Machu Picchu
Machu Picchu (Quechua: Machu Pikchu f?r ?alter Gipfel?) ist
eine gut erhaltene Ruinenstadt der Inka, die in 2.360 m H?he auf einer
Bergspitze der Anden ?ber dem Urubambatal in 75 km Entfernung nordwestlich
von Cusco (Peru) liegt. Erbaut wurde die Stadt einer Theorie zu Folge um
1450 von Pachac?tec Yupanqui, einem Herrscher der Inka, der von 1438 bis
1471 regierte. Er schuf die Grundlagen f?r die Ausdehnung des m?chtigen
Inkareiches und f?hrte den Kult um den Sonnengott Inti ein. Eingebettet
zwischen dicht bewachsenen Bergen war die Stadt f?r die spanischen Eroberer
im Jahre 1532 unsichtbar und ist dadurch der Zerst?rung entgangen. Die Stadt
umfasste 216 steinerne Bauten, die mit einem System von Treppen verbunden
waren. Etwa 3.000 Stufen sind heute noch erhalten, ebenso wie die
Au?enmauern der zum Teil mehrgeschossigen Wohnbauten. Sinn und Zweck dieser
Stadt sind bis heute umstritten. Es existieren ?ber sie keine
?berlieferungen bzw. wissenschaftliche Aufzeichnungen, weshalb nur
Vermutungen angestellt werden k?nnen. So wurde die Stadt, deren
urspr?nglicher Name unbekannt ist, nach einem der nahe gelegenen Berggipfel
benannt, zwischen denen die Ruinenstadt liegt: Teile der Stadt, die f?r die
Landwirtschaft genutzten Terrassen, liegen am Fu?e des ?alten Gipfels?,
hinter dem anderen Ende der Stadt ragt der ?junge Gipfel? (Huayna Picchu)
zuckerhutf?rmig in den Himmel. Im Westen liegen 4.500 Meter entfernt die
Ruinen der Inkastadt Llactapata.
Geschichte
Entdeckt wurden ?ber 50 Grabst?tten mit mehr als 100 Skeletten (angeblich
mehr als 80 % davon weiblich, aber neuere Untersuchungen haben eine
gleichm??ige Verteilung der Geschlechter gezeigt). Aufgrund dieser
Entdeckung entstand zun?chst die Theorie von einer Zuchtst?tte der Inkas. In
neuerer Zeit wird diese Theorie nicht mehr unterst?tzt. Vielmehr wird
angenommen, dass Machu Picchu zu Zeiten der spanischen Eroberung sich noch
im Bau befand. Da die Bauarbeiten aber durch die Eroberung des Inkareiches
durch die Spanier nicht fortgesetzt werden konnten, wurde die Anlage
verlassen und ist dann bei den Indios in Vergessenheit geraten. Heute
sch?tzt man, dass die Stadt in ihrer Hochbl?te bis zu 1.000 Menschen h?tte
beherbergen und versorgen k?nnen.
Die Chronik von Antonio Altamirano, ein spanischer Conquistador, der 1555
starb, weist auf den spanischen Soldaten Miguel Rufino aus Burgos hin, der
die Inkaprinzessin Accla Gualca aus den H?nden mordender Spanier rettete.
Accla Gualca floh zusammen mit Rufino nach Macchu Picchu, das zu dieser Zeit
bewohnt war. Beide mussten vor der Amauta (st?dtische Gesetzlichkeit bei den
Inka) schw?ren, dass sie den Gesetzen Intis (Sonne) folgen w?rden und keinem
Fremden von diesem heiligen Ort erz?hlen. Einige Zeit sp?ter wurde Rufino
waffentechnischer Berater des Inca Manco, der sein Heer in Ollantaytambo
zusammenzog, um Cusco zur?ckzuerobern. Dabei fiel Rufino.
Von Dr. John Rowe wurde ein spanisches Dokument von 1568 entdeckt,
welches den Inca Yupanki als fr?heren Landeigent?mer von Picho (Picchu)
bezeichnet. Dasselbe Dokument f?hrt aus, dass hier angebaute Produkte als
Opfergaben verwendet wurden.
Zwei Dokumente, die der deutsche Ingenieur Christian Bues entdeckte, der
sich im Urubambatal zu Vermessungsarbeiten niedergelassen hatte, bezeugen,
dass 1614 auf dem Gebiet des Salkantay (Gebiet von Machu Picchu) ein
Grenzkonflikt zwischen verschiedenen Landbesitzern ausbrach. Das Gebiet
geh?rte zu dieser Zeit dem Stamm der Ca?aris, angef?hrt von Caciquen Don
Francisco Poma Gualpa. Die Ca?aris waren Nachfahren eines equadorianischen
Volksstammes (siehe Ca?ar, die sich bis 1849 in der Gegend halten konnten
und dann ausstarben. Es wird vermutet, dass die Ca?aris die W?chter von
Machu Picchu waren.
1657 pachtete der Augustinerorden vor?bergehend das Land um Machu Picchu,
ohne von den Ruinen selbst Kenntnis zu nehmen.
Das einzige gegenw?rtig bekannte Dokument ?ber die legend?re Inkastadt
ist eine Urkunde aus dem Jahre 1782, die von dem Geschichtsprofessor Jose
Uriel Garcia entdeckt wurde. Auf Blatt 20 des handschriftlichen Protokolls
wird ersichtlich, dass Machu Picchu und das umliegende Land von dem
Kommandanten Marcos Antonio de la Camara y Escuerdo f?r 450 Pesos gekauft
wurde. Notariell wurde dies vom Notar Ambrosius de Lira beglaubigt. Aus dem
Dokument geht hervor, dass der Name der Stadt Machu Picchu war. Erst Bingham
(siehe unten) schuf ? bewusst oder unbewusst ? das Geheimnis um den wahren
Namen der Stadt.
Der Italiener Antonio Raimondi ver?ffentlichte 1865 eine Landkarte, auf
der Machu Picchu eingetragen und namentlich gekennzeichnet war.
1875 drang der Franzose Nicolas Wiener bis zu den Inka-Ruinen in
Ollantaytambo vor, wo er von Indigenas Hinweise erhielt, dass es weitere
Ruinen bei ?Matcho Picchu? geben soll. Durch das unwegsame und nahezu
undurchdringliche Urubambatal k?mpfte sich Wiener bis in die N?he des
heutigen Machu Picchus vor, scheiterte aber kurz vor dem Ziel an einem
Erdrutsch.
Seit 1894 war der Name Machu Picchu, zumindest bei den Campesinos im
Urubambatal allseits bekannt. Don Luis Bejar Ugarte lie? sich im gleichen
Jahr von Augustin Lizarraga nach Machu Picchu f?hren, der 17 Jahre sp?ter
auch unter Hiram Binghams (siehe unten) Mannschaft war. Lizzarga und Ugarte
entdeckten dabei auch einen Tunneldurchbruch aus der Inkazeit, welcher den
Rio Urubamba unterquerte. Wiedergefunden wurde dieser Tunnel vom Ingenieur
Osvaldo Paez Pati?o im Jahr 1930.
Als 1895 ein Maultierpfad entlang des Rio Urubamba gesprengt wurde, war
in Cusco Machu Picchu in aller Munde. Am 14. Juli 1901 kehrte Lizzarga,
zusammen mit seinen Freunden Don Enrique Palma aus San Miguel und Gavino
Sanchez von der Hacienda Collpani, zur Inkastadt zur?ck. Sie ritzten ihre
Namen auf die Mauer des k?niglichen Palastes ein. Zu dieser Zeit wohnte der
Indigena Anacleto Alvarez im Gebiet von Machu Picchu. Er hatte die Terrassen
gepachtet.
Einige Wochen vor Binghams Expedition im Jahre 1911 stie? der
US-Amerikaner Alberto Giesecke, zusammen mit Don Braulio Polo y la Borda,
der von Indigenas von der Stadt wusste, bis zum Fu? des Machu Picchu vor.
Sie mussten allerdings aufgrund eines Unwetters umkehren. Gieseckes Wissen
und Erfahrungen waren dann die Grundlage f?r Binghams Expedition.
Am 24. Juli 1911 wurden die Ruinen von einer Expedition der Universit?t
Yale unter der Leitung Hiram Binghams durch Zufall wiederentdeckt. Die
Siedlung war von dichter Vegetation ?berwuchert. Bingham war auf der Suche
nach der geheimnisvollen Inkastadt Vilcabamba, in die sich die Inkas
gefl?chtet haben sollen, nachdem Pizarro 1536 Cusco einnahm. Bingham
glaubte, Vilcabamba in Machu Picchu gefunden zu haben. Heute ist bekannt,
dass Vilcabamba 35 km weiter entfernt im Dschungel liegt.
In den Jahren 1912 und 1913 begann Bingham damit, die Stadt freizulegen.
1915 ver?ffentlichte er ein Buch ?ber seine Erforschung Machu Picchus.
Ber?hmt wurde Machu Picchu, als die National Geographic Society ihre gesamte
Ausgabe vom April 1913 dieser Stadt widmete.
Es wird auch behauptet, dass Bingham die Stadt schon zwei Jahre vorher
entdeckt habe und sich Zeit verschaffte, das Gold in die Vereinigten Staaten
zu schaffen. Des Weiteren sagen die Einheimischen, dass Bauern Machu Picchu
schon 1901 entdeckten und Bingham nur der Nutznie?er und die Entdeckung kein
Zufall war.
Die UNESCO erkl?rte Machu Picchu 1983 zum Welterbe.
Tourismus
Machu Picchu ist eine der gr??ten Touristenattraktionen in S?damerika.
T?glich besuchen durchschnittlich etwa 2.000 Personen die Sehensw?rdigkeit.
Die UNESCO fordert eine Reduktion auf h?chstens 800 Besucher, um das
Kulturerbe nicht zu gef?hrden.
Da sich die Inkastadt in einem schwerzug?nglichen Gebiet befindet und es
keine Stra?en dorthin gibt, wurde eine Bahnlinie von Cusco bis nach Aguas
Calientes, einem Dorf am Fu?e des Berges von Machu Picchu, gebaut. Machu
Picchu ist am bequemsten von Aguas Calientes aus zu erreichen: Vom Zentrum
in Aguas Calientes f?hrt ein Bus die gut 8 km lange Serpentinenstrecke zur
Zitadelle Machu Picchu hinauf. Diese Strecke kann man aber auch zu Fu?
zur?cklegen, kleine Fu?wege mit Stufen f?hren an den Serpentinen hoch. Am
Ende der Serpentinen, im unmittelbaren Eingangsbereich von Machu Picchu,
befindet sich zudem das Hotel ?Sanctuary Lodge?, das ? wie die Bahnlinie ?
der englischen Hotelkette ?Orient Express? geh?rt. Wer Machu Picchu auf
authentischem Wege erreichen will, der kann ?ber den Inka-Pfad (camino inca),
eine mehrt?gige Wanderung ?ber mehrere hohe P?sse vom Urubambafluss
(klassisch ab km 88, Variation ab km 82 der Bahnlinie nach Aguas Calientes),
nach Machu Picchu gelangen, wobei er hierbei durch das f?r Machu Picchu
errichtete Sonnentor gehen muss, welches in unmittelbarer N?he zu den Ruinen
der Siedlung liegt.
Der st?ndig wachsende Tourismus belastet die Umwelt sehr. Die UNESCO
wehrt sich daher vehement gegen den geplanten Bau einer Seilbahn von Aguas
Calientes hinauf nach Machu Picchu, deren Fertigstellung den Touristenstrom
weiter ansteigen lie?e und au?erdem die Erdrutschgefahr erh?hen w?rde. Am
10. April 2004 forderte ein Erdrutsch, der auch die Bahnlinie teilweise
lahmlegte, elf Menschenleben. Durch einen weiteren Erdrutsch am 14. Oktober
2005 wurde die Bahnlinie auf einer Strecke von 400 Metern erneut
versch?ttet.
Trivia
- In Sichtweite des Gel?ndes drehte der deutsche
Regisseur Werner Herzog Anfang der 70er Jahre die atemberaubende
Er?ffnungsszene zum Spielfilm Aguirre, der Zorn Gottes.
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel http://de.wikipedia.org/wiki/Machu_Picchu aus der freien
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