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Delfine
Die Delfine (Delphinidae) geh?ren zu den Zahnwalen (Odontoceti)
und sind somit S?ugetiere (Mammalia), die im Wasser leben. Delfine sind die
vielf?ltigste und mit rund 40 Arten gr??te Familie der Wale (Cetacea). Sie
sind in allen Meeren verbreitet.
Anatomie
Delfine sind meist zwischen eineinhalb und vier Meter lang, der
Schwertwal erreicht als gr??ter Delfin sogar acht Meter. Sie haben einen
stromlinienf?rmigen K?rper, der an die hohen Schwimmgeschwindigkeiten
angepasst ist. Im Kopf befindet sich ein rundes Organ, die Melone, das eine
Rolle bei der Echolokation spielt. Bei vielen Arten sind die Kiefer klar
abgesetzt und bilden einen lang gezogenen Schnabel. Die Schnauze kann bei
mehreren Arten sehr viele Z?hne enthalten.
Das Gehirn der Delfine ist gro? und besitzt eine komplexe Hirnrinde, was
ein Grund f?r viele Zoologen ist, sie zu den intelligentesten Tieren zu
z?hlen. Es gibt aber auch die umstrittene Theorie, dass das gro?e Gehirn
lediglich eine Anpassung an das Leben im Wasser ist und dazu dient, den
W?rmeverlust an das Wasser besser regulieren zu k?nnen. Grundlage dieser
Theorie ist die Tatsache, dass das Gehirn der Delfine sehr viele Gliazellen
und im Verh?ltnis dazu wenig Nervenzellen besitzt. Gliazellen sind weniger
an der Informationsverarbeitung beteiligt, sondern haben vor allem eine
St?tz- und Haltefunktion f?r die Nervenzellen. Laut dieser Theorie dienen
sie bei den Delfinen auch ihrer W?rmeisolation.[1]
Delfine k?nnen Bewegungsfolgen und Reaktionen auf akustische Reize schnell
erlernen, bei abstrakten Gegenst?nden wie Drei- oder Vierecken liegt ihre
Lerngeschwindigkeit jedoch unter der von Tauben und Ratten.[2]
Die K?rperfarbe setzt sich grunds?tzlich aus verschiedenen Abstufungen
von Grau zusammen, wobei die Unterseite heller ist und der R?cken sich durch
dunklere F?rbung, das Cape, deutlich abgrenzt. Dar?ber hinaus
unterscheiden sich die Arten durch Linien und Felder in verschiedenen
Farbt?nen und Kontrasten.
Delfine haben einen sehr guten Geh?r- und Gesichtssinn. Zwar existieren
?u?ere Ohr?ffnungen, doch diese sind wahrscheinlich nicht funktional.
Ger?usche gelangen ?ber den Unterkiefer ?ber das Mittel- zum Innenohr. Die
Augen sind haupts?chlich an das Sehen unter Wasser angepasst, haben aber
auch au?erhalb des Wassers eine hohe Funktionsf?higkeit. Eine gro?e Rolle
f?r die Wahrnehmung spielt die Echolokation mittels Ultraschall.
Von anderen Zahnwalen unterscheiden sich Delfine durch folgende Merkmale:
Verschmelzung der ersten beiden Halswirbel, eine geringere Anzahl von
Rippen, Fusion der beiden Unterkieferh?lften auf h?chstens einem Drittel der
Kieferl?nge und stumpfe Z?hne.
Alle Delfine sto?en etwa alle zwei Stunden die ?u?eren Hautzellen ab (peeling).
Diese permanente Regeneration reduziert den Str?mungswiderstand und findet
auch in der Regenerationsforschung f?r den Menschen und im Schiffbau eine
Beachtung.
Verhalten
Delfine sind schnelle Schwimmer, sie erreichen Geschwindigkeiten von bis
zu 55 Kilometern pro Stunde. Oft springen sie aus dem Wasser, zuweilen
akrobatische Figuren ausf?hrend (z. B. der Spinner-Delfin). Solche Spr?nge
werden als Spielverhalten interpretiert. Daneben erm?glichen die Spr?nge den
Delfinen aber auch eine sehr viel schnellere Fortbewegung als im Wasser. Sie
helfen auch bei der Suche nach Futterpl?tzen, da sich Delfine bei ihren
Spr?ngen z. B. an M?wenansammlungen orientieren. Auf der Jagd k?nnen sie bis
zu 300 Meter tief und 15 Minuten lang tauchen; die meisten Tauchz?ge dauern
jedoch wenige Minuten. Delfine sind bekannt daf?r, dass sie sich Schiffen
n?hern, um auf den Wellen zu reiten.
Delfine sind soziale Tiere, die in Gruppen zusammenleben. Diese sog.
Schulen k?nnen sich an Stellen mit viel Nahrung vor?bergehend zu
Ansammlungen von ?ber 1000 Tieren zusammenschlie?en. Die Individuen
verst?ndigen sich mit Klicklauten, Pfeifen, Schnattern und anderen
Ger?uschen untereinander. Sie kommunizieren aber auch durch K?rperkontakt
mit ihren Artgenossen. Durch hochfrequente T?ne sind sie zudem in der Lage,
ihre Umwelt mittels Echolokation wahrzunehmen.
Die Mitgliedschaft in den Gruppen ist nicht sehr fest, Wechsel zwischen
ihnen kommen h?ufig vor. Dennoch k?nnen die Tiere starke Bindungen
aneinander entwickeln, was sich besonders in der Unterst?tzung f?r verletzte
oder kranke Artgenossen ?u?ert.
Delfine schlafen, indem sie immer eine Gehirnh?lfte einschlafen lassen
und mit der anderen wach bleiben. Dadurch wird die Atmung aufrechterhalten.
Au?erdem bleibt ein Auge beim Schlafen stets ge?ffnet, so dass Umgebung und
m?gliche Angreifer wahrgenommen werden k?nnen. In den Schlafphasen ist die
Mobilit?t der Delfine eingeschr?nkt.
Wie alle Wale bringen Delfine stets nur ein Junges zur Welt. Die Tragzeit
betr?gt im Durchschnitt ein Jahr, variiert aber von Art zu Art. Die K?lber
bleiben bis zu sechs Jahren bei ihren Muttertieren; sie beginnen im Alter
von wenigen Monaten, selbst?ndig Nahrung zu suchen.
Neueste Erkenntnisse eines deutsch-britischen Forscherteams deuten darauf
hin, dass sich Gro?e T?mmler mittels pers?nlicher Pfeiflaute identifizieren
k?nnen. Damit geben sich die Tiere nicht nur individuell zu erkennen,
sondern werden von Mitgliedern ihrer Gruppe mit diesem Pfeiflaut ?angerufen?
und antworten auch darauf. Dieser Laut ist durch die Lautfolge und nicht
durch die Charakteristik der Stimme definiert und wird daher wie ein Name
verwendet, ein bis heute einzigartiges Ph?nomen im Tierreich.
Ern?hrung
Delfine sind schnelle Raubtiere, die ihre Beute aktiv jagen. Sie orten
ihre Beute ?ber ein Echoortungssystem. Im Allgemeinen besitzen Delfine
gleichf?rmige konische Z?hne, welche dazu dienen, die Beute lediglich
festzuhalten. Gefressen werden die gefangenen Fische oder Kalmare fast immer
in einem St?ck. Die Z?hne sind an die jeweiligen Beutetiere angepasst: Arten
mit vielen Z?hnen ern?hren sich haupts?chlich von Fischen, w?hrend Arten mit
weniger zahlreichen Z?hne meistens Kalmare jagen. Einige Delfine fangen
manchmal Krustentiere. Als einziger Delfin ern?hrt sich der Schwertwal auch
von anderen Meeress?ugern wie Robben oder anderen Wal- und Delfinarten.
Manche Delfine nutzen kooperative Strategien zur Jagd, wobei ein
Beuteschwarm von der ganzen Schule umkreist oder an die K?ste getrieben
wird.
Das S?ugen funktioniert, wie bei allen Walen: Die Delfinmutter spritzt
die fettreiche Milch aktiv durch die Muskulatur der Milchdr?sen in das Maul
des Jungen, da dieses keine Lippen hat, mit denen es saugen k?nnten.
Klassifikation
Heute werden die Delfine meistens in vier Unterfamilien eingeteilt: die
?echten? Delfine (Delphininae), die Grindwale (Globicephalinae), die
Schwertwale (Orcininae) und die Cephalorhynchinae.
Aufgel?st sind die Unterfamilien Stenoninae und Lissodelphinae. Beide
hielt man fr?her f?r besonders urspr?ngliche Unterfamilien. In der neueren
Klassifikation ist die einzige Gattung der Lissodelphinae in Delphininae
enthalten, und die Stenoninae wurden auf die Cephalorhynchinae und
Delphininae aufgeteilt. Umstritten ist die Stellung des Irawadidelfins, der
manchmal ganz aus den Delfinen herausgenommen und bei den Gr?ndelwalen
eingeordnet wird; hier aber wird er unter Vorbehalt den Grindwalen
zugeordnet.
- Unterfamilie Schwertwale (Orcininae)
- Gattung Pseudorca
- Kleiner Schwertwal (Pseudorca crassidens)
- Gattung Orcinus
- Orca oder Gro?er Schwertwal (Orcinus orca)
- Unterfamilie Delphininae
- Gattung Delphinus
- Gemeiner Delfin (Delphinus delphis)
- Gattung Tursiops
- Gro?er T?mmler (Tursiops truncatus)
- Gattung Kurzschnauzendelfine (Lagenorhynchus)
- Wei?schnauzendelfin (Lagenorhynchus
albirostris)
- Wei?seitendelfin (Lagenorhynchus acutus)
- Wei?streifendelfin (Lagenorhynchus
obliquidens)
- Schwarzdelfin (Lagenorhynchus obscurus)
- Peale-Delfin (Lagenorhynchus australis)
- Stundenglasdelfin (Lagenorhynchus cruciger)
- Gattung Steno
- Rauzahndelfin (Steno bredanensis)
- Gattung Glattdelfine (Lissodelphis)
- N?rdlicher Glattdelfin (Lissodelphis borealis)
- S?dlicher Glattdelfin (Lissodelphis peronii)
- Gattung Lagenodelphis
- Borneodelfin (Lagenodelphis hosei)
- Gattung Fleckendelfine (Stenella)
- Ostpazifischer Delfin (Stenella longirostris)
- Clymene-Delfin (Stenella clymene)
- Blau-Wei?er Delfin (Stenella coeruleoalba)
- Schlankdelfin (Stenella attenuata)
- Z?geldelfin (Stenella frontalis)
- Unterfamilie Grindwale oder Pilotwale (Globicephalinae)
- Gattung Globicephala
- Gew?hnlicher Grindwal (Globicephala melas)
- Kurzflossen-Grindwal (Globicephala
macrorhynchus)
- Gattung Grampus
- Rundkopfdelfin (Grampus griseus)
- Gattung Peponocephala
- Breitschnabeldelfin (Peponocephala electra)
- Gattung Feresa
- Zwerggrindwal (Feresa attenuata)
- Gattung Orcaella
- Irawadidelfin (Orcaella brevirostris)
- Australischer Stupsfinnendelfin (Orcaella
heinsohni)
- Unterfamilie Cephalorhynchinae
- Gattung Schwarz-Wei?-Delfine (Cephalorhynchus)
- Commerson-Delfin (Cephalorhynchus commersonii)
- Wei?bauchdelfin (Cephalorhynchus eutropia)
- Heaviside-Delfin (Cephalorhynchus heavisidii)
- Hector-Delfin (Cephalorhynchus hectori)
- Gattung Sotalia
- Sotalia (Sotalia fluviatilis)
- Gattung Sousa
- Kamerunflussdelfin (Sousa teuszii)
- Chinesischer Wei?er Delfin (Sousa chinensis)
Nicht zu dieser Familie geh?ren die vier Arten der Flussdelfine.
Delfine und Menschen
Haltung
Von allen Delfinarten ist der Gro?e T?mmler (Tursiops truncatus)
die bekannteste. Er wird am h?ufigsten in Delfinarien gehalten und kann dort
auch seit Jahren erfolgreich nachgez?chtet werden. Die Haltung von Delfinen
in Delfinarien ist jedoch stark umstritten, da u. a. ein Becken nicht die
Standards eines Meeres besitzt. Der gr??te Delfin ist der Orca, welcher
gerne wegen seiner Popularit?t als ?Zuschauermagnet? benutzt wird.
Wegen der hohen Lernf?higkeit werden Gro?e T?mmler vom Milit?r in den USA
und in Russland gehalten, um beispielsweise Seeminen an feindlichen Schiffen
zu installieren oder Minen zu entsch?rfen. Dass Delfine abgerichtet wurden,
um gegnerische Kampftaucher zu t?ten, ist vermutlich eine Legende, die im
Gefolge des Thrillers The Day of the Dolphin von Mike Nichols aus dem
Jahre 1973 entstanden ist.
Auch f?r die Delfintherapie schwerkranker (zum Beispiel autistischer)
Menschen werden Delfine eingesetzt, die sich aufgrund ihrer Verspieltheit
daf?r besonders eignen. Meist halten sich die Patienten an der R?ckenflosse
des Delfins fest und werden von ihm durch das Wasser gezogen. Bei vielen
Patienten l?sen sich dadurch Blockaden. Die Delfintherapie ist jedoch
ebenfalls umstritten, da der gleiche Effekt meist auch mit anderen Tieren zu
wesentlich geringeren Kosten erzielt werden kann.
Delfine in der Mythologie
In der griechischen Mythologie tauchen Delfine als Tier der G?ttin
Demeter auf. Als der Sonnengott Apollon auf einer Insel mitten im Meer
geboren wurde, wurde er anschlie?end von einem Delfin an Land gebracht. Als
Sternbild in den Himmel erhoben wurde der Delfin, weil er Poseidon half, die
Hand der Meeresnymphe Amphitrite zu gewinnen. In vielen altgriechischen
Darstellungen ritten die Nereiden auf dem R?cken von Delfinen. Der aus Neid
?ber Bord geworfene S?nger Arion von Lesbos wurde der Sage nach von Delfinen
gerettet.
Aufgrund der Wertsch?tzung des Delfins und seiner ?beraus positiven
Besetzung in der Mythologie wurde er in der Heraldik des europ?ischen
Mittelalters auch als Wappentier verwendet. Am folgenreichsten war die
entsprechende Verwendung durch die Grafen von Vienne, die letztlich dazu
f?hrte, dass der franz?sische Kronprinz ?ber Jahrhunderte den Titel
Dauphin, also eben ?Delfin?, f?hrte.
Auch in der modernen Mythologie und Esoterik spielen Delfine eine
erhebliche Rolle. Insbesondere der amerikanische Neurophysiologe John
Cunningham Lilly, der in den sechziger und siebziger Jahren obskure
Experimente mit Isolationstanks und LSD betrieb und behauptete, so mit
Delfinen kommunizieren zu k?nnen, machte Delfine zum Symboltier in der
Esoterik- und Hippie-Bewegung. In den f?nfziger und sechziger Jahren hatte
Lilly zun?chst wissenschaftlich anerkannte Beitr?ge zur Kommunikation und
zur Verhaltensphysiologie der Delfine geleistet.
Sonstiges
Delfine sind gern genutzte Figuren in Literatur und Film. Ein bekannter
Roman ist Ein vernunftbegabtes Tier (Aufbau Tb 2003 ISBN 3746612225)
von Robert Merle. Auch die Figur "Flipper" aus der gleichnamigen
Fernsehserie ist sehr bekannt. In Macht?s gut, und danke f?r den Fisch
von Douglas Adams erleben wir das R?tsel einer neuen Erde, ?hnlich der
alten, aber diesmal ohne Delfine.
In David Brins Roman "Sternenflut" sind Delfine der Gattungen Tursiops
und Steno als eine von zwei Rassen (neben den Schimpansen) durch den
Menschen mittels genetischer Ver?nderung auf eine h?here Bewusstseins- und
Intelligenzebene "erhoben" worden (engl. "uplifting"). In Brins
Uplift-Universum besitzen sie daher eine dem Menschen vergleichbare
Intelligenz und Stellung in der Gesellschaft.
Die Sch?pfer der ?Delfinstrategie? w?hlten den Delfin als Metapher f?r
ihre Managementmethode. Als ?Delphinflug? bezeichnet man metaphorisch eine
im Segelflug angewandte, dem Schwimmstil von Delfinen gleichende
Flugstrategie.
Delfinschutzgebiet
Das Aquatorium zwischen den Inseln Cres und Lo?inj in Kroatien wurde 2006
offiziell zu einem Delfinschutzgebiet erkl?rt. Es ist dies somit eines der
ersten Schutzgebiete der Welt f?r Delfine und das erste im Mittelmeerraum.
Die Organisation Blue World, welche ihren St?tzpunkt in der
nahegelegenen K?stenortschaft Veli Lo?inj hat, und sich aktiv f?r den Schutz
von Delfinen und anderen Meerestieren einsetzt, informiert ?ber das genaue
Verhalten bei Sichtungen von Delfinen, wie man Boote steuern sollte, uvm. In
Veli Lo?inj befindet sich auch ein kleines Delfin-Museum. Jedes Jahr im
August findet ein gro?es Delfin-Fest in der Ortschaft statt, bei dem
versucht wird die Bev?lkerung auf die Meerestiere und den Naturschutz
aufmerksam zu machen. (siehe auch Blue World, Delfinschutz)
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