Wallpaper

Empfehlung



Seite: 1  (Von 1)

Hummeln

Allgemein

Ein Hummelvolk besteht je nach Hummelart aus etwa 50 bis 600 Tieren und einer K?nigin. Die Mehrzahl der Tiere sind Arbeiterinnen, daneben hat das Volk auch Drohnen (M?nnchen) und Jungk?niginnen. Ein Volk ?berlebt in Europa nur einen Sommer und geht am Jahresende zugrunde (siehe Fortpflanzung und Nestbau).

Drohnen und Arbeiterinnen leben etwa drei bis vier Wochen, die K?nigin wird bis zu einem Jahr alt und verbringt von dieser Zeit bis zu 8 Monate im Winterschlaf. Die Hummel ist sehr fr?h im Jahr unterwegs und sie erzeugt die zum Fliegen notwendige K?rpertemperatur durch Vibrationen der Brustmuskulatur. So kann die K?nigin bei Temperaturen ab 2 ?C fliegen und Arbeiterinnen ab 6 ?C. Eine Biene zum Vergleich braucht eine Mindesttemperatur von 8 ?C. W?hrend der Nahrungsaufnahme k?nnen Hummeln ihre K?rpertemperatur konstant halten.
 

K?rperbau

Der kr?ftige, rundlich ovale K?rper besteht aus 3 Abschnitten: dem Kopf, dem Thorax und dem Abdomen. Er ist pelzartig mit Haaren bedeckt, was sie vor K?lte sch?tzt, au?erdem mehrfarbig gestreift, meist Gelb-Schwarz. Diese F?rbung kommt in unterschiedlicher Weise z. B. bei der Ackerhummel und der Steinhummel vor, w?hrend etwa die Dunkle Erdhummel und die Gartenhummel eine wei?e Hinterleibsspitze haben und sich stark gleichen.

Hummeln haben einen R?ssel zur Nahrungsaufnahme, der je nach Art unterschiedlich lang ist. Bei den K?niginnen betr?gt die L?nge im Durchschnitt ca. 13 mm, bei Arbeiterinnen ca. 12 mm und bei Drohnen ca. 10 mm. Es sind jeweils paarig F?hler, Facettenaugen und transparente Fl?gel vorhanden sowie 6 mehrgliedrige Beine.

Die K?niginnen werden je nach Art zwischen 15 und 23 mm lang, bei einer Spannweite von 18?43 mm, die Arbeiterinnen und Drohnen werden 8?21 mm lang und haben eine Spannweite von 18?34 mm. Die Gr??e variiert auch innerhalb der eigenen Arten, sowohl bei Drohnen als auch bei Arbeiterinnen.
 

Verbreitung und Arten

Weltweit gibt es etwa 250 Hummelarten, die vor allem in den gem??igteren und k?hleren Regionen der Nordhalbkugel vorkommen. Besonders artenreich sind die Hummeln in Europa und Asien vertreten, sie besiedeln praktisch die gesamte eurasische Landfl?che n?rdlich des Himalaya. Sie fehlen in Afrika s?dlich der Sahara und in Australien, in Indien sind sie nur oberhalb von 1000 m zu finden, wenige Arten bewohnen die Berge von Taiwan, Java und Sumatra. In w?rmeren Regionen sind Hummeln weitgehend auf Gebirge beschr?nkt, auch in Amerika, wo sie in vergleichsweise wenigen Arten bis nach Feuerland verbreitet sind. Allerdings gibt es auch einzelne Arten, die das Amazonasbecken besiedeln.

In Europa gibt es etwa 70 Arten, 36 davon in Deutschland.

Auf der "Roten Liste" der bedrohten Arten stehen zur Zeit 16 Hummelarten (Auflistung siehe Weblinks). In einigen Regionen, z. B. in Nordrhein-Westfalen, sind bereits einige Arten ausgestorben. Hummeln sind neben Hornissen und Wildbienen in Deutschland durch das Bundesnaturschutzgesetz gesch?tzt, ?hnliche Schutzbestimmungen gibt es in vielen anderen L?ndern.

Europ?ische Hummelarten

(nach lateinischem Namen sortiert)

  • Alpenhummel (Bombus alpinis)
  • Tonerdhummel (Bombus argillaceus)
  • Armeniacushummel (Bombus armeniacus)
  • Kryptarum-Erdhummel (Bombus cryptarum)
  • Cullumanushummel (Bombus cullumanus)
  • Deichhummel (Bombus distinguendus)
  • Dufthummel (Bombus fragans)
  • Eisenhuthummel (Bombus gerstaeckeri)
  • Ungarische Hummel (Bombus haematurus)
  • Gartenhummel (Bombus hortorum)
  • Ver?nderliche Hummel (Bombus humilis)
  • Baumhummel (Bombus hypnorum)
  • Unerwartete Hummel (Bombus inexpectatus)
  • Heidehummel (Bombus jonellus)
  • Laesushummel (Bombus laesus)
  • Steinhummel (Bombus lapidarius)
  • Berglandhummel (Bombus lapponicus bzw. B. moniticola)
  • Hellgelbe Erdhummel (Bombus lucorum)
  • Gro?e Erdhummel (Bombus magnus)
  • Trughummel (Bombus mendax)
  • Berhummel (Bombus mesomelas)
  • Grauwei?e Hummel (Bombus mucidus)
  • Mooshummel (Bombus muscorum)
  • Ackerhummel (Bombus pascuorum)
  • Obsthummel (Bombus pornorum)
  • Wiesenhummel (Bombus pratorum)
  • Pyren?enhummel (Bombus pyrenaeus)
  • Grashummel (Bombus ruderarius)
  • Feldhummel (Bombus ruderatus)
  • Baltische Hummel (Bombus sernenoviellus)
  • H?henhummel (Bombus sicheli)
  • Distelhummel (Bombus soroeensis)
  • Erdbauhummel (Bombus subterranus)
  • Waldhummel (Bombus sylvarum)
  • Dunkle Erdhummel (Bombus terrestris)
  • Sandhummel (Bombus veteranus, Bombus equestris)
  • Bergwaldhummel (Bombus wurfleini)

Kuckucks- bzw. Schmarotzerhummeln

Sozialparasit?re Arten, sogenannte Kuckucks- oder Schmarotzerhummeln, nisten sich in Nestern ihrer Artgenossen ein, um ihren Nachwuchs von den Bewohnern gro?ziehen zu lassen. Bei diesen Arten gibt es keine Arbeiterinnen. Es gibt zehn solcher Arten, davon sechs in Deutschland wie z. B. die vierfarbige Kuckuckshummel. Sie wurden in der Vergangenheit oft als eigene Gattung Psithyrus betrachtet.

Die Schmarotzer fressen die Eier des Volkes und versuchen, eigene zu legen. Gelingt das, verdr?ngt der Nachwuchs der Sozialparasiten den des Wirtes, es entwickeln sich weniger K?niginnen. Die Schmarotzer haben wie jede Hummelart ihren festen Platz im ?kologischen Kreislauf.

  • B?rtige Kuckuckshummel (Bombus barbutellus)
  • Angebundene Kuckuckshummel (Bombus bohemicus)
  • Feld-Kuckuckshummel (Bombus campestris)
  • Gelbe Alpenkuckuckshummel (Bombus flavidus)
  • Kinnbacken-Kuckuckshummel (Bombus maxillosus)
  • Norwegische Kuckuckshummel (Bombus norvegicus)
  • Vierfarbige Kuckuckshummel (Bombus quadricolor)
  • Felsenkuckuckshummel (Bombus rupestris)
  • Wald-Kuckuckshummel (Bombus sylvestris)
  • Keusche Kuckuckshummel (Bombus vestalis)

Systematik

Innerhalb der Bienen geh?ren die Hummeln zur Gruppe der K?rbchensammler, eine monophyletische Gruppe, zu der unter anderen auch die Honigbienen geh?ren. Die phylogenetische Struktur innerhalb der Gruppe ist bisher nicht befriedigend gekl?rt, so l?sst sich nach derzeitigem Stand der Forschung nicht sagen, welches die Schwestergruppe der Hummeln ist.

Die Hummeln selbst werden in eine Reihe von etwa 35 Untergattungen unterteilt, deren Abgrenzung voneinander aber schwierig ist, da die Hummeln einen sehr einheitlichen K?rperbau haben. Von vielen Autoren wurden die Kuckuckshummeln der Untergattung Psithyrus als eigene Gattung abgespalten. Phylogenetische Untersuchungen deuten aber darauf hin, dass Abweichungen im K?rperbau bei den Kuckuckshummeln lediglich als Anpassungen an die Lebensweise zu deuten sind, Psithyrus bildet offenbar keine Schwestergruppe zu den ?brigen Hummeln, wie aus dem folgenden Kladogramm ersichtlich:

Bombus
 `------ Mendacibombus
   `------- Confusibombus
     `-------- Mucidobombus
       |--------- Eversmannibombus
       |      `---- Psithyrus
       `------ (?brige Untergattungen)

Der Versuch, die Gattung Bombus in mehrere monophyletische Gattungen aufzuspalten, um Psithyrus zum Gattungsrang erheben zu k?nnen, gilt wegen der Einheitlichkeit der gesamten Gruppe allgemein als nicht befriedigend. Da au?erdem auch au?erhalb von Psithyrus einige parasitische Hummelarten bekannt sind, wird inzwischen von den meisten Autoren Psithyrus nur als Untergattung angesehen.

Fortpflanzung und Nestbau

Nicht alle im Herbst befruchteten Jungk?niginnen ?berleben den Winter und gr?nden im n?chsten Jahr auf sich gestellt ein neues Volk. Die Jungk?nigin sucht im Fr?hling allein einen geeigneten Platz f?r das Nest. Je nach Art eine geeignete Erdh?hle, zum Beispiel ein Mauseloch (Erdhummeln), eine Moosschicht oder auch einen hohlen Stamm. Die Baumhummeln nisten auch in verlassenen Vogelnestern. Die Nester werden meist nur ein Jahr genutzt, selten kehrt eine K?nigin zu ihrem alten Nest zur?ck. In den Tropen gibt es mehrj?hrige Kolonien.

Die K?nigin sammelt Nektar und Pollen, die sie zu sogenanntem ?Bienenbrot? verarbeitet, auf das sie in einer aus Wachs geformten ?Zelle? die ersten Eier legt. Das Wachs f?r die Zellen scheiden die K?nigin und sp?ter auch die Arbeiterinnen aus dem Hinterleib aus. Als Nahrungsquelle f?r sich, die Larven und die geschl?pften Hummeln baut die K?nigin au?erdem einen kleinen ?Topf?, den sie mit Honig f?llt. Das T?pfchen wird oft in der N?he der Eier positioniert. Um die Eier warm zu halten, setzt sich die K?nigin nach der ersten Eiablage bei Bedarf zum Br?ten darauf und ihr Kopf ist h?ufig dem Honigt?pfchen zugewandt. So kann sie jederzeit mit dem R?ssel Honig aufnehmen, ohne dass sie die Eier zur Nahrungsaufnahme verlassen muss. Die Zellenanordnung ist urnen- oder krugf?rmig locker zu einem aufrecht stehenden Haufen gruppiert. Um den Brutbereich herum befindet sich eine isolierende H?lle aus Gras, Haaren und Moos, welche mit Wachs oder Honig verklebt ist. Oft wird das Nest mit einer Wachsschicht gegen W?rmeverluste abgedichtet, die regelm??ig erneuert und ausgebessert wird.

Beim Br?ten werden Temperaturen bis zu 38 ?C erreicht. Die konstante Nesttemperatur betr?gt etwa 30?33 ?C. W?hrend der ersten zehn Tage durchl?uft die Brut verschiedene Larvenstadien, in denen sie kleinen Maden ?hneln. Die K?nigin bei?t kleine ?ffnungen in die Brutzellen und f?ttert die Larven bis zu zehn Tage lang. Sie verpuppen sich anschlie?end Schmetterlingen ?hnlich und schl?pfen nach einer etwa 10 t?gigen Metamorphose als Hummeln mit Fl?geln. Anschlie?end baut die K?nigin weitere Zellen.

Von diesem Zeitpunkt an sondert die K?nigin bis in den Herbst hinein permanent ein Hormon in den Bau ab, weshalb die sp?ter schl?pfenden Arbeiterinnen keine Eier legen k?nnen. Erst im Falle eines vorzeitigen Todes der K?nigin und dem damit verbundenen R?ckgang der von ihr zuvor im Bau erzeugten Hormonkonzentration w?ren die Arbeiterinnen im Stande, selbst wieder Eier zu legen.

Verschiedenen Quellen zufolge bewirkt eine geringere Nahrungsaufnahme w?hrend des Larvenstadiums im Vergleich zu der von kr?ftigen Arbeiterinnen versorgten Brut den kleineren K?rperbau der erstgeschl?pften Hummeln. Die danach geschl?pften Arbeiterinnen helfen anschlie?end der K?nigin bei der Aufzucht weiterer Hummeln. Die K?nigin ist nur f?r das Legen der Eier, die Fortsetzung der staatsregulierenden Hormonabgabe und die Aufzucht der Nachkommen verantwortlich, die Nahrungssuche hingegen ist Aufgabe der Arbeiterinnen.

In den Hummelnestern gibt es Milben, die als N?tzlinge den Kot verwerten und damit f?r Hygiene sorgen.

M?nnliche Hummeln, auch Drohnen genannt, beteiligen sich nicht an Brutpflege und Nahrungssuche, sondern w?rmen gelegentlich die Eier. Das Paarungsverhalten der verschiedenen Arten ist unterschiedlich. Die Drohnen einiger Arten fliegen stundenlang umher und verteilen Duftspuren, um K?niginnen anzulocken. Baumhummeldrohnen fliegen Jungk?niginnen bereits in der Luft an und werden oft wieder mit ins Nest getragen.

Erst im Herbst stellt die K?nigin ihre Hormonabgabe ein und die Arbeiterinnen beginnen bald darauf, unbefruchtete Eier zu legen, die jedoch ?berwiegend sofort wieder von der K?nigin zerst?rt werden. Im Bau kommt es im weiteren Verlauf zu einer zunehmenden Steigerung der gegenseitigen Aggressivit?t und die Arbeiterinnen versuchen nun ihrerseits auch die Eier der K?nigin aufzufressen. Es entsteht eine allgemeine Anarchie und bei heftigen K?mpfen wird am Ende die alte K?nigin von ihren eigenen Arbeiterinnen get?tet. Doch auch die verbleibenden Arbeiterinnen ?berstehen in der Regel den kommenden Winter nicht.
 

Nahrungssuche, Best?ubung und Zucht

Hummeln geh?ren neben Bienen und Fliegen zu den wichtigsten Best?uberinsekten. Ihre Temperaturunempfindlichkeit erm?glicht es Hummeln, weitaus l?nger als Bienen auf Nahrungssuche zu sein. Hummeln fliegen t?glich in bis zu 18 Stunden bis zu 1000 Bl?ten an, um Nahrung zu suchen, selten mehr als 2 verschiedene Bl?tenarten je Flug. Einige Pflanzenarten, zum Beispiel Taubnesseln, werden ausschlie?lich von langr?sseligen Hummeln w?hrend der Nektarentnahme best?ubt. Sie best?uben neben anderen auch viele Obstarten.

Hummeln fliegen im Gegensatz zu Bienen auch bei schlechtem Wetter Bl?ten an, um das ?berleben ihres Volkes zu sichern, da ihre Nahrungsvorr?te kleiner sind als die der Bienen. Sie ern?hren sich von Pollen und Nektar, die Arbeiterinnen decken ihren extrem hohen Energiebedarf ?ber Nektar. Die Eigenschaft, auch in feuchten Sommern die Bl?tenbest?ubung zu sichern und die geringe Temperaturempfindlichkeit im Vergleich zu Bienen macht sie besonders in regnerischeren Sommern mit niedrigen Durchschnittstemperaturen zu wichtigen Helfern vieler Pflanzenarten, darunter etliche Obst- und Gem?searten.

Zucht

Die gro?e Anzahl angeflogener Bl?ten macht das Z?chten attraktiv. Es gibt Hummelz?chter, die die Insekten unter anderem an Obstbauern verkaufen. Hierbei werden die Hummeln in einem Karton verschickt, der zwei von einander getrennte Kammern enth?lt, damit die Hummeln ihren Lebensbereich von Kot frei halten k?nnen.

Sammeltechniken

Der lange Saugr?ssel vieler Arten erm?glicht die Nektarsammlung aus tiefkelchigen Pflanzen. Hummeln sind kr?ftig genug, um geschlossene Bl?ten zu ?ffnen. Sie bei?en gelegentlich Nebeneing?nge in Bl?tenkelche, um sich den Weg zum Nektar zu erm?glichen. Der Nektar wird im Magen gesammelt und im Nest wieder hochgew?rgt.

Aus dem Nektar stellen Hummeln mit Hilfe k?rpereigener Enzyme Honig her, der aber f?r Menschen wegen der geringen Vorr?te nicht interessant ist. Der Honig wird in leeren Brutzellen aufbewahrt.

Beim Vibrationssammeln h?ngt die Hummel an einer Bl?te und erzeugt durch Fl?gelschlagen Vibrationen. Dadurch l?st sich Pollen, der die Hummel dann am ganzen K?rper bedeckt. Sie b?rstet ihn ab und formt daraus Klumpen.

Der Pollentransport geschieht generell an den Hinterbeinen, deren lange Borsten die durch Belecken verklebten Pollenh?schen halten.
 

Verteidigungsverhalten

Hummeln k?nnen bei?en, die Arbeiterinnen k?nnen auch mit ihrem Wehrstachel stechen. Diese verf?gen jedoch nur ?ber einen relativ schwach ausgebildeten Stechapparat. Beim Stich wird ein Gift auf das Opfer ?bertragen.

Viele Quellen geben an, dass Hummeln ihren Stachel zwar ausfahren k?nnen, es ihnen aber mangels oder aufgrund zu schwach ausgebildeter, notwendiger Muskeln wie ihn etwa Bienen haben, nicht gelingt, den Stachel aus eigener Kraft durch die Haut von Menschen bzw. in Tierk?rper zu sto?en. Tritt jemand auf eine Hummel, kann es jedoch durchaus zu einem Stich kommen, weil dann der Widerstand des Bodens die fehlenden Muskeln ausgleicht. Dasselbe ist auch beim Festhalten einer Hummel m?glich.

Hartn?ckig h?lt sich das weitverbreitete Ger?cht, Hummeln k?nnten ?berhaupt nicht stechen. Das ist jedoch nicht richtig. Wenn eine Hummel ihr Nest oder ihr Leben verteidigt, kann ihr Stich aufgrund der Wucht des Anflugs durchaus auch durch die Haut von Menschen gehen, wobei selbst ein Anritzen der Haut im Vorbeiflug bereits unangenehme Folgen haben kann.

Wie andere friedliche Stechimmen, Bienen, Wespen und Hornissen, stechen Hummeln eher selten, das hei?t nur dann, wenn sie sich wie zum Beispiel beim Quetschen ihres K?rpers bedroht f?hlen. Bef?rchten sie einen Angriff auf ihr Nest, legen sie sich bedrohlich brummend auf den R?cken. Wenn darauf kein R?ckzug erfolgt, kann es auch zu Attacken mit Bissen und Stichen kommen. Die verschiedenen Hummelarten haben ein unterschiedlich ausgepr?gtes Aggressionspotenzial, unter ihren Verwandten sind jedoch die Hummeln die friedlichsten Wehrstacheltr?ger.

Beim Menschen zwickt der Biss nur geringf?gig, jedoch kann ein Stich durch das eingespritzte Gift durchaus schmerzhaft sein. Wie die Stiche und Gifte von Bienen und Hornissen sind die ?u?erst seltenen Hummelstiche sowie ihr sich von den Bienen unterscheidendes Gift f?r die meisten Menschen harmlos. Lediglich f?r Allergiker besteht die Gefahr eines Allergieschocks.
 

Nat?rliche Feinde

Neben den schmarotzenden Kuckuckshummeln ist die Gro?e Wollbiene (Anthidium manicatum) f?r die Hummeln gef?hrlich. Die M?nnchen der Gro?en Wollbiene verteidigen ihr Revier gegen eindringende Bienen und Hummeln, indem sie auf diese zufliegen und kurz vor dem Zusammenprall ihren dornenbewehrten Hinterleib nach vorn kr?mmen. Dabei werden h?ufig die Fl?gel der Angegriffenen zerst?rt. Die flugunf?higen Insekten verhungern.

Wollbienen sch?digen einzelne Hummeln, die Nachkommenschaft der Wachsmotte kann ein ganzes Hummelvolk vernichten. Die Wachsmotte fliegt durch Nektar- und Pollenduft angelockt in das Hummelnest und legt dort Eier. Die daraus schl?pfenden Larven fressen die Waben samt enthaltenen Hummeleiern und -larven. Der Nachwuchs der Hummeln bleibt aus und das betroffene Hummelvolk erlischt.

Viele Hummelarten sind als Wirte der Bienenameisen (Familie Mutillidae) bekannt. Die weiblichen Bienenameisen sind stark gepanzert, fl?gellos und sehr wehrhaft. Sie dringen in die Hummelnester ein und legen in einige Zellen je ein Ei. Nach Verzehr der kompletten Brut verpuppt sich die Bienenameisenlarve in der Zelle. Sp?ter schl?pfen dann erwachsene Tiere. Der Befall durch eine Bienenameise f?hrt nicht unbedingt zum Niedergang des kompletten Hummelvolks.

Die Dickkopffliege, ein Endoparasit, legt ihr Ei in Hummeln, Bienen und Wespen ab. Die Larven ern?hren sich dann von den Innereien des Wirtes. Stirbt dieser, verpuppen sie sich im leergefressenen K?rper.

Milben setzen sich auf der Hummel fest und ern?hren sich von deren Blut, was zur Schw?chung f?hrt.
 

Hummelsterben

H?ufig finden sich unter sp?tbl?henden Linden, besonders unter Silberlinden, viele tote und sterbende Hummeln.

Die f?r Bienen und Hummeln unverdauliche Zuckerart Mannose stand lange unter dem Verdacht, den Tod der Hummeln verursacht zu haben. Sie kommt jedoch nach neueren Erkenntnissen nicht im Nektar dieser Linden vor.

Laboruntersuchungen ergaben, dass die dort verendenden Tiere einen sehr geringen Zuckergehalt im K?rper hatten. Diese Hummeln sind nach kurzer Zeit wieder flugf?hig, wenn man ihnen beispielsweise mit einer kleinen Spritze einige Zuckerwassertropfen auf dem Boden anbietet, welche sie mit ihrem R?ssel direkt aufnehmen k?nnen. Daraus wurde die Schlussfolgerung gezogen, dass aufgrund von Nahrungsmangel in der n?heren Umgebung von Linden auch viele andere Hummelv?lker und Bienen hier auf Nahrungssuche gehen und es daher zu einer starken Verknappung des Angebotes kommt. Der Theorie nach haben die Hummeln dann f?r den Anflug soviel Energie verbraucht, dass sie keine andere Nahrungsquelle mehr aufsuchen k?nnen.

Hummeln haben im Gegensatz zu den Bienen kein Zeitged?chtnis, welches ihnen auch erm?glichen w?rde, die morgens und abends Nektar produzierenden B?ume gezielt anzufliegen.
 

Hummelschutz

Landschaftsarchitekten sowie die Landschaftsg?rtner sind mitverantwortlich f?r die Pflanzenvielfalt. Bei den Bepflanzungspl?nen ist ein ausgewogenes Verh?ltnis von fr?h- und sp?tbl?henden Pflanzen wichtig. Ebenso ist der durch die Intensivlandwirtschaft bedingte Artenschwund vieler Pflanzen verantwortlich f?r den R?ckgang vieler nicht so anpassungsf?higer Hummelarten.

Kleing?rtner k?nnen durch die Auswahl nektarreicher Arten, die vor allem im Sp?tsommer und Herbst bl?hen, einen Beitrag zum Hummel- und Bienenschutz leisten. Es sollten nicht zu viele verschiedene Pflanzenarten gew?hlt werden, da Hummeln, die nur einen Sommer bis in den Herbst hinein leben, erst m?hsam erlernen m?ssen, den jeweiligen Pflanzen den Nektar zu entnehmen. Wegen der unterschiedlichen Bl?tenformen ist die Technik hierf?r nicht f?r alle Pflanzen gleich. Die zeitaufwendige Lernphase wird von den Tieren nur begonnen, wenn es sich aufgrund eines ausreichenden Angebots lohnt.
 

Kulturgeschichte und Volksglauben

Durch ihre Gr??e und ihren lauten Brummton beim Fliegen sind Hummeln sehr prominente Insekten, die auch in der Kulturgeschichte des Menschen eine Rolle spielten. So stellten die Hummeln nach einem alten Aberglauben eine Verk?rperung von Hexen dar, die diese annehmen konnten, wenn sie daf?r ihren K?rper verlie?en. Im Volksglauben ging man regional au?erdem davon aus, dass man auch alle anwesenden Hexen verbrennen musste, wenn man in einer Kirche eine geweihte Hummelwachskerze entz?ndet hat. B?sewichte sollten nach einem anderen Aberglauben zur Strafe nach ihrem Tod in Hummelgestalt erscheinen. Unterirdisch summende Hummeln wurden als Totengeister gef?rchtet. Auch der Teufel nimmt nach einem Aberglauben Hummelgestalt an und zeitweise war es ?blich, den Teilnehmern von Schwarzen Messen statt einer Hostie eine Hummel in den Mund zu legen. In Schwaben war die Hummel als Krankheitsd?mon gef?rchtet und zur Bek?mpfung einer Viehseuche wurde eine Hummel begraben.

G?nzlich anders ist der Volksglaube der geldbringenden Kobolde, die in der Gestalt von Hummeln in die Geldb?rse gesperrt werden sollten und diese vor dem Versiegen sch?tzen. Ein Honigdieb, der es unbemerkt schafft, den Hummeln den Honig zu stehlen, sollte au?erdem einen gro?en Schatz finden. In der Wettervorhersage bedeuteten Hummeln Fr?hlings- oder sonniges Wetter; wenn die Hummeln nicht ausfliegen, wird es Regen geben.

Hummelflug hei?t das wohl bekannteste St?ck von Nikolai Rimski-Korsakow, es ist ein Teil der Oper Das M?rchen vom Zaren Saltan.

Das Hummel-Paradoxon

Hartn?ckig h?lt sich in popul?rer Literatur die Legende, dass eine Hummel nach den Gesetzen der Aerodynamik nicht fliegen k?nne. Die Geschichte kursierte zun?chst als Scherz Anfang der 1930er Jahre unter Studenten des renommierten Aerodynamikers Ludwig Prandtl an der Universit?t G?ttingen, und sie wurde begierig von der Presse aufgenommen. Nach dieser Geschichte soll eines Abends in einer Gastst?tte ein Biologe einen Aerodynamiker gefragt haben, warum eine Biene oder Hummel fliegen k?nne. Die Antwort des Aerodynamikers soll nach einer kurzen Berechnung auf einem Bierdeckel oder einer Serviette in etwa so gelautet haben:

Die Hummel hat 0,7 cm? Fl?gelfl?che und wiegt 1,2 Gramm. Nach den Gesetzen der Aerodynamik ist es unm?glich, bei diesem Verh?ltnis zu fliegen.

Dazu gedichtet wurden meist noch anschlie?ende S?tze wie:

Die Hummel k?mmert das nicht und sie fliegt trotzdem. oder

Da die Hummel die Gesetze der Aerodynamik nicht kennt, fliegt sie doch.

Der Aerodynamiker soll seine Berechnungen vor dem Hintergrund, dass er die Fl?gel der Hummel f?lschlich als steif angenommen hatte, nochmals ?berdacht haben. Aus der sp?teren Antwort lie? sich aber wohl keine Schlagzeile machen. Es ist umstritten, wer dieser Aerodynamiker war. In einigen Quellen wird vermutet, dass es sich um den Schweizer Gasdynamiker Jacob Ackeret (1898?1981) gehandelt haben k?nnte. Eventuell war es auch Andr? Saint-Lagu?, ein Assistent des franz?sischen Entomologen Antoine Magnan. Letzterer erw?hnt eine ?hnlich lautende Behauptung seines Assistenten zum Flug der Insekten 1934 in seinem Buch Le Vol des Insectes.

Tats?chlich gibt es kein Paradoxon. Die Aerodynamik eines Flugzeuges und die einer Hummel unterscheiden sich nicht nur in der Bewegung der Fl?gel, sondern auch aufgrund anderer Gr??en- und Geschwindigkeitverh?ltnisse und damit anderer Reynoldszahlen. Theorien hierzu wurden schon in den 1930er Jahren entwickelt. Dabei spielten insbesondere Wirbel eine entscheidende Rolle. Der experimentelle Nachweis dazu wurde 1996 erbracht, als Charles Ellington von der Universit?t Cambridge Versuche zum Insektenflug vornahm: durch den Fl?gelschlag werden Wirbel erzeugt, die der Hummel den n?tigen Auftrieb verschaffen, und die Existenz dieser Wirbel lie? sich mit optischen Mitteln zeigen.
 

Siehe auch

  • Insektenkunde
  • Hummelnestmotte
  • Bienen

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel http://de.wikipedia.org/wiki/Hummeln aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation . In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.




Hummel
Größe der Datei: 96 KB
Auflösung: 1024 * 768
Views heute: 1418
Views gesamt: 1527