern auf,
die dann zu ?dampfen? scheinen. Seine typisch wirbelartigen Formen entstehen
durch einen mehrstufigen Prozess.
Zun?chst dringt k?ltere Luft von au?erhalb auf das Gew?sser vor und
erw?rmt sich ?ber diesem. Dieses hat eine Senkung der relativen
Luftfeuchtigkeit zur Folge, da warme Luft mehr Wasserdampf aufnehmen kann
als kalte Luft. Dadurch kommt es jedoch auch ?ber die Verdunstung wieder zu
einem Anstieg oder zumindest einer Stabilisierung der relativen Luftfeuchte.
Die inzwischen hohen Temperaturen der Luft nahe der Wasseroberfl?che stehen
im Kontrast zur weiter oben gelegenen und nicht von der Wasserfl?che
erw?rmten Umgebungsluft, es herrscht also eine labilen
Atmosph?renschichtung.
(Aufgrund der hierdurch einsetzenden Konvektion beginnt die Luft zu
steigen. In der Folge kommt es zu einer Durchmischung der beiden
Luftschichten, wobei sich deren Temperaturen angleichen und die urspr?nglich
oberfl?chennahe Luft abk?hlt. Die relative Luftfeuchtigkeit steigt nun
rasant an und es kommt dann auch recht schnell zur Kondensation. Da die
entstehenden Wassertr?pfchen in den Luftturbulenzen starken Bewegungen
unterliegen, entsteht f?r den Beobachter der Effekt des See- oder
Meerrauchens. Die erw?rmte Luftschicht ist dabei meistens sehr d?nn und
der Effekte daher auch nur bis in einige Meter H?he beobachtbar. Sehr
gro?fl?chig zeigt sich dieses bei warmen Meeresstr?mungen, die bis in
k?ltere Gebiete reichen, zum Beispiel beim Golfstrom an der K?ste
Skandinaviens.)DAS GEH?RT ZU VERDUNSTUNGSNEBEL!!!!!
Der gleiche Effekte zeigt sich auch in anderen Zusammenh?ngen, meistens
bei einer starken Sonneneinstrahlung und der damit verbundenen hohen
Verdunstungsrate im Anschluss an einen Regenschauer. Hier k?nnen Hausd?cher,
Stra?en und auch die Erdoberfl?che Dampfschwaden bilden. Ein verwandter
Effekt ist der lake effect snow.
Eisnebel
Beim Eisnebel schweben im Gegensatz zu normalem Nebel keine
Wassertr?pfchen, sondern kleine Eiskristalle in der Luft. Ein Eisnebel
entsteht, wenn der Wasserdampf in sehr kalter Luft von in der Regel unter
−20 ?C direkt zu Eiskristallen resublimiert, das hei?t ohne den Umweg
?ber die Kondensation zu fl?ssigem Wasser. Je k?lter es dabei ist, desto
h?ufiger tritt Eisnebel auf, bei Temperaturen unter −45 ?C und dem
Vorhandensein einer Wasserdampfquelle dann fast zwingend.
In der Natur tritt Eisnebel ?berall da auf wo seine
Entstehungsbedingungen zusammen treffen, also niedrige Temperaturen
einerseits und ein Wasserangebot andererseits. Da die Wassermengen hierzu
aufgrund der extrem geringen S?ttigungsmenge nicht sonderlich gro? sein
m?ssen, kommen neben offenen Wasserfl?chen auch anthropogene Emissionen,
vulkanische Aktivit?ten oder sogar Tierherden in Frage. Im gr??eren Ma?stab
sind Eisnebel vor allem ?ber dem Polarmeer zu beobachten, sie zeigen sich
jedoch auch in den Fjorden Norwegens und in Alaska recht h?ufig.
Eisnebel stellen einen Sonderfall dar, denn sie sind wie dargelegt nicht
an Kondensationsprozesse gekn?pft. Sie werden daher entweder als besondere
Form dem Nebel zugerechnet oder als eigene Form vom Nebel abgegrenzt. Je
nachdem welche Definition genutzt wird, ist es daher m?glich, das
Vorhandensein von Kondensationsprozessen in die Definition des Nebelbegriffs
mit einzuschlie?en oder nicht. Eisnebel kann dabei recht eindeutig von
normalem Nebel unterschieden werden, da nur bei ihm Haloerscheinungen
auftreten und auch die Reduktion der Sichtweite normalerweise nicht zu einer
Verdeckung der Sonne f?hrt.
Turbulenznebel
Normalerweise wirken kr?ftige Turbulenzen nebelaufl?send. Sie k?nnen
jedoch auch Nebel produzieren. Das ist dann der Fall, wenn die Turbulenzen
die feuchte Luft aus tiefen Wolken bis auf den Erdboden transportieren. Wenn
die Temperaturzunahme nach unten hin nicht zu gro? ist, kann aus den Wolken
Turbulenznebel werden.
Beobachtung
Die Beobachtung von Nebel kann sich auf eine Vielzahl von Parametern
beziehen und auch durch eine Vielzahl von Methoden erfolgen, zielt aber im
Wesentlichen auf die folgenden Gr??en ab: Nebelh?ufigkeit, Zeitpunkt und
Dauer des Auftretens, Nebeldichte sowie vertikale und horizontale
Erstreckung des Nebels. Diese Gr??en k?nnen lokal f?r eine Messstation oder
regional auf Basis mehrerer Einzelmessungen bestimmt werden.
Als Ma? f?r die Nebeldichte und damit das wichtigste Kriterium eines
Nebels, ?ber das sich bei fortw?hrender Beobachtung auch Nebelh?ufigkeit und
Dauer ergeben, dient im Regelfall die Sichtbeeintr?chtigung eines
Beobachters mit Blickrichtung zum Azimut. Gerade bei regelm??igen Messungen
von Flug- und Seeh?fen bedient man sich jedoch automatisierter bzw.
elektronischer Messverfahren, zum Beispiel Transmissometer, ASOS (automated
surface observing system) und Fernerkundungsdaten. Letztere k?nnen auch die
Ausdehnung des Nebels erfassen und beinhalten Satelliten-, Radar- und
Lidarmessungen. Insbesondere Satellitendaten gewinnen dabei mit zunehmender
Verbesserung der Aufl?sung immer mehr an Bedeutung. Sie sind jedoch auch
nicht unproblematisch, da im Infrarotbereich ein Minimum an
Temperaturunterschieden notwendig ist und der Nebel im sichtbaren Bereich
durch Wolken verdeckt werden kann. Auch ben?tigt die Auswertung von
Satellitenmessungen eine gewisse Zeit, weshalb sie f?r kurzfristige
Vorhersagen zur Wetterentwicklung nicht geeignet sind. ?ber Radar besteht
hingegen die M?glichkeit, ?ber die Variation von Brechzahlen die
Temperaturinversionen der Atmosph?re zu messen, was in Bezug auf die
Prognose der Nebelentstehung genutzt werden kann. Lidar erm?glicht es im
Gegenzug auch kleinere Tr?pfchen zu erfassen.
In der Synoptik nutzt man die folgenden durch die WMO definierten Symbole
zur Codierung eines nebligen Wetterzustands innerhalb einer Wetterkarte. Der
zugeordnete Zahlenschl?ssel unterhalb des Symbols gilt sowohl f?r den
Synop-Code als auch f?r den METAR.
Bedeutung und
Anwendungen
Meteorologie
- Der Vergleich zwischen der Sichtweiten an einem sonnigen Tag (links)
und an einem nebligen Tag (rechts)
In der Meteorologie hat der Nebel recht unterschiedliche Bedeutungen. Je
nach Entstehung kann er als Anzeichen einer bestimmten Wetterlage
interpretiert werden und ist damit ein wichtiges Hilfsmittel der
Wetterbeobachtung. Durch seine hohe Albedo hat er jedoch auch einen lokalen
Einfluss auf die Strahlungsbilanz, was zum Beispiel im Zusammenhang mit
Frost wichtig ist.
Einen eher ?sthetische Bedeutung besitzt der Nebelbogen, eine Sonderform des
Regenbogens bei kleinen Tr?pfchengr??en.
Nebeldepositionen
Nebel ist zwar an sich kein Niederschlag, es gibt jedoch verschiedene
Niederschlagsarten, die direkt an den Nebel gekoppelt sind. Dabei
unterscheidet man die Nebeltraufe als fl?ssigen Niederschlag von den festen
Niederschl?gen in Form von Raufrost oder Klareis. Sie alle geh?ren dabei zur
Gruppe der abgefangenen Niederschl?ge, die mengenm??ig nur unzureichend
gemessen werden k?nnen und daher unter bestimmten Umst?nden ein erhebliches
Problem bei der Erstellung einer detaillierten Wasserbilanz darstellen. Die
in Verbindung mit Nebel hohe Luftfeuchtigkeit f?hrt dabei auch zur
verst?rkten Bildung abgesetzter Niederschl?ge wie Tau oder Reif.
Es wurden in der j?ngeren Zeit Techniken entwickelt, die es erm?glichen
aus Nebel Wasser zu gewinnen. Dazu werden in entsprechenden Gebieten Netze
oder Folien gro?fl?chig aufgespannt an denen der Nebel kondensiert und dann
das Gewebe hinunter rinnt. Dabei ist der Wasser-Ertrag je aufgespannter
Fl?cheneinheit erstaunlich hoch. In S?damerika gibt es K?stenst?dte, die
aufgrund der Erschliessung dieser Resource durch Anlagen auf den bei ihnen
liegenden Gebirgsz?gen zu einer wortw?rtlichen Bl?te gelangt sind. Die
nat?rlichen Niederschl?ge sind in den Regionen eher karg. Mit zum Erfolg
beigetragen hat nicht zuletzt der st?ndige Wind vom Meer her, der permanent
neue Luftfeuchtigkeit nachliefert.
Nebelw?lder
und Nebelw?sten
Nebelw?lder sind W?lder, in denen es auf Grund ihrer Lage h?ufig
zu Nebel kommt. Das kann beispielsweise an den H?ngen gro?er Gebirge in
H?hen ?ber 1500 m in S?damerika sein, wo es viele Epiphyten gibt, die so
unabh?ngig von der Regenzeit ganzj?hrig an Wasser kommen. Dazu geh?ren viele
Moose, Farne und h?here Pflanzen wie beispielsweise Orchideen. Ebenfalls
finden sich hier einige endemische Tierarten, wie der Quetzal, Guatemalas
Nationalvogel.
Weitere stark vom Nebel beeinflusste Gebiete bilden die Nebelw?sten,
dabei insbesondere die Namib. Diese W?ste geh?rt mit einer
durchschnittlichen Niederschlagsmenge von 20 mm im Jahr zu den trockensten
Orten ?berhaupt. Allerdings gibt es an bis zu 200 Tagen im Jahr Morgennebel
bis zu 100 km landeinw?rts und so finden sich hier Pflanzen und Tiere, die
den Nebel als Wasserquelle nutzen k?nnen. Am bekanntesten sind Schwarzk?fer,
die auf hohen D?nenk?mmen einen Kopfstand machen und so Kondenswasser
aufsammeln. Auch die Welwitschie profitiert durch ihr ?ber eine riesige
Fl?che ausgebreitete Wurzelwerk vom Tau. Die Atacama in S?damerika ist
ebenfalls eine Nebelw?ste und auch hier gibt es pflanzliche Spezialisten wie
einige Blumennesselgew?chse, an deren dichtem Haarkleid Nebel aus der Luft
kondensiert und an der Pflanze herunter zu den Wurzeln rinnt.
Fortbewegung
im Nebel
Zu Fu?
Zu beachten ist zun?chst die allgemeine Orientierungslosigkeit, die ein
sehr dichter Nebel zur Folge hat. Diese Gefahr besteht allgemein f?r jede
Art der Fortbewegung im Nebel, ganz besonders aber f?r Wanderer und
Bergsteiger im freien Gel?nde. Bei diesen besteht zwar aufgrund der geringen
Geschwindigkeit bis auf einzelne Sonderf?lle keine direkte Gefahr durch
?bersehene Hindernisse und Kollisionen, wie es etwa bei der Nutzung von
Fortbewegungsmitteln der Fall ist, die im Verbund mit dem Nebel oft sehr
niedrigen Temperaturen lassen jedoch vor allem im Winter einen ansich
harmlosen Orientierungsverlust schnell zu einer lebensbedrohlichen Situation
werden. Gerade in d?nnbesiedelten Regionen und insbesondere Gebirgen, Mooren
und Marschen empfiehlt es sich daher, bei Nebel an Ort und Stelle zu
verbleiben.
Stra?enverkehr
In der Verkehrsmeteorologie spielt der Nebel durch die Einschr?nkung der
Sichtweite und die damit verbundene Wirkung vor allem auf den Stra?enverkehr
eine Rolle. Besonders pl?tzlich auftretende Nebelb?nke sind eine h?ufige
Ursache von Autounf?llen und insbesondere schwerer Massenkarambolagen,
weshalb auch bei dichtem Nebel (Sicht unter 50 m) der Einsatz von
Nebelschlussleuchten h?chst ratsam ist. Dar?ber hinaus ist ihr Einsatz sogar
verboten, weil sie blendend wirkt. Sichtweiten von 150 m und weniger
bedeuten eine Beschr?nkung der Geschwindigkeiten auf Autobahnen. Ab 100 m
muss auch auf Landstra?en langsamer gefahren werden. Bei unter 50 m Sicht
ist der Verkehr generell stark beeintr?chtigt. Die empfohlenen
H?chstgeschwindigkeiten betragen nach Faustregel in den drei F?llen 100, 80
und 50 km/h. Sinkt die Sichtweite weiter, ist das Tempo anzupassen oder im
Extremfall der Betrieb des Fahrzeugs ganz einzustellen.
Nebel beeinflusst weiterhin die Geschwindigkeitswahrnehmung des Fahrers,
so dass dieser den Eindruck hat, er fahre langsamer, als es tats?chlich der
Fall ist. Bei unzureichender Nutzung des Tachometers ist eine zu hohe
Geschwindigkeit in Relation zur Sichtweite die Folge. Auch die nebelbedingte
Feuchte der Fahrbahn kann zu gef?hrlichen Situationen f?hren, da die
Bremsverz?gerung herabgesetzt wird. Bei schwerwiegenden Unf?llen traten
meistens alle Faktoren zusammen auf, oft auch mit nebelunabh?ngigen
Beeintr?chtigungen wie ?berm?dung, Zeitdruck oder Alkoholeinfluss, wodurch
sich das Unfallrisiko entsprechend erh?ht. Aus diesem Grunde ist vor allem
eine starke Reduktion der Geschwindigkeit und damit des Anhaltewegs
erforderlich, wobei dieser zur Sicherheit weniger als die H?lfte der
Sichtweite betragen sollte.
Um die Gefahren zu verringern, wurden mittlerweile auch Sensoren
entwickelt und in Serie gebracht, die per Radar in Fahrtrichtung auch durch
Nebelw?nde hindurch Hindernisse erkennen k?nnen. Das Tempo der Fahrt sollte
deshalb zwar nicht gesteigert werden, aber der Fahrer kann sich mit einer
gewissen Wahrscheinlichkeit bereits darauf verlassen rechtzeitig gewarnt zu
werden, so dass er per Bremsung schadenfrei zum Stillstand kommt oder
zumindest einen wesentlich sanfteren Aufprall erleidet. In st?dtischen
Umgebungen oder auch in Tunneln sind diese Sensoren jedoch nur bedingt
funktionsf?hig, da hier generell zu viele st?rende Funk-Reflexionen
auftreten.
Schifffahrt
Bei Schiffen haben sich Radaranlagen bew?hrt, wobei Nebel in der
Vergangenheit mehrmals zu schwerwiegenden Kollosionen f?hrte. Dieses zog
nach sich, dass vor allem der Schiffsverkehr oft v?llig zum erliegen kam.
Gerade bei Schiffen und Flugzeugen ohne entsprechende Technologie besteht
die nebelbedingte Kollisionsgefahr allerdings nach wie vor.
Eine bedeutende Katastrophe, bei der Nebel wohl eine der Hauptursache
darstellte, war die Kollision der Schiffe Andrea Doria und Stockholm im Jahr
1956, bei der 52 Menschen starben. Neben diesen eher seltenen Ereignissen
steht jedoch der wirtschaftliche Schaden im Vordergrund, da eine Einstellung
oder zumindest Verlangsamung des Schiffsverkehrs erhebliche finanzielle
Belastungen zur Folge hat. Um auch bei geringen Sichtweiten einen m?glichst
sichere Navigation zu erm?glichen, finden daher Nebelh?rner und Nebeltonnen
als Seezeichen Anwendung. Letztere umfassen Heultonnen und Gongtonnen sowie
ehemals Glockentonnen.
Luftfahrt
Die Luftfahrt setzt schon seit dem ersten Viertel des 20. Jahrhunderts
stark auf Radar und konnte damit schon sehr fr?h zumindest assistierend vom
Boden aus den Piloten Hilfestellung geben. Mittlerweile ist die Zahl der
Radar-Einheiten zur Beherrschung von Nebel, Wolken und anderen
sichbehindernden Effekten in einem heutigen Langstreckenflugzeug an der
Grenze zur Zweistelligkeit angekommen. Kleinflugzeuge fliegen jedoch auch
weiterhin in der Mehrzahl rein nach Sichtflugbedingungen und m?ssen Nebel
deswegen auch weiterhin stark ber?cksichtigen.
Im Luftverkehr erschwert Nebel damit heute zwar weniger den Flugverkehr
selbst, hat jedoch erhebliche Folgen, wenn er auf Flugpl?tzen eine
Sichtweite von etwa 1,2 Kilometern unterschreitet. Starts sind prinzipiell
m?glich, jedoch ist das Risiko gr??er. Zwar ist es auf allen
Verkehrsflugh?fen m?glich per Instrumentenlandesystem ein Flugzeug auf den
Boden zu bringen, jedoch beh?lt man sich als letzte Sicherheit die visuelle
Kontrolle von Befeuerung und Landebahn durch den Piloten vor. Tritt starker
Nebel auf, so kann dieses bis zum zeitweiligen Ausfall des gesamten
Flughafens f?hren. Flugzeuge m?ssen umgeleitet werden und allenfalls
unausweichliche Landungen, zum Beispiel wegen Treibstoffmangels, werden dann
noch gewagt. Der Franz-Josef-Strau?-Flughafen im Erdinger Moos, einem
ehemaligem Moor und potentiellen Nebel-Gebiet in der N?he von M?nchen, ist
ein Beispiel f?r einen Flugplatz, der h?ufiger durch Nebel beeintr?chtigt
wird. Auch wenn die tats?chlichen Ausfallzeiten, schon alleine aufgrund der
Gr??e der Anlage, noch ertr?glich klein sind, so zeigt sich hier, welche
Bedeutung allein schon die bauliche Planung derartig nebelempfindlicher
Anlagen besitzt. Dieses ist insbesondere vor dem Hintergrund bedeutsam, dass
es auch heute (2005) keine wirtschaftlich tragbaren Methoden zur
Nebelbeseitigung gibt.
Raumfahrt und
Diverses
Auch in ?hnlichen Situationen kann Nebel von Bedeutung sein, so zum
Beispiel bei milit?rischen Operationen, Rettungsmissionen oder f?r Betrieb
eines Weltraumbahnhofs. So mussten beispielsweise die Starts von
Shuttlemissionen von Cap Canaveral des ?fteren aufgrund von Nebel verschoben
werden. Auch die Landung in der Normandie 1944 oder der Einsatz von
UN-Truppen in Tuzla 1995 wurde durch nebliges Wetter verz?gert.
Umweltverschmutzung
und Schadstoffausbreitung
Nebel besteht zwar aus Wassertr?pfchen, doch handelt es sich dabei
keineswegs um reines Wasser. Es k?nnen eine Vielzahl von Stoffen in ihm
gel?st sein, f?r die der Nebel bzw. dessen Tr?pfchen ein Verbreitungsmedium
darstellt. So hatte Nebel in Kombination mit schwerer Luftverschmutzung
einen wichtigen Anteil an Smog-Katastrophen wie 1930 in Belgien, 1948 in
Pennsylvania und besonders 1952 in London. Er stellt jedoch auch unabh?ngig
von derlei Extremereignissen ein Problem dar, zum Beispiel in Kombination
mit ?l- und Waldbr?nden. Dabei werden durch diese Schadstoffe oft erst die
Kondensationskerne zur Verf?gung gestellt an denen sich der Nebel bilden
kann, was auch der wesentlichste Grund ist, weshalb sich London in der
Vergangenheit besonders nebelreich zeigte. Der ?bergang zum trockenen Dunst
ist dabei in vielen F?llen flie?end.
K?nstliche
Nebelbeeinflussung
Der in Fragen der Verkehrssicherheit aber auch in Bezug auf
Freiluftverantstaltungen unerw?nschte Nebel wird in besonderen F?llen durch
technische wie chemische Verfahren beseitigt, insofern der hierf?r n?tige
Aufwand verh?ltnism??ig erscheint. Die Verfahren sind dabei zwar vielf?lltig,
zeichnen sich jedoch meistens durch hohe Kosten und eine geringe
Effektivit?t aus. Die Nebelbeseitigung ist daher allgemein ein sehr
aufwendiges und kostspieliges Unterfangen, weshalb sie nur in Sonderf?llen
Anwendung findet und auch in diesen immer seltener wird.
Ein heute kaum noch angewandtes Verfahren ist die Pistenheizung, also die
schlichte Erw?rmung der Landenbahnen eines Flughafens, um durch die dann
h?heren Temperaturen der Luft in Bodenn?he eine Aufl?sung des Nebels zu
erreichen. Dieses ist nur bei einer geringen M?chtigkeit des Nebels und
gleichzeitig niedrigen Windgeschwindigkeiten erfolgversprechend, wird aber
aufgrund der hohen Energiekosten heute kaum noch angewandt. Eine andere
M?glichkeit geht genau den entgegen gesetzten Weg, indem man versucht die
Tr?pfchengr??en innerhalb des Nebels soweit zu erh?hen, dass dieser
ausregnet. Dazu setzt man fl?ssiges bzw. festes Propan oder
Kohlenstoffdioxid ein, die ?ber ihre Verdunstungsw?rme eine Reduktion der
Lufttemperaturen und dadurch verst?rkte Kondensation bzw. Resublimation
bedingen. Dieses ist wiederum nur bei Temperaturen unter etwa 0 ?C mit
vertretbarem Aufwand m?glich. Eine weitere M?glichkeit besteht darin die
Luftschichten zu durchmischen und dadurch die Inversion aufzul?sen, was
meistens ?ber Hubschrauber umgesetzt wird. Deren Wirkungsbereich ist jedoch
sehr gering und die Wirksamkeit einer solchen Methode daher auch meistens
auf kurze Zeitr?ume begrenzt.
Grunds?tzlich zeigt sich, dass Ma?nahmen zur Nebelbeseitigung immer nur
begrenzt erfolgreich sein k?nnen und auch nur da sinnvoll sind, wo durch
Nebel au?erordentlich starke Kosten bzw. Gefahren entstehen. Eine
fl?chendeckende Nebelbeseitigung auf Stra?en bzw. auch nur Autobahnen ist
daher von vornherein unverh?ltnism??ig. Hier kann neben einer angepassten
Fahrweise seitens der Verkehrteilnehmer nur eine entsprechend sensible
Verkehrswegeplanung sowie langfristige Wasserhaushaltsma?nahmen Abhilfe
schaffen, also eine Nebelvermeidung. Daher eignen sich auf von
Kaltlufteinschl?ssen gepr?gte Grundst?cke wie Senken wenig f?r nebelsensible
Anlagen, ebenso wie Standorte mit h?ufigen Advektionsnebeln.
Kunstnebel
K?nstlich l?sst sich Nebel entweder durch gezielte ?bers?ttigung von Luft
mit Wasser herstellen oder direkt durch feines Verspr?hen von Fl?ssigkeit.
Der meiste k?nstlich erzeugte Nebel oder besser Dunst ist dabei ein
Nebenprodukt mit geringer ?berlebensdauer. Gerade im Winter f?hren die
meistens warmen Abgase von Fabriken und Fahrzeugen zur Bildung kleineren
Nebelmengen, die jedoch im Regelfall sehr schnell wieder verdunsten. Will
man Nebel dagegen absichtlich erzeugen, verwendet man meistens
Nebelmaschinen.
Derartiger Kunstnebel wird in der Theater- und Veranstaltungstechnik auf
verschiedene Arten erzeugt. Je nach der gew?nschten Beschaffenheit des
Nebels werden verschiedene Techniken und Maschinen verwendet:
- Feiner Dunst um die Lichtkegel von Scheinwerfern
besser sichtbar zu machen, sog. Haze.
- Dichter Effektnebel, meistens punktuell und
kurzzeitig eingesetzt.
- Bodennebel f?r einen dichten Nebelteppich in
Bodenn?he.
Eine wissenschaftliche Anwendung k?nstlichen Nebels ist die Nebelkammer.
Diese n?tzt aus, dass ionisierende Strahlung Kondensationskeime bildet, an
denen sich besonders viele Wassertr?pfchen bilden. Schnell durchfliegende
Teilchen erzeugen dadurch entlang ihrer Flugbahn einen Streifen dichteren
Nebels. Die Teilchen werden durch ein Magnetfeld unterschiedlich abgelenkt,
so dass sie anhand ihrer Flugbahn identifiziert werden k?nnen.
Weinbau
Nebel ist auch in der Weinbereitung von Bedeutung. So ergie?t sich
beispielsweise der w?rmere Fluss Ciron s?d?stlich von Bordeaux in die
k?hlere Garonne und erzeugt dabei in den Monaten Oktober und November einen
Nebel, der das Wachstum des Pilzes Botrytis cinerea f?rdert. Dieser
l?chert die Beerenh?ute der Trauben, wodurch aus diesen Wasser austritt und
somit ihre S??e konzentriert. Dieses ist f?r die Weine aus Sauternes
wichtig, deren prominentester Vertreter der Wein vom Ch?teau d?Yquem ist.
Weiterhin f?hrt Nebel auch zur Abmilderung des Klimas durch die Erh?hung
der W?rmekapazit?t der Luft, was Weintrauben vor dem Erfrieren sch?tzen
kann. Es findet sogar regelrecht ein W?rmetransport aus Flussniederungen an
die exponierten H?henlagen der Weinberge statt. Auch kann bei Anwesenheit
von Nebel durch Kondensation und Reif-Bildung aus Nebel sehr viel Energie
freigegeben werden, so dass die Temperaturen im Inneren der Trauben noch
l?nger oberhalb oder an der Null-Grad-Grenze verweilen, bei der Wasser
gefriert.
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel http://de.wikipedia.org/wiki/Nebel aus der freien
Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der
GNU-Lizenz für freie Dokumentation . In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.
Warning: getimagesize(./Natur/Nebel_01.jpg) [function.getimagesize]: failed to open stream: No such file or directory in /www/htdocs/w0090b4a/wallpaper-page.eu/Wallpaper/index.php on line 497
Warning: filesize() [function.filesize]: stat failed for ./Natur/Nebel_01.jpg in /www/htdocs/w0090b4a/wallpaper-page.eu/Wallpaper/index.php on line 498
|
Warning: getimagesize(./Natur/Nebel_02.jpg) [function.getimagesize]: failed to open stream: No such file or directory in /www/htdocs/w0090b4a/wallpaper-page.eu/Wallpaper/index.php on line 497
Warning: filesize() [function.filesize]: stat failed for ./Natur/Nebel_02.jpg in /www/htdocs/w0090b4a/wallpaper-page.eu/Wallpaper/index.php on line 498
|
Warning: getimagesize(./Natur/Nebel_03.jpg) [function.getimagesize]: failed to open stream: No such file or directory in /www/htdocs/w0090b4a/wallpaper-page.eu/Wallpaper/index.php on line 497
Warning: filesize() [function.filesize]: stat failed for ./Natur/Nebel_03.jpg in /www/htdocs/w0090b4a/wallpaper-page.eu/Wallpaper/index.php on line 498
|
Warning: getimagesize(./Natur/Nebel_04.jpg) [function.getimagesize]: failed to open stream: No such file or directory in /www/htdocs/w0090b4a/wallpaper-page.eu/Wallpaper/index.php on line 497
Warning: filesize() [function.filesize]: stat failed for ./Natur/Nebel_04.jpg in /www/htdocs/w0090b4a/wallpaper-page.eu/Wallpaper/index.php on line 498
|
Warning: getimagesize(./Natur/Nebel_05.jpg) [function.getimagesize]: failed to open stream: No such file or directory in /www/htdocs/w0090b4a/wallpaper-page.eu/Wallpaper/index.php on line 497
Warning: filesize() [function.filesize]: stat failed for ./Natur/Nebel_05.jpg in /www/htdocs/w0090b4a/wallpaper-page.eu/Wallpaper/index.php on line 498
|
Warning: getimagesize(./Natur/Nebel_06.jpg) [function.getimagesize]: failed to open stream: No such file or directory in /www/htdocs/w0090b4a/wallpaper-page.eu/Wallpaper/index.php on line 497
Warning: filesize() [function.filesize]: stat failed for ./Natur/Nebel_06.jpg in /www/htdocs/w0090b4a/wallpaper-page.eu/Wallpaper/index.php on line 498
|
|