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Katzen (Hauskatze)
Die Hauskatze (Felis catus) ist ein kleines,
fleischfressendes, zu den Katzen geh?rendes S?ugetier. Sie stammt
urspr?nglich von der nordafrikanischen Wild- oder Falbkatze Felis
silvestris f. lybica ab und ist ein seit mindestens etwa 9500 Jahren vom
Menschen gehaltenes Haustier [1]. Sie z?hlt zu den
beliebtesten Heimtieren.
Man unterscheidet dabei Hauskatzen und Rassekatzen. Erstere weisen eine
breite Vielfalt von Wuchstypen und Fellfarben auf. Rassekatzen, durch
langj?hrige Z?chtung aus Hauskatzen entstanden, m?ssen dem jeweiligen
Z?chtungsstandard entsprechen, der von Rasse zu Rasse deutlich
unterschiedlich sein kann. Beide Typen umfassen alle Katzen, die in mehr
oder weniger direktem Kontakt mit dem Menschen leben und daher als
domestiziert gelten.
K?rpermerkmale
?u?ere Merkmale
Hauskatzen sind im Durchschnitt etwa f?nfzig Zentimeter lang und vier
Kilogramm schwer. Die L?nge des Schwanzes betr?gt etwa 25 bis 30 Zentimeter
und die Schulterh?he 30 bis 35 Zentimeter. Die M?nnchen sind etwas gr??er
als die Weibchen. So betr?gt die durchschnittliche Kopf-Rumpf-L?nge
verwildert auf der Macquarieinsel vorkommender m?nnlicher Hauskatzen 52,2
Zentimeter, die Schwanzl?nge 26,9 Zentimeter und das Gewicht 4,5 Kilogramm.
Weibchen sind durchschnittlich 47,8 Zentimeter lang, besitzen einen 25,2
Zentimeter langen Schwanz und ein Gewicht von 3,3 Kilogramm. Die National
Geographic Society (1981) gibt die durchschnittliche Kopf-Rumpf-L?nge
mehrerer beliebter Rassen der Hauskatze mit 46 Zentimetern und die
Schwanzl?nge mit 30 Zentimetern an.
Die Hauskatze besitzt eine M-f?rmige Zeichnung auf der Stirn und im
dominanten Wildtyp einen dunklen Aalstrich und schmale, dunkle Querstreifen
an den K?rperseiten. Die f?r die Hauskatze typischen Fellzeichnungen werden
als Tabby bezeichnet und es haben sich neben der des Wildtyps weitere
Zeichnungen und auch eine Vielzahl an Fellfarben herausgebildet. In Europa,
Nordamerika und Australien ?berwiegt die gestromte Zeichnung, die oft mit
einer teilweisen Wei?f?rbung verbunden ist. Auf der Macquarieinsel sind
neunzig Prozent der verwilderten Katzen rot oder gefleckt, die restlichen
zehn Prozent sind schwarz oder mit Schildpattmuster.
Die Ohren der Hauskatze stehen aufrecht, sind spitz und k?nnen in
verschiedene Richtungen gedreht werden. Die Augen sind zum r?umlichen Sehen
nach vorne gerichtet.
St?tz- und Bewegungsapparat
Das Skelett der Hauskatze besteht aus ?ber 230 Knochen. Der Sch?del der
Katze ist kurz und robust gebaut. Die Augenh?hle ist nicht vollst?ndig
kn?chern geschlossen, der hintere Teil wird durch ein bindegewebiges Band
verschlossen. Die Wirbels?ule besteht aus 7 Hals-, 13 Brust-, 7 Lenden-, 3
zum Kreuzbein verwachsenen Kreuz- und 20?23 Schwanzwirbeln. Das
Schl?sselbein ist lediglich ein in den Musculus brachiocephalicus
eingelagerter Knochen, der mit dem ?brigen Skelett nicht in Verbindung
steht. Am unteren Ende der Schulterblattgr?te (Spina scapulae), dem
sogenannten Acromion, besitzen Katzen einen nach unten gerichteten
Processus hamatus und einen f?r Katzen typischen nach hinten gerichteten
Processus suprahamatus. Der Oberarmknochen besitzt an seinem unteren
Ende ein an der Innenseite gelegenes Loch (Foramen supracondylare)
zum Durchtritt der Arteria brachialis und des Nervus medianus. Die
Hinterbeine sind auf die Erh?hung der Kraft mehr im Sprung als im Lauf
spezialisiert. Die Katze kann dank ihrer kr?ftigen Muskulatur sehr gut
springen und schnell laufen.
Die Katze geht wie alle Kleinkatzen auf ihren Zehen. An den Vorderbeinen
hat sie f?nf Zehen, wovon eine nicht auf den Boden kommt, und vier an den
Hinterbeinen. Die scharfen gebogenen Krallen dienen zum Fangen und Halten
der Beute. Sie liegen in Ruheposition durch elastische B?nder zur?ckgezogen
in einer Hauttasche. Sie k?nnen zum Beutefang, Klettern oder zur
Verteidigung ?ausgefahren? werden.
Verdauungsapparat
Das bleibende Gebiss der Katzen hat 30 Z?hne. Es hat in jeder
Kieferh?lfte drei Schneidez?hne (Incisivi, I) und einen Eck-
oder Hakenzahn (Caninus, C). Im Oberkiefer sind drei, im
Unterkiefer nur zwei vordere Backenz?hne (Pr?molaren, P)
ausgebildet. In jeder Kieferh?lfte ist nur ein hinterer Backenzahn (Molar,
M) vorhanden.
Graphisch l?sst sich diese Zahnformel so ausdr?cken:
Das Milchgebiss der Katzen hat 26 Z?hne. Mit etwa 6 Monaten findet
der Zahnwechsel statt. In dieser Zeit kann es zu ?Doppelz?hnen? kommen, wenn
die Milchz?hne nicht ausfallen. Die hinteren Mahlz?hne haben keine
Milchzahnvorg?nger, die Zahnformel l?sst sich also folgenderma?en
darstellen:
Mit den kr?ftigen Kiefermuskeln und den scharfen Z?hnen kann die Katze
kleinere Beute rasch mit einem Biss t?ten. Die stark ausgebildeten Eckz?hne
haben hierf?r an der Basis Drucksensoren, die der Katze erlauben, den
Todesbiss genau zu dosieren. Mit den Rei?z?hnen, die enormen Druck aus?ben
k?nnen, k?nnen Fleisch und kleine Knochen zerkleinert werden. Zudem dienen
die kleinen Eckz?hne der Fellpflege.
Mit den nach hinten gerichteten stark verhornten mechanischen
Zungenpapillen auf der Zunge raspelt die Katze das Fleisch von den Knochen.
Au?erdem setzt sie ihre Zunge als B?rste beim Putzen des Fells ein.
Der Magen-Darm-Trakt der Katze ist relativ einfach gebaut und kurz. Der
Magen ist einh?hlig-zusammengesetzt. Der Blinddarm ist nur 2?4 cm lang, ein
Wurmfortsatz ist nicht ausgebildet. Der Grimmdarm ist, wie beim Menschen, in
Form eines einfachen, nach hinten offenen U gestaltet, hat aber keine
Bandstreifen.
Lebenserwartung
Im Haus lebende Katzen erreichen bei guter Pflege in der Regel ein Alter
von 12 bis 15 Jahren. Es sind vereinzelt Lebensalter von mehr als 20 Jahren
belegt. In freilaufenden Katzenpopulationen ohne menschliche Zuwendung und
medizinischer Betreuung liegt die Lebenserwartung einer Katze bei 1,4 und
3,2 Jahren (m?nnliche Tiere) bzw. 3,3 und 4,2 Jahren.(weibliche Tiere).
Diese Zahlen gehen aus Untersuchungen hervor, die durch Liberg (1980) in
einem l?ndlichen Gebiet Schwedens und Legay / Pontier (1983) in der
franz?sischen Stadt Lyon durchgef?hrt wurden.
Sinnesleistungen
Katzen sind effiziente J?ger. Vor allem der scharfe Sehsinn und das feine
Geh?r mit der Funktion des Richtungsh?rens helfen ihnen beim Auffinden der
Beutetiere.
Sehsinn
Die gro?en Augen sind frontal ausgerichtet, wodurch r?umliches Sehen und
exaktes Einsch?tzen von Entfernungen m?glich sind. Die Katze nimmt besonders
gut rasche Bewegungen wahr und sieht bei Dunkelheit um etwa 50% besser als
der Mensch. Dies wird durch die hohe Dichte an St?bchen auf der Netzhaut
m?glich. Das St?bchen-/Zapfenverh?ltnis der Netzhautrezeptoren liegt bei
etwa 63:1 (beim Menschen 20:1), variiert jedoch sehr stark zwischen Zentrum
der Netzhaut (10:1) und Peripherie (200:1). Ein weiterer Grund ist das
Tapetum lucidum, eine direkt hinter der Netzhaut liegende Zellschicht, die
das durch St?bchen und Zapfen nicht absorbierte Licht nochmals auf die
Sehzellen reflektiert. Diese Schicht ist auch der Grund, warum Katzenaugen,
im Dunkeln zu leuchten scheinen, wenn man sie anleuchtet. Katzen sehen daher
auch bei D?mmerung und in der Nacht noch sehr gut. Da die Katze ihre Augen
nur wenig nach links oder rechts bewegen kann, muss sie, um in eine andere
Richtung sehen zu k?nnen, ihren Kopf bewegen. Durch die nach vorne
gerichteten Augen ergibt sich eine starke ?berschneidung der Sehachsen, was
ein gutes r?umliches Sehverm?gen bedeutet. Der Sichtwinkel der Katze betr?gt
200-220?. Die schlitzf?rmigen Pupillen werden bei zunehmender Dunkelheit
kreisrund.
Das Auge der Katze hat wie das des Hundes 2 unterschiedliche Zapfentypen
(Dichromat), die f?r Gelb bzw. Blau empfindlich sind. Dadurch wird nur ein
Teil des menschlichen Farbspektrums abgedeckt: Rot ist eine Farbe, die
sowohl Hund wie auch Katze nicht sehen k?nnen (siehe auch: Das Auge des
Hundes), Rot wird vermutlich als gelblich gesehen; das Auge ist f?r den
Blaubereich am empfindlichsten.
Katzen sehen kleine Details nicht genau und k?nnen Farben weniger gut
unterscheiden als der Mensch, da die Anzahl farbempfindlicher Zapfen viel
geringer ist. Dennoch k?nnen Katzen ihre Umgebung in Blau- und
Gr?nschattierungen in verschiedenen Intensit?ten und Kombinationen
wahrnehmen.
Die bevorzugte Farbe der Katzen ist Blau. Dies wurde bei ?ber 2.000
Versuchen des Instituts f?r Zoologie der Universit?t Mainz festgestellt.
Unter verschiedenen Beleuchtungsverh?ltnissen hatten die Katzen die Wahl
zwischen Gelb und Blau, um an ihr Futter zu kommen. 95 Prozent entschieden
sich f?r die Farbe Blau.
Bei der Geburt haben alle Katzen blaue Augen. Ihre sp?tere Farbe
entwickelt sich im Laufe der ersten drei Monate.
Geh?r
Das Geh?r ist bei der Katze besonders gut ausgebildet und z?hlt zu den
besten unter den S?ugetieren. Es ist empfindlicher als das des Hundes und
dreimal leistungsf?higer als das des Menschen. Der Frequenzumfang des Geh?rs
der Katze umfasst 10,5 Oktaven. In den niedrigsten Frequenzbereichen ist es
mit dem des Menschen vergleichbar, in den mittleren Frequenzen dagegen weit
?berlegen. Die obere Frequenzgrenze (100 kHz) liegt im Bereich der
Ger?usche, die M?use als wichtigste Beutetiere von sich geben. Zum
Lokalisieren einer Schallquelle verharrt die Katze unbeweglich und richtet
die meist gro?en, aufgerichteten und beweglichen Ohren in die Richtung, aus
der das Ger?usch kommt.
Gleichgewichtssinn
Die Katze hat einen sehr guten Gleichgewichtssinn. Bei einem Fall aus
zwei bis drei Metern H?he kann sie sich aus fast jeder Lage in die Bauchlage
drehen, bevor sie mit nach unten ausgestreckten Pfoten auf dem Boden landet;
der Schwanz dient ihr dabei als Ruder. Beim Fall aus sehr gro?en (nicht aber
mittleren) H?hen wirkt diese Position sogar als Fallschirm und erm?glicht
eine relativ gefahrlose Landung.
Geruchs- und Geschmackssinn
Der Geruchssinn der Katze ist weniger ausgepr?gt als ihr Geh?r oder ihr
Sehsinn. Er ist schw?cher als der des Hundes, aber deutlich besser als der
des Menschen. Au?erdem dient er der Entscheidung, ob eine Speise den
Anspr?chen gen?gt, und nimmt im sozialen Leben der Katze einen hohen
Stellenwert ein.
Katzen k?nnen salzig, sauer, bitter und Umami unterscheiden, aber s??en
Geschmack nicht wahrnehmen. Sie verlieren den Appetit, wenn sie ihren
Geruchssinn beispielsweise durch Erk?ltungen einb??en.
Katzen erkennen sich am K?rpergeruch, der etwas ?ber Geschlecht, Gene,
Anwesenheit, hormonellen Status und Revieranspr?che aussagt. So sp?ren
M?tter ihre Jungen auf und halten sie am Geruch auseinander. Auch
signalisieren Weibchen durch ihren Geruch ihre Paarungsbereitschaft. Sowohl
M?nnchen als auch Weibchen markieren ihre Reviere an immer denselben,
regelm??ig inspizierten Stellen durch Duftmarken, die aus Absonderungen aus
Schwei?- und Talgdr?sen gebildet werden.
Die Schwei?dr?sen sitzen vor allem an den Fu?ballen, im Umkreis des
Maules, am Kinn, um die Brustwarzen und um den Anus. Die Talgdr?sen sind am
Oberkiefer, an der Schwanzwurzel und beim M?nnchen unter der Vorhaut
konzentriert. Kater haben zus?tzlich eine Anh?ufung von Duftdr?sen in einer
Art mit einem Kanal versehenen Tasche neben dem Anus. Alle Schwei?- und
Talgdr?sen dienen haupts?chlich der Kommunikation ?ber den Geruch. Durch
Reiben an Gegenst?nden, Artgenossen und Personen oder durch Verspritzen von
Urin als Duftmarken wird diese Information weitergegeben. Beim Aufnehmen von
D?ften hilft Katzen ein spezielles Organ, das zwischen Rachen- und
Nasenh?hle sitzt.
In Momenten starker Gef?hlsregung kann es vorkommen, dass sich der anale
Dr?senbeutel der Katze entleert und eine strengriechende braune Fl?ssigkeit
freigibt. An einigen D?ften k?nnen sich Katzen regelrecht berauschen und ?flehmen?
dann mit halb offenem Mund mit hochgezogener Oberlippe und gekr?uselter
Nase. Zu diesen D?ften geh?ren Geruchsstoffe von Pflanzen, im Besonderen
Katzenminze Nepeta cataria (Nepetalacton, Actinidin), Baldrian
Valeriana (Valepotriate?, Isovalerians?ure?, Actinidin), Actinidia
polygama (Matatabilacton, Actinidin) und Katzengamander Teucrium
marum (Teucriumlacton C), aber auch dem Menschen eigene Ger?che. Zudem
werden durch das so genannte ?Flehmen? auch oft neue Ger?che aufgenommen und
abgespeichert.
Tastsinn
Katzen haben einen hoch entwickelten Tastsinn. Sie besitzen ?ber den
ganzen K?rper verteilt Tastrezeptoren. Die haupts?chlich an Ober- und
Unterlippe sowie ?ber den Augen befindlichen langen Tast- bzw. Schnurrhaare,
deren Wurzeln mit dem weit verzweigten Netz der Nervenenden verbunden sind,
signalisieren, wenn Gefahr droht, eine ?ffnung zu eng oder ein Hindernis im
Weg ist. Mit ihrer Hilfe erkennen sie Gegenst?nde und Tiere, die sie in der
Dunkelheit nicht sehen k?nnen. Besonders empfindlich sind auch die
Rezeptoren an den Vorderpfoten, die vor allem bei der Jagd oder bei der
Handhabung der Nahrung eine wichtige Rolle spielen.
Verhalten
Die alte Lehrmeinung, Hauskatzen seien per se Einzelg?nger, ist lange
widerlegt. Es gibt zwar ? wie bei allen sozialen Tierarten ? auch unter den
Hauskatzen Einzelg?nger, von Natur aus sind sie jedoch soziale Tiere.
Beobachtet man gr??ere Katzenpopulationen, beispielsweise auf vielen
Bauernh?fen oder in manchen Gro?st?dten, wie zum Beispiel in Rom vor dem
Kolosseum, sind vielf?ltige soziale Interaktionen zwischen den Tieren
augenf?llig.
Sozialverhalten
Im Gegensatz zu Wildkatzen haben viele Jahrhunderte des Zusammenlebens
mit den Menschen sie offener f?r eine Bindung an Artgenossen werden lassen.
Auf dem Land, wenn Katzen zwar zu einem Haus geh?ren, aber dort au?erhalb
der direkten Kontrolle durch den Menschen leben, schlie?en sie sich h?ufig
zu kleinen Gruppen aus verwandten Weibchen, deren Jungen, halbw?chsigen
Jungen und ein oder zwei Katern zusammen. Die vielen Katzen in den
verschiedenen Farben stammen wahrscheinlich alle von einer einzigen Katze
ab, welche die Begr?nderin dieser Gemeinschaft war.
W?hrend sich die M?nnchen beim Erreichen der Geschlechtsreife meist
zerstreuen, bleiben die Weibchen im Revier der Mutter und vergr??ern so die
Gruppe. Sie ziehen die Jungen auf und verjagen fremde Eindringlinge, zeigen
sich aber gegen?ber ausgewachsenen Katern toleranter, da jene gr??er und
aggressiver sind. Auch wenn sie das vom Menschen bereit gestellte Futter
teilen, bleiben sie auf der Jagd jedoch Einzelg?nger. Bei Einbruch der Nacht
schleichen sie allein durch die Wiesen und W?lder und suchen nach Beute.
Ihre Jagdmethode, die sie als Schleich- oder Lauerj?ger charakterisiert,
?hnelt der ihrer wild lebenden Verwandten: Anschleichen an die Beute und
Ansprung aus k?rzester Entfernung. Besonders j?ngere Katzen reagieren auf
bewegte Gegenst?nde fast wie auf lebendige Beute, wodurch sie ihre
Jagdf?higkeit zus?tzlich trainieren (?Spieltrieb?).
In gro?en St?dten, in denen sich die ?mter nicht verst?rkt um die
Unterbringung herumstreunender Tiere in Tierheimen k?mmern und ein
entsprechend reichliches Nahrungsangebot vorhanden ist, halten sich oft
zahlreiche Katzen in bestimmten Bereichen auf. In st?dtischen G?rten, auf
Friedh?fen, an Ausgrabungsst?tten und auch in Industriegebieten k?nnen sich
gro?e Kolonien bilden. Innerhalb der Kolonien besteht eine Rangordnung von
kleineren, matriarchalischen Gruppen.
Kommunikation
Hauptartikel: Kommunikation der Katze
Katzen kommunizieren durch K?rpersprache, Laute und Ger?che. Duftsignale
werden sowohl zur Kommunikation in der direkten Begegnung als auch auf weite
Entfernungen eingesetzt. Talg- und Schwei?dr?sen produzieren die daf?r
notwendigen Duftstoffe, die durch Reiben, Kratzen und Urin an Gegenst?nden,
Pflanzen und Personen verteilt werden.
K?rpersprache
Kommen Katzen in n?heren Kontakt, signalisieren sie ihren emotionalen
Zustand durch die Haltung und die Bewegungen des ganzen K?rpers und des
Schwanzes. Auch die Stellung der Ohren und die Erweiterung oder Verengung
der Pupillen spielen eine Rolle.
Ist die Spitze des aufrechten Schwanzes stark durchgebogen, kann das eine
freundliche Begr??ung oder auch Vorfreude bedeuten auf das, was sie vom
Menschen erwarten, besonders wenn die Schwanzspitze leicht zittert. Ein
hocherhobener Schwanz mit leicht gebogener Spitze kann Freude, Vergn?gen,
Erwartung oder Spannung bedeuten. Hat die Katze ihren Schwanz erhoben, so
f?hlt sie sich normalerweise wohl und sicher. In entspannter Haltung wird
der Schwanz h?ufig horizontal mit leichter Biegung nach unten getragen. Ist
der Schwanz stark nach unten gebogen und aufgeplustert, so ist das oft ein
Zeichen der Drohung und Aggression. Schwanzzucken oder schnelles Hin- und
Herpeitschen des Schwanzes bedeutet, dass die Katze wahrscheinlich aggressiv
oder irritiert ist.
Wichtige Signale gehen auch vom Gesichtsausdruck aus. Fixiert die Katze
ihr Gegen?ber mit den Augen, so ist dies h?ufig eine Drohung, die durch das
Verengen der Pupillen zu Schlitzen verdeutlicht wird. Dabei richten sich die
Schnurrhaare deutlich nach vorne, der Hals wird eingezogen und die Ohren zur
Seite gefaltet. Sind die Pupillen erweitert, wird normalerweise Angst und
Unterwerfung signalisiert. F?hlt sich die Katze wohl und ist sie entspannt,
werden die Augen oft halb geschlossen gehalten, so dass die Nickhaut
sichtbar wird. Sind die Ohren zur Seite gefaltet, kann die Katze aggressiv
sein. Liegen sie flach nach hinten eng an den Kopf an, signalisieren sie
h?ufig Furcht. Nach vorn gerichtete Ohren k?nnen Neugier und Aufmerksamkeit
bedeuten.
Das Anschauen mit halbgeschlossenen Augen, das von Menschen leicht als
?falsch? missgedeutet wird, ist ein Zeichen von Freundlichkeit oder
Zuneigung und dem L?cheln des Menschen vergleichbar. Auch das Blinzeln mit
einem Auge ist ?hnlich zu deuten. Beides ist vom Menschen leicht zu
imitieren und wird von einer vertrauten oder aufgeschlossenen Katze
erwidert. Ebenso reagiert eine Katze auf l?ngeres Anschauen gegebenenfalls
sogar mit G?hnen. Es ist dann kein Zeichen von M?digkeit, sondern eine
Antiaggressionsgeste.
Vor einem Angriff macht sie sich in der Regel gr??er und bedrohlicher,
streckt die Beine ganz durch, str?ubt das Fell auf und geht langsam auf den
Gegner zu. Entbl??t sie ihr eindrucksvolles Gebiss, macht sie ihrem Gegner
damit normalerweise klar, was er bei einem Angriff zu bef?rchten hat. Eine
unsichere Katze macht sich jedoch h?ufig klein, sammelt die Beine unter dem
K?rper und legt den Schwanz eng an. Dabei kauert sie sich oft auf den Boden,
um sich notfalls sofort auf den R?cken fallenzulassen und den Gegner mit
Krallen und Z?hnen abwehren zu k?nnen.
Auf der K?rpersprache gr?ndet sich auch die weitverbreitete Abneigung der
Katze gegen Hunde und umgekehrt. Dass dies auf Erbfeindschaft beruht, ist
ein Irrglaube. Kommunikationsschwierigkeiten sind der Grund. Wenn
beispielsweise der Hund bellend auf die Katze zul?uft, will er unter
Umst?nden nur spielen, die Katze interpretiert das aber als Angriff. Die
darauf folgende Flucht der Katze weckt wiederum im Hund den Jagdinstinkt.
Schwanzwedeln und Pf?tchengeben bedeutet beim Hund freudige Erwartung
oder freundliche Begr??ung. Im Gegensatz dazu signalisiert ein wedelnder,
peitschender Schwanz der Katze Unmut oder latente Aggressivit?t, das Heben
der Pfote sagt: Bis hierher und nicht weiter! Wenn dagegen sich die
Katze (ausnahmsweise) einem Hund mit freundlich erhobenem Schwanz n?hert,
interpretiert dieser das - wie er es bei der Begegnung mit anderen Hunden
gewohnt ist - als ?komm mir ja nicht zu nahe? und reagiert eher aggressiv
und mit Gebell.
Wenn Hund und Katze von Kindesbeinen aneinander gew?hnt sind, sollten
diese Schwierigkeiten nicht auftreten.
Lautsprache
Sind Katzen sich bereits n?her gekommen, werden akustische Signale
eingesetzt, um die Aussagen der K?rpersprache zu verst?rken. Fauchen und
Knurren sind Signale f?r Aggressivit?t oder auch Angst. Durch taubenartiges
Gurren ruft ein Muttertier ihre Jungen zu sich. Das jammernde Geschrei der
Kater in der Nacht dient der Behauptung gegen?ber Rivalen und der Werbung um
ein Weibchen.
Das Miauen ist der charakteristischste Laut, den die Katze hervorbringt.
Er kann unterschiedliche Bedeutungen haben und wird in verschiedenen
Situationen angewandt. Durch die Domestizierung wurde das Verhalten
verst?rkt zu miauen, um wie Jungtiere Zuwendung und Leckerbissen zu
bekommen. Einige Katzen miauen, wenn sie Angst haben. Nicht domestizierte
Katzen vermeiden das Miauen wann immer m?glich, um andere Raubtiere (z. B.
Greifv?gel) nicht unn?tig auf sich aufmerksam zu machen.
Ein anderer katzentypischer Laut ist das Schnurren, eine Laut?u?erung,
deren Entstehung noch nicht gekl?rt ist. Bereits einige Tage nach der Geburt
dr?cken K?tzchen durch best?ndiges Schnurren Wohlbefinden aus. Dieser Laut
?bertr?gt beim K?rperkontakt zwischen Muttertier oder Mensch und Katze
Vibrationen. Scheue und unsichere Tiere versuchen, die Gunst des Gef?hrten
zu erobern oder zu bewahren, indem sie ohne Unterbrechung und aus einer
gewissen Entfernung h?rbar schnurren. Zudem schnurren Katzen auch, wenn sie
Schmerzen haben oder krank sind, um ihre Unterlegenheit zu demonstrieren und
sich davor zu sch?tzen, dass sich ihre Situation noch verschlechtern k?nnte.
Es dient zudem der eigenen Beruhigung. Wie j?ngere US-Untersuchungen ergeben
haben, erzeugen Katzen beim Schnurren Vibrationen in einem Frequenzbereich
zwischen 27 und 44 Hz.
Die Katze sendet durch ihr Schnurren, die Reibung am K?rper und den hoch
aufgerichteten Schwanz in der Regel friedfertige, bes?nftigende Signale aus,
die Aggressionen abbauen sollen.
Im Gegensatz zu den Gro?katzen ist bei allen anderen Katzenarten das
Zungenbein vollst?ndig verkn?chert, weshalb allein Gro?katzen in der Lage
sind zu br?llen.
Schlafverhalten
Katzen schlafen in der Regel mehrmals w?hrend des Tages ?ber einen
k?rzeren Zeitraum. Der Schlaf verl?uft in den Phasen des flachen Schlafs und
des Tiefschlafs. Zudem ruht sich die Katze auch aus, indem sie sich ohne zu
schlafen mit geschlossenen Augen hinlegt.
Seit 1955 wurden zur Erforschung dieses Verhaltens zahlreiche Experimente
angestellt. In der Phase des flachen Schlafs wacht die Katze beim geringsten
Ger?usch auf. Darauf folgt der Tiefschlaf mit einer Phase, die man paradoxen
Schlaf nennt und die der Traumphase entspricht. Die Muskeln sind dabei
entspannter und die Aufwachschwelle deutlich h?her. Nach EEG-Messungen
herrscht in dieser Phase eine Hirnaktivit?t, die mit jener der Wachphasen
vergleichbar ist. Ein weiteres Anzeichen f?r die Traumphase sind die
schnellen Augenbewegungen (Rapid Eye Movement = REM) unter dem geschlossenen
Lid. Manchmal zucken Beine, Schwanz, Haut und Schnurrhaare. Nach sechs oder
sieben Minuten Tiefschlaf folgt eine etwa 20 bis 30 Minuten lange Phase
flachen Schlafs. Schlafphasen folgen auf Traumphasen. Dann g?hnt die Katze,
steht auf, wechselt ihre Position und schl?ft wieder ein.
Nimmt die Katze w?hrend des Schlafens ein ungewohntes Ger?usch wahr,
?ffnet sie ein Auge. Kann sie das Ger?usch immer noch nicht identifizieren,
ist sie rasch wach und aufmerksam. Wenn sie aber von allein aufwacht, g?hnt
sie zun?chst ausgiebig und beginnt dann, sich zu strecken. Dabei wird durch
pr?zise und sorgf?ltige ?bungen jedes Gelenk gedehnt.
Fortpflanzung
Eine Katze ist ?blicherweise ab dem 6.-10. Lebensmonat geschlechtsreif
und wird zum ersten Mal rollig. W?hrend dieser Zeit ist die Katze etwa f?nf
bis sechs Tage lang empf?nglich. Eine rollige Katze reibt sich st?ndig an
Gegenst?nden, rollt sich oft auf dem Boden und h?lt ihr Hinterteil
herausfordernd in die H?he. Wird sie nicht von einem Kater gedeckt, wird sie
in der Regel nach drei Wochen wieder rollig. Es kann aber auch zu einer
Dauerrolligkeit kommen.
Mittels Duftstoffen im Urin, die Paarungsbereitschaft signalisieren, und
durch eindringliche Rufe rufen freilebende Katzen sich mehrere Bewerber
herbei. Kommen die Kater heran, werden sie in der ersten Phase von der Katze
durch Fauchen und Pfotenhiebe auf Distanz gehalten (erfahrene Kater
verstehen dem auszuweichen). Die Katze zieht sich auf eine sichere
Entfernung zur?ck, w?hrend die M?nnchen bedrohliche Blicke und Hiebe
austauschen und ein lautstarkes Geschrei von sich geben. Sie mustern sich
gegenseitig und schleichen langsam umeinander herum. Zieht sich in dieser
Phase keiner der Bewerber zur?ck, kann aus diesen Begegnungen ein Kampf
werden, aus denen die Kater mit Kratz- und Bisswunden hervorgehen. (Nicht
kastrierte Kater haben eine h?here Sterblichkeit als kastrierte Artgenossen:
Sie ?berwinden auf der Suche nach einem rolligen Weibchen sehr gro?e
Distanzen ? oft mehrere Kilometer ? und erleiden aufgrund der beschriebenen
K?mpfe mit Rivalen h?ufig Verletzungen.)
Erst wenn das Weibchen seine Bereitschaft signalisiert und die am Boden
kauernde Haltung mit gestrecktem Hinterteil und zur Seite gebogenem Schwanz
einnimmt, kann die Paarung stattfinden. Der Akt dauert nur wenige Sekunden
und endet abrupt, indem das Weibchen das M?nnchen gewaltsam absch?ttelt. Am
Penis des Katers befinden sich Widerhaken, weshalb der Geschlechtsakt f?r
die Katze schmerzhaft ist. Eine rollige Katze kann sich mit mehreren
M?nnchen paaren. Erst in den letzten drei Wochen sind die K?tzchen gro?
genug, um den ver?nderten K?rperumfang der Katze sichtbar zu machen. In
dieser Zeit schwellen auch die Milchdr?sen an und die Katze neigt sich beim
Schlafen zur Seite. Im Schnitt betr?gt die Tragzeit 63 bis 65 Tage. In den
letzten Tagen ist die Katze nerv?s und sucht st?ndig nach einem sicheren Ort
als ?Nest? f?r die Geburt. Sie leckt nun auch ?fter die Zitzen und die
Analregion. Hauskatzen bevorzugen das Zimmer der Person im Haus, zu der sie
die engste Beziehung haben. Das Nest kann ein halb ge?ffneter Schrank, eine
Schachtel oder auch das Bett sein. Die Geburt kann bis zu einigen Stunden
dauern, wobei die Abst?nde, in denen die einzelnen K?tzchen geboren werden,
sehr unterschiedlich lang sein k?nnen.
Eine Katze, die zum ersten Mal wirft, gebiert meistens 2-3 K?tzchen. Ist
eine tr?chtige Katze noch sehr jung und f?hlt sich von ihrer bevorstehenden
Mutterrolle ?berfordert, geschieht es oft, dass sie an ihrem Nachwuchs
?berhaupt kein Interesse hat. Gebiert sie in der freien Natur, l?sst sie
ihre K?tzchen links liegen und macht sich davon; der Nachwuchs stirbt in
Folge.
Bei sp?teren Geburten erh?ht sich die Zahl der K?tzchen auf h?ufig bis zu
7 K?tzchen. In seltenen F?llen sind aber auch 10 oder sogar mehr m?glich,
jedoch ?berleben in diesem Fall ohne Menschliche Hilfe oft nicht alle
K?tzchen. Manche Katzen wollen auch einige Tage nach der Geburt nicht
gest?rt werden, doch andere suchen die Gesellschaft der Menschen und f?hlen
sich wohler mit ihnen. Glaubt die Katze, ihre Jungen seien aus irgendeinem
Grund in Gefahr, hebt sie jedes K?tzchen an der Nackenfalte hoch und tr?gt
es an einen anderen Ort. Durch diesen Biss l?st die Mutter beim Katzenwelpen
eine so genannte Tragstarre aus, die verhindern soll, dass sie sich
zu stark bewegen.
Wachstum
Unmittelbar nach der Geburt sind die K?tzchen blind und taub. Sie wiegen
etwa 100 Gramm, wobei das Gewicht zwischen 60 bis 140 Gramm variieren kann.
Nch einer Woche k?nnen die kleinen Katzen sehen. Mit Hilfe des Tast- und
Geruchssinns suchen sie die Zitzen ihrer Mutter. Sie gibt ihnen ?ber das
Kolostrum, die erste sehr d?nne Milch, Immunit?t durch Antik?rper, die sie
auf Grund fr?herer Impfungen und Infektionen gebildet hat. Nach wenigen
Tagen wird die Kolostromproduktion eingestellt und richtige Milch gebildet.
Indem die K?tzchen die Zitzen massieren (Milchtreten) und schnurren,
stimulieren sie die Milchproduktion. Dieses sogenannte ?Milchtreten? tritt
auch in sp?teren Lebensjahren der Katzen noch auf und ist ein Ausdruck des
Wohlbefindens. Nach 2 Monaten trinken die Katzen nicht mehr an den Zitzen
der Mutter, sondern nehmen schon feste Nahrung zu sich.
Jedes K?tzchen entwickelt eine Vorliebe f?r eine bestimmte Zitze. Die
K?tzchen werden mehrmals t?glich ges?ugt. W?hrend der ersten paar Tage
entfernt die Katze sich nur selten von ihrem Wurf. Die K?tzchen sind in
dieser Zeit haupts?chlich mit Schlafen und Trinken besch?ftigt. Aber schon
nach kurzer Zeit fauchen sie zaghaft, wenn sie ber?hrt werden oder einen
bestimmten Geruch wahrnehmen, und schnurren, wenn sie sich an den K?rper der
Mutter schmiegen. Die K?tzchen entwickeln ihre Sinne, indem sie vom ersten
Lebenstag an stimuliert und angeregt werden. Um sie dabei an Menschen zu
gew?hnen, sollten sie aufgehoben und gestreichelt werden. In den ersten
Wochen leckt die Mutter die Anal- Genitalregion der K?tzchen, um die
Ausscheidung von Urin und Kot zu stimulieren. Nach 10 Tagen ?ffnen die
K?tzchen die Augen, richten die Ohren auf und entdecken neue
Sinneswahrnehmungen. Sie wiegen nun bereits 200 Gramm. Ab der zweiten Woche
widmen sich die K?tzchen der Entdeckung des eigenen K?rpers, der Geschwister
und der unmittelbaren Umgebung des Nestes. Sie lernen, sich immer schneller
und geschickter zu bewegen und bei spielerischen K?mpfen mit den
Geschwistern, mit den Pfoten und dem Maul umzugehen. Ebenso erfahren sie,
worauf die Artgenossen mit Bei?en, Miauen, Flucht und Fauchen reagieren. Ab
der dritten Woche stehen sie schon recht gut und versuchen sich auch schon
im Sitzen und Klettern. Bis zum Alter von drei Wochen verbringen die
K?tzchen jedoch 90 Prozent ihrer Zeit mit Schlafen. Dann zeichnet sich
zunehmend der Rhythmus des erwachsenen Tieres ab, das etwa 16 Stunden am Tag
schl?ft. Mit der Zeit werden die K?tzchen immer aktiver, neugieriger und
verspielter. Die Motorik entwickelt sich, und sie werden selbstst?ndiger.
Die Mutter unterst?tzt dies, indem sie sie nach drei bis vier Wochen in ein
anderes Nest bringt, wo sie mehr Bewegungsfreiheit haben, aber sich nicht zu
weit aus dem Kontrollbereich der Mutter entfernen k?nnen. Dieser Ort liegt
oft in der N?he des Hauses der Menschen oder auch im Wohnzimmer. Mit einem
Monat wiegen die K?tzchen bereits 300 Gramm und beginnen, sich selbst zu
putzen und mit Gegenst?nden zu spielen. Sie k?nnen bereits feste Nahrung
fressen. Da ihre Mutter sie streng zur Stubenreinheit erzogen hat, k?nnen
sie in der Regel das Katzenklo selbstst?ndig nutzen. In der Entdeckung der
Welt sieht man, wie verschieden die K?tzchen ihrem Wesen nach sind. Nach
zehn Wochen werden alle K?tzchen vorsichtiger und werden Neuem gegen?ber
voreingenommener.
Mit zwei Monaten beginnt das Erwachsenwerden, bei in Freiheit lebenden
Katzen oft erst mit vier. In dieser Zeit lernt das K?tzchen, sich nach dem
Beispiel der Mutter allein zu putzen. Die Jungen folgen der Mutter, die sie
streng ?berwacht und verhindert, dass sie sich zu weit entfernen, auf allen
Wegen. Wenn ein Garten zur Verf?gung steht, werden sie auch in der Kunst des
Jagens unterwiesen. Nun wird das Spielen zur Hauptaktivit?t der K?tzchen.
Mit drei Monaten klettern die Jungen Vorh?nge und B?ume hoch, sch?rfen ihre
Krallen an Gegenst?nden und springen voller Eifer. So festigen sich die
Nervenbindungen, die Muskulatur entwickelt sich und die Bewegungen werden
immer pr?ziser. Au?erdem f?rdert und pr?gt das Spielen das Sozialverhalten.
Nach drei Monaten wollen die jungen Katzen nicht mehr saugen und ern?hren
sich selbst?ndig. Im f?nften Monat verlieren sie die Milchz?hne und
beginnen, ihr Revier zu markieren. Mit sechs Monaten sind sie vollkommen
unabh?ngig von der Mutter.
Geschlechtsreife
M?nnchen und Weibchen erreichen die Geschlechtsreife im Schnitt im
sechsten bis achten Lebensmonat, aber die k?rperliche Entwicklung ist erst
einige Monate sp?ter abgeschlossen. Bei vielen Rassekatzen ist dieser
Lebensabschnitt noch einige Monate l?nger. Mit der Geschlechtsreife werden
die k?rperlichen Unterschiede zwischen Weibchen und M?nnchen deutlich. Kater
sind gr??er als Katzen, haben einen kr?ftigeren Hals und durch die Backen
und andere dort verteilte Fettp?lsterchen einen gr??eren Kopf. Die Weibchen
sind normalerweise schlanker und haben einen schmalen, dreieckigen Kopf.
Im Verhalten zeigen sich noch deutlichere Unterschiede zwischen M?nnchen
und Weibchen. Kater sind territorialer und markieren ihr Revier durch
Verspritzen von Urin und Reiben an viel besuchten Stellen. Auf Eindringlinge
reagieren sie mit Drohgeb?rden. Im Gegensatz zu den Weibchen neigen sie mehr
zum Streunen und bleiben manchmal auf der Jagd oder bei der Suche nach einem
paarungsbereiten Weibchen mehrere Tage dem Haus fern. Wenn sie dann ab und
an zur?ckkommen, suchen sie Trost, Nahrung oder einen ruhigen Schlafplatz.
Nach ein paar Monaten werden aus den Kampfspielen richtige K?mpfe, da die
M?nnchen nun unter Beweis stellen, dass sie f?hig sind, sich mit anderen
M?nnchen zu messen. Zwischen dem 10. und dem 14. Lebensmonat verlassen die
jungen Kater die Gruppe. Nur kastrierte M?nnchen bleiben bei den Schwestern
und ordnen sich in die Gruppe ein.
Das Revier eines ausgewachsenen Katers ist etwa dreimal so gro? wie das
einer Katze. F?r sie h?ngt die Reviergr??e vom Nahrungsangebot f?r sich und
den Nachwuchs ab, doch f?r ihn ist entscheidend, dass genug Partnerinnen f?r
eine Paarung zur Verf?gung stehen. Das Weibchen eignet sich deshalb ihrem
Wesen nach besser als das M?nnchen zum Haustier, da es das Revier der Mutter
auch in der Geschlechtsreife nicht verl?sst und weniger Raum braucht.
Allerdings toleriert die Katze Ortsver?nderungen in der Regel schlechter als
der Kater und reist h?ufig auch nicht gerne. Daf?r ist sie beim Spielen oft
nicht so aggressiv wie das M?nnchen.
Mit eineinhalb Jahren sind die meisten Katzen weniger verspielt und
weniger aktiv, wobei es hier erhebliche individuelle und rassebedingte
Unterschiede gibt. Ausgewachsene in der Wohnung gehaltene Kater sind oft
anschmiegsamer und ruhiger als Katzen, die unabh?ngiger und Fremden
gegen?ber reservierter sind.
Intelligenz
Katzen verf?gen ?ber ein gro?es Lern- und Erinnerungsverm?gen, das sie
vor allem f?r Informationen einsetzen, die f?r sie n?tzlich sind. Dazu
z?hlen ihre bevorzugte Nahrung, der Standort der Wasserschale und des
Katzenklos, der behaglichste Schlafplatz und der Aufenthaltsort ihres
Lieblingsspielzeugs. Zudem merken sie sich, mit welchen Lauten sie ihren
Besitzer dazu bewegen k?nnen, auf ihre unterschiedlichen Bed?rfnisse
einzugehen, so dass sie besonders zu den Mahlzeiten auf ihren Namen h?ren.
Freil?ufer erinnern sich an den Verlauf ihres Reviers, an bekannte Katzen im
Territorium und an gef?hrliche Hunde. Das assoziative Ged?chtnis erlaubt
Katzen, eine Problemstellung mit bereits Erlebten zu vergleichen. So k?nnen
sie m?helos Beziehungen zwischen mehreren Elementen herstellen und
nachvollziehen.
Einige Katzen verf?gen ?ber ein au?ergew?hnliches Ortsged?chtnis. Die
Ursache daf?r d?rfte in einer biologischen Astronavigation liegen, nach der
sich auch Zugv?gel orientieren. W?hrend sich die Katze auf Dauer in einem
bestimmten Haus aufh?lt, registriert ihr Gehirn den Sonnenstand zu
bestimmten Tageszeiten. Um dahin zur?ckzufinden, verwendet sie ihre innere
biologische Uhr und durch Versuch und Irrtum gelangt sie zum Ausgangspunkt
der gespeicherten Sonnenkoordinaten zur?ck. Da sich das Tier mit Hilfe von
polarisiertem Licht orientiert, navigiert sie auch damit, so dass sie von
Wolken unbeeintr?chtigt bleibt.
Obwohl Katzen bei der Geburt bestimmte Kenntnisse besitzen, m?ssen sie
sich einige Verhaltensweisen mit Geduld aneignen. Dazu z?hlen zum Beispiel
das Jagen oder das Benutzen des Katzenklos. Um ihre Jungen an das Jagen zu
gew?hnen, versorgen sie Katzenm?tter mit einem Zugang nach drau?en ab der
dritten Woche mit Beute. Zun?chst verspeist sie tote Tiere vor ihren Augen,
aber sp?ter bringt sie lebende Beute heran, die sie t?tet und ihnen zu
fressen gibt. Schlie?lich ?berl?sst sie die lebende Beute ihren Jungen. Da
Katzen zwar einen Jagdinstinkt besitzen, aber das erfolgreiche Jagen erst
lernen m?ssen, gelingt es K?tzchen ohne Mutter oder mit nichtjagender Mutter
in der Regel nie, Beute zu fangen. Um sich darin zu ?ben, ben?tigen sie
Stoffm?use, Garnspulen oder zerkn?lltes Papier, die belauert, beschlichen
und schlie?lich erlegt werden. Die Benutzung des Katzenklos lernen sie durch
das Vorbild der Mutter, das ihren Instinkt unterst?tzt, ihre Ausscheidungen
zu vergraben, um entsprechende Geruchsspuren vor ihren Feinden zu verbergen.
Wenn sie gerade Lust haben, k?nnen sie auch bestimmte Darbietungen
erlernen. Durch ein energisches ?Nein? lernen sie meist, bestimmte Unarten
zu unterlassen. Au?erdem sind Katzen f?hig, auf ihren Namen zu h?ren, sofern
dieser kurz und pr?gnant ist. Besonders gut reagieren sie auf zweisilbige
Namen, die die Laute ?a?, ?u? oder ?i? enthalten und auf ?i? enden. Um eine
Katze mit ihrem Namen vertraut zu machen, ist es von Vorteil, ihn m?glichst
fr?h zu benutzen und sie vor jeder Mahlzeit damit zu rufen.
Emotionale Intelligenz
Wissenschaftler sind sich nicht einig, wie die F?higkeit der Katze im
Bereich der emotionalen Intelligenz anzusiedeln ist. Oft hei?t es, dass sie
sich nur an den Menschen anschlie?en, weil er Bequemlichkeit, Futter und
Sicherheit verspricht, und dass sie Situationen meiden, die ihnen unangenehm
sind, es sei denn, es lie?e sich ein pers?nlicher Vorteil f?r sie daraus
ziehen.
Viele Katzenhalter k?nnen jedoch berichten, dass Katzen sehr sensibel auf
ihre Stimmungen und Gef?hle eingehen und aktiv versuchen, sie zum Positiven
zu ver?ndern; auch wenn diese Situationen f?r sie unangenehm sind (z.B. ist
die Lautst?rke und Tonh?he hysterisch weinender Menschen f?r Katzenohren
sehr unangenehm), und keinen direkten Vorteil bergen. Einer der bekanntesten
Autoren, die sich mit diesem Thema besch?ftigt haben, ist der amerikanische
Psychologe Jeffrey M. Masson.
Wenn der Katzenbesitzer f?r einige Wochen verreist und die Katze von
einem Bekannten f?ttern l?sst, sind viele Katzen in den ersten Tagen nach
der R?ckkehr w?tend auf den Besitzer, nehmen keine Nahrung mehr an und sind
schnell gereizt.
Geschichte der Domestizierung
Abstammung
Die ersten Vorfahren der Kleinkatze der Alten Welt, zu denen auch die
Wildkatze (Felis silvestris) geh?rt, erschienen vor etwa neun
Millionen Jahren. Die Wildkatze ist asiatischen Ursprungs und tritt erstmals
im unteren Pleistoz?n mit der Spezies Felis lunensis in Erscheinung.
Anschlie?end breiten sich verschiedene Unterarten in der gesamten Alten Welt
aus.
Wegen der morphologischen ?hnlichkeit und der nahen genetischen
Verwandtschaft ist der Ursprung der Hauskatze (Felis catus) bis heute
nicht g?nzlich gekl?rt. Eine Abstammung von der Manul (Otocolobus manul)
oder der Rohrkatze (Felis chaus) wird heute von der Wissenschaft
verneint. Auch die Meinung, die Hauskatze sei eine Kreuzung aus Rohr- und
Wildkatze, ist heute obsolet, wenn es auch vereinzelt zu Paarungen der
beiden Arten gekommen sein mag, zumal diese in der F1-Generation fruchtbar
sind. Die Domestikationsforschung geht heute davon aus, dass die Hauskatze
lediglich von einer Wildart abstammt, n?mlich der Wildkatze (Felis
silvestris), deren Lebensraum sich von Schottland ?ber Afrika bis nach
Asien erstreckt.
Es gilt als wahrscheinlich, dass Vertreter von drei Hauptgruppen der Art
(Waldkatze, Falbkatze, Steppenkatze) am Domestikationsprozess beteiligt
waren. Hierbei hat die Waldkatze (Felis silvestris silvestris) ihren
nat?rlichen Lebensraum in Europa, Kleinasien und im Iran. Sie ist relativ
kr?ftig, hat kurze Ohren und einen buschigen, dicken Schwanz. Die Falbkatze
(Felis silvestris libyca) lebt in den Buschlandschaften und Steppen
Afrikas und Arabiens. Sie hat gro?e Ohren, ist schlank und hochbeinig. Die
Steppenkatze (Felis silvestris ornata) kommt in Vorder- und
Mittelasien vor. Sie ist kr?ftiger gebaut und untersetzter als die
Falbkatze. Die genetischen Merkmale der Wildkatzen sind gegen?ber denen der
Hauskatze dominant. Als Hauptstammform betrachtet man die Falbkatze, der
zweitst?rkste Einfluss wird der Steppenkatze zugesprochen. Die Waldkatze ist
ein ausgesprochener Kulturfl?chter und kommt als Vorfahre am wenigsten in
Frage.
Unter den verschiedenen Unterarten der Felis silvestris ist der
wahrscheinlichste Urahne der domestizierten Hauskatze die auch als Falbkatze
bezeichnete afrikanische Wildkatze Felis silvestris libyca. Diese
Unterart ist die am wenigsten aggressive Art und damit am geeignetsten f?r
das Zusammenleben mit den Menschen, so dass sie im Alten ?gypten als
Heimtier gehalten wurde.
Fr?hzeit
Mit beginnender Sesshaftigkeit der Menschen schloss die Katze sich ihnen
? zun?chst als Abfallvertilger am Rand von Siedlungen lebend ? an.
Vermutlich kam es infolge der sich daraus ergebenden beiderseitigen Vorteile
allm?hlich zur Selbstdomestikation der Tiere. Knochen kleinerer Katzen
wurden zusammen mit menschlichen Knochen aus einer Zeit von vor bereits
9.000 Jahren in Mesopotamien, S?dost-Anatolien und Jordanien gefunden. In
Jericho wurden bei Ausgrabungen Katzenskelette entdeckt, welche auf das 6.
Jahrtausend vor Christus datiert wurden. Dort betrachtete man die Katze
vermutlich eher als Beute- denn als Haustier. Im achten Jahrtausend vor
Christus z?hmte man auch auf Zypern Katzen. 2004 entdeckte man dort in einer
Grabst?tte Katzenexemplare, die an Wildkatzen erinnerten, aber noch nicht
domestiziert waren. Wildkatzen kennen nur Fauch- und Knurrlaute. Die
klassischen ?Miau?-Laute sind nach Auffassung einiger Forscher eine Art
Sprache der Hauskatzen, um mit dem Menschen verbal kommunizieren zu k?nnen ?
andere sind wiederum der Ansicht, hierbei handele es sich lediglich um eine
Fortf?hrung der Babysprache, die ansonsten nur Katzenjunge gegen?ber ihren
M?ttern verwenden.
Antike
Die Domestizierung der Katze begann in ?gypten vor 6.000 Jahren. Bereits
ab dem 3. Jahrtausend v. Chr. finden sich in Bildern und Zeichnungen Beweise
f?r ein friedliches Zusammenleben von Mensch und Tier. Die Darstellung einer
Katze mit Halsband in einem Grabmal der f?nften Dynastie (etwa 2600 v. Chr.)
ist der erste Hinweis auf eine Domestizierung der wilden Art. Diese
domestizierten Katzen dienten ihren Besitzern sowohl zur M?use- als auch an
Leinen gebunden zur Vogeljagd.
Die landwirtschaftlich gepr?gte alt?gyptische Kultur ma? der Katze eine
hohe Bedeutung zu, welche sich schon fr?h zu einer kultischen Verehrung der
Tiere entwickelte. Ausdruck hierf?r ist die Katzeng?ttin Bastet, welcher man
Einfluss auf Fr?hlichkeit und Liebe, Sch?nheit, Weiblichkeit, Anmut und
Fruchtbarkeit zusprach. Sie wurde oft als kleine Katze mit L?wenkopf oder
weibliche Gestalt mit Katzenkopf dargestellt. In der Sp?tzeit nahm der
Katzenkult die gr??ten Ausma?e an; in Bubastis (zeitweise auch die
Hauptstadt des oft geteilten Reiches) str?mten viele Pilger in das
Kultzentrum, und opferten tausende mumifizierte Katzen (bei Herodot
nachzulesen). Au?erdem war es gebr?uchlich, dass der Besitzer sich beim Tod
einer Katze zum Zeichen der Trauer die Augenbrauen abrasierte und den K?rper
des Tieres nach Bubastis getragen haben, um ihn einbalsamieren und auf einem
speziellen Katzenfriedhof bestatten zu lassen. Alternativ konnte die Katze
auch zusammen mit ihrem Besitzer beerdigt werden. Die T?tung einer Katze
wurde als Tods?nde betrachtet.
Zu dieser Zeit betrachteten Griechen und R?mer die Katze als merkw?rdiges
Haustier und ?berlie?en es lieber den Frettchen, ihre H?user von M?usen frei
zu halten. Sp?ter verband man die weiblichen G?tterfiguren Artemis in
Griechenland und Diana im Alten Rom sowie Freya in Skandinavien auf
irgendeine Weise mit der Katzengestalt. Sie wurde mit dem Mutterkult, der in
vielen Kulturen f?r Fruchtbarkeit, Mondphasen, ?berfluss und Geburt steht,
in Verbindung gebracht, da die geb?rfreudige Katzenmutter ihre Kinder
liebevoll umsorgt und besch?tzt. Zudem galt sie als tolerant und unabh?ngig.
Die F?higkeit ihrer Pupillen, sich zu Schlitzen zu verengen oder zu
vergr??ern, wurde an die Mondphasen angelehnt.
Die Ausfuhr von Katzen aus ?gypten war untersagt. Ph?nizier schmuggelten
auf ihren Schiffen Katzen nach Italien, Gallien und Britannien. Doch
Arch?ologen fanden zur ?berraschung vieler in den alten Siedlungen in der
N?he von Amsterdam (ca. 2000 v. Chr.) und in Tofting an der Eiderm?ndung
(ca. 100 n. Chr.) schon Katzenknochen. Gr??ere Bedeutung f?r die Verbreitung
von Hauskatzen in Europa hatten Tiere, welche auf Handelswegen aus
Vorderasien vor allem nach Griechenland gebracht wurden. Erstmalig
erscheinen die Tiere hier auf Vasenmalereien des 5. und 4. vorchristlichen
Jahrhunderts. Auch f?r ihre Weiterverbreitung sorgten die Ph?nizier. Mit den
am Ende der r?mischen Kaiserzeit beginnenden gro?en V?lkerwanderungen kamen
Katzen auch auf Handels- und Kriegsschiffen der R?mer nach Mitteleuropa.
In Indien war die Hauskatze h?ufig ein wichtiger Bestandteil religi?ser
Zeremonien. Von dort gelangte sie erst nach China und sp?ter nach Japan, wo
sie ?hnliche Aufgaben ?bernahm. In China um 1500 v. Chr. besch?tzten die
Katzen die Kokons der Seidenraupen und in den Tempeln die alten
Handschriften vor den Ratten und M?usen. Dies belegen zahlreiche
Zeichnungen. Die Chinesen der damaligen Zeit glaubten, dass nur der Mensch
und die Katze eine Seele besa?en. Die Katze stand f?r Gl?ck und ein langes
Leben. Sie war ein Statussymbol der gl?cklichen Reichen. Aus der Tang-Zeit
gibt es die ersten Hinweise einer liebevollen Bindung zwischen Mensch und
Katze: Eine Suchanzeige lautete: ?Aus dem Hause Y? Ta-Po ist ein K?tzchen
entlaufen. Seine Farbe ist wei?. Sein Rufname: Schneem?dchen.? Hs? Hs?an,
ein weiterer Zeitgenosse beschrieb die Liebe eines Mannes zu seiner Katze,
welcher das Tier so sehr liebte, dass er es nicht ?ber sein Herz brachte,
seine Samtpfote nach ihrem Tod zu begraben. Tagelang sa? er neben dem toten
Tier bis der K?rper der Katze in Verwesung ?berging.
Mittelalter
Die Bedeutung der Katze war im fr?hen Mittelalter gering. Mit der
zunehmenden Ausbreitung der ? ebenfalls ?ber Seehandelswege eingeschleppten
? Vorratssch?dlinge Wanderratte, Hausratte und Hausmaus ergab sich die
Notwendigkeit ihrer Bek?mpfung, was im Sp?tmittelalter zu einer starken
Zunahme der Hauskatzen f?hrte.
Trotz ihrer unbestreitbaren Nutzwirkung wurde sie vom mittelalterlichen
Aberglauben zum d?monischen und ungl?ckbringenden Wesen stigmatisiert, galt
als Begleiterin von Hexen und Sch?lerin des Teufels. Im Volksglauben ritten
Hexen auf dem R?cken riesiger Katzen zum Hexensabbat. Deswegen wurden
besonders die schwarzen Katzen gnadenlos verfolgt, teilweise sogar, in K?rbe
gesperrt, auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Eine freundschaftliche Beziehung
zu einem Tier, besonders zu diesem, galt als Gottesl?sterung. Dennoch finden
sich sowohl in den ?rmeren sozialen Schichten als auch bei Adel und Klerus
Katzenliebhaber. Mit den ihr zugesprochenen magischen Eigenschaften bekam
die Katze in der Volksmedizin einen hohen Stellenwert, indem fast alles von
ihr zu Heilzwecken verwendet wurde.
Im 10. Jahrhundert lebten die Katzen in England als vornehme Gespielinnen
von adligen Damen am Hof. Katzen waren rar und daher sehr wertvoll. Nach dem
Gesetz des Prinzen von S?dwales anno 940 n. Chr. konnte sich eine Ansiedlung
nur Dorf oder Hamlet nennen, wenn diese Siedlung neun Geb?ude, einen Pflug,
einen Brennofen, ein Butterfass, einen Hahn, einen Stier, einen Hirten und
eine Katze aufweisen konnte. Die Preise f?r eine Katze schwankten. Im
Sachsenspiegel, dem 1220?1230 verfassten Gesetzbuch, wurde drei Pfennige
Schadensersatz f?r eine Katze festgelegt. Dies war nicht wenig, denn f?r ein
Lamm oder f?r eine Kuh standen damals vier Pfennige zu Buche. Um gen?gend
Tiere auch f?r die M?usejagd zu gewinnen, haben die Europ?er laut Nehring
(1888) die Europ?ische Wildkatze mit ihren zahmen Verwandten gekreuzt. Der
Plumptyp (Cobby) der Katze habe sich so entwickelt.
Einige Fundst?cke aus dem 11. Jahrhundert zeigen, dass Katzenfell von den
Wikingern getragen und im Mittelalter in Europa bevorzugt gehandelt wurde.
Zu dieser Zeit und noch vor etwa hundert Jahren wurde insbesondere in
Frankreich und England Katzenleder als besonders geschmeidiges Material zu
Handschuhen verarbeitet.
Zu Mitte des 15. Jahrhunderts schrieb Gerolamo Visconti ?ber Hexen, die
angeblich nachts in Katzengestalt in die H?user eindrangen, in denen Kinder
schliefen. Damals geh?rte es zum franz?sischen Brauchtum, eine Katze in das
Fundament einer Kirche einzubauen. Das Gotteshaus begrub dabei sozusagen den
Satan und seine b?sen M?chte unter seiner gro?en Masse. Dies sollte den Sieg
des Guten ?ber das B?se symbolisieren. An diese dunklen Zeiten erinnern noch
Sprichw?rter, Redensarten und abergl?ubische Rituale, so dass die Katze noch
heute zwiesp?ltig besetzt wird. Siehe Katze (Redewendung).
Obwohl man im Orient den Katzen gegen?ber im Allgemeinen freundlicher
eingestellt war, wurden sie im Japan des 13. Jahrhunderts mit einem D?mon,
wie beispielsweise mit der Menschen fressenden Hexe Neko-Bak?, die in
Gestalt einer Katze in die H?user eindringt und dort ungehorsame Kinder
frisst, in Verbindung gebracht.
Im 10. Jahrhundert ist die Katze auf dem gesamten europ?ischen Kontinent
und in fast ganz Asien verbreitet. Vom 15. bis zum 18. Jahrhundert gelangt
sie auf den Schiffen europ?ischer Entdecker nach Nordamerika, Australien und
Neuseeland.
16. Jahrhundert bis heute
Als im 16. und 17. Jahrhundert die St?dte immer gr??er wurden und dadurch
auch die Zahl der Hauskatzen zunahm, verlor das Katzenfell an Wert. Dennoch
blieben die gefleckten Wildkatzenfelle weiterhin begehrte und kostbare Ware,
wodurch die wilden Verwandten der Hauskatze auf allen Kontinenten
r?cksichtslos gejagt wurden. In Brasilien werden Katzenfelle heute noch zum
Bespannen einer bestimmten Reibetrommel, der Cu?ca verwandt.
Erst mit der beginnenden industriellen Revolution stiegen Katzen von
reinen Nutztieren allm?hlich zu ihrer heutigen Position als ?Heimtier? auf.
Damit verbunden war der Beginn der Katzenzucht. Heute sind mehr als 30
Katzenrassen bekannt, welche ?ber internationale Zuchtverb?nde
standardisiert werden. Im 20. Jahrhundert wird die Katze zu einem der
medizinisch, genetisch und physiologisch am intensivsten untersuchten
Haustiere. In den 1960er Jahren erforschen die ersten Studienprogramme das
Verhalten von Wild- und Hauskatzen. In den 1990er Jahren ist die Katze
schlie?lich das am weitesten verbreitete wirtschaftlich nicht genutzte
Haustier der Welt und l?uft zum ersten Mal in ihrer Geschichte dem Hund den
Rang ab. Weil aber die Katze in der westlichen Welt noch immer mit
Falschheit und Verschlagenheit charakterisiert wird, hat sich eine
zwiesp?ltige Einstellung erhalten. So glauben beispielsweise immer noch
viele Menschen, dass es Ungl?ck bringt, wenn eine schwarze Katze den Weg
kreuzt.
In der heutigen Zeit genie?t die Katze in Japan eine hohe Wertsch?tzung.
Der in Tokio stehende Tempel Go-To-Ku-Ji, der zu Ehren der Katze ?Maneki
Neko?, die das rechte Vorderbein zur Begr??ung des Besuchers erhebt und
Gl?ck und Reichtum bringen soll, erbaut wurde, ist ganz den Katzen gewidmet.
In seinem Inneren, das ein Katzengrabmal darstellt, gibt es zahlreiche
Malereien und Skulpturen mit Katzendarstellungen. Auch in China und Thailand
werden Katzen noch immer als Gottheiten verehrt.
Trotz der langen Domestikationsgeschichte haben sich Hauskatzen ein hohes
Ma? an Selbst?ndigkeit bewahrt und sind nicht zwingend an Menschen gebunden.
In vielen Gegenden au?erhalb Europas, vor allem in Australien, Neuseeland
und auf vielen Inseln, sind Katzen so sehr verwildert, dass sie heute in
keiner Beziehung zum Menschen mehr stehen. Verwilderte australische
Hauskatzen zeigen eine erhebliche Anpassung an ihre neue Umwelt. Sie sind
gr??er und muskul?ser geworden und entwickeln Fellf?rbungen, die im
jeweiligen Habitat am g?nstigsten zur Tarnung sind. Diese Katzen leben in
erster Linie von den in Australien eingef?hrten Kaninchen, aber auch von
einheimischen Tieren.
Haltung
Hauskatzen neigen h?ufig dazu, bestimmte Marotten und Gewohnheiten zu
entwickeln, denen gegen?ber Katzenliebhaber im Allgemeinen tolerant sind.
Sie sind nicht die einzigen Haustiere, die eine Toilette benutzen, auch
Frettchen nehmen ein solches Angebot dankbar an.
Gesunde Ern?hrung
Die Ern?hrung ist eine wichtige Voraussetzung f?r eine gesunde und
gepflegte Katze. Wichtiges Indiz f?r ein gesundes Tier sind ein dichtes,
matt gl?nzendes Fell und klare Augen. Wie alle Lebewesen braucht die Katze
Wasser, Eiwei?e, Fette, Kohlenhydrate, Mineralstoffe und Vitamine in
ausgewogener und artgerechter Zusammenstellung ? gesunde Katzenern?hrung
w?re f?r Hunde eine Fehlern?hrung und umgekehrt.
F?r Katzen muss immer ein Napf mit frischem Wasser bereitgestellt werden.
In freier Wildbahn ist es eher unwahrscheinlich, dass sich direkt neben der
geschlagenen Beute eine Wasserstelle befindet, wild lebende Katzen trinken
also nicht dort, wo sie fressen. Hauskatzen haben dieses Verhalten
beibehalten und trinken nur aus einem neben dem Futternapf stehenden Napf,
wenn keine andere M?glichkeit besteht. Bei Katzen, die nicht viel trinken,
wird das Problem dadurch gel?st, dass man den Wassernapf getrennt vom
Futternapf aufstellt. Obwohl sie als Fleischfresser bezeichnet werden,
brauchen Katzen auch durch Erhitzen oder Vorverdauen aufgeschlossene
pflanzliche Nahrung. In der freien Natur geschieht dies durch den Verzehr
von Darminhalt der Beutetiere und zus?tzlichen Gr?sern.
Die fleischlichen Proteine bilden die Hauptnahrung der Katze. Fertiges,
handels?bliches Dosenfutter enth?lt solche N?hrstoffe, jedoch gerade bei den
im Supermarkt zu findenden Sorten meist auch f?r die Katze auf Dauer
sch?dliche Zusatzstoffe. Hier ist vor allem der k?nstlich erh?hte
Zuckeranteil zu nennen, der das Produkt als karamellisierte Einmischung f?r
den Katzenhalter optisch und geruchlich aufwertet (das eigentlich eher graue
Futter wird br?unlich eingef?rbt) und somit als Verkaufsargument dient. F?r
das Tier hat diese Beigabe eher negative Auswirkungen (Adipositas, Diabetes,
?neck lesions? (FORL)).
Die zunehmend verbreitete F?tterung von Fertigprodukten hat dennoch in
den letzten Jahren ma?geblich zur Erh?hung der durchschnittlichen
Lebenserwartung der Tiere beigetragen, da bestimmte essentielle
Nahrungsbestandteile, die bei der Verf?tterung von menschlichen Speiseresten
normalerweise nur unzureichend zugef?hrt werden, hier substituiert vorhanden
sind (z. B. Taurin, Arginin, Lysin, Methionin, Cystein, Nikotins?ure).
Neben dem Dosenfutter wird vom Handel Trockennahrung angeboten. Bei einer
alleinigen Ern?hrung mit Trockenfutter besteht allerdings ein
gesundheitliches Risiko. Da Katzen tendenziell nicht viel Wasser trinken,
kann es zu Harnsteinen kommen. Au?erdem wird hierdurch die Neigung der
Hauskatze zu Nierenerkrankungen gef?rdert. Die F?tterung mit Trockenfutter
beinhaltet die Gefahr der Adipositas des Tieres, da die Nahrung infolge
ihres geringen Wassergehaltes sehr energiereich ist.
Katzen ohne Auslauf
Eine Wohnungskatze, die alleine gehalten wird, leidet in der Regel nach
einiger Zeit unter Langeweile. Hat sie einen Artgenossen, so kann sie mit
ihm spielen, auch wenn er normalerweise nicht ganz die Besch?ftigung mit dem
Menschen ersetzen kann. Im Gegensatz zur Katze mit Auslauf hat die
Wohnungskatze keine abwechslungsreiche Gegend mit lebenden Tieren zum
Fangen, mit B?umen zum Klettern und keine gro?en Entdeckungsm?glichkeiten.
Daf?r kann sie nicht ?berfahren, durch landwirtschaftliche Pestizide
vergiftet, von einem J?ger erschossen oder von anderen Tieren (Artgenossen,
Hunden, Steinmardern) verletzt werden. Die Gefahr einer Ansteckung mit einer
der (oft t?dlichen) Katzenkrankheiten ist geringer, kann jedoch auch bei
reiner Wohnungshaltung vorkommen, da der Mensch an seinen Stra?enschuhen die
Krankheitserreger mit in die Wohnung tr?gt. Eine reine Wohnungskatze hat aus
diesen Gr?nden eine durchschnittlich h?here Lebenserwartung als eine Katze,
die ins Freie darf.
Eine Wohnungskatze verschluckt bei der Fellpflege mehr Haare als ein
Freig?nger, da sie sie weniger an B?schen und Str?uchern abstreifen kann.
Deshalb ist eine Wohnungskatze auf die Bereitstellung von Katzengras
angewiesen, damit sie die verschluckten Haare wieder ausw?rgen kann
(Ausl?sung des Brechreizes). Eine Alternative zur oralen Ausscheidung von
Haarballen und deren f?r den Katzenbesitzer meist unangenehmen Entsorgung
stellt die Verf?tterung von malzhaltigen Nahrungserg?nzungsmitteln dar, die
eine Verklumpung der Haare im Verdauungssystem und somit einen rektalen
Abgang selbiger erm?glichen.
Mehrere Katzenklos, eines pro Katze, sind sinnvoll. Wenn ein Katzenklo
nicht regelm??ig ges?ubert wird, besteht die Gefahr, dass die Katze es nicht
benutzt. Besondere Aufmerksamkeit ist bei Ver?nderung des Stuhlgangs
gefordert, zum Beispiel bei Durchfall oder der Entdeckung von Blut.
Au?erdem ist ein stabiler Kratzbaum, am besten vom Boden bis zur Decke,
wichtig, wenn man die Katze davon abhalten will, die Krallen an Polstern,
Tapeten und M?beln zu wetzen. Hinzu kommt, dass Katzen hohe Pl?tze lieben,
weil sie sich dort sicher f?hlen und gerne klettern. Verschiedene
Spielm?glichkeiten wie B?lle und ab und zu eine Kartonschachtel f?r
Verstecke bieten den Wohnungskatzen Abwechslung und die M?glichkeit, ihren
Spiel- und Jagdtrieb auszuleben.
Bei reiner Wohnungshaltung sollte man sich immer f?r zwei Tiere
entscheiden. Gerade junge Tiere, die noch nie Freigang hatten, k?nnen so
ihrem Spieltrieb nachgehen. Nur ausnahmsweise ist Einzelhaltung bei ?lteren,
unvertr?glichen Katzen, die in reiner Wohnungshaltung aufgewachsen sind,
empfehlenswert. Eine Katze, die vorher Auslauf hatte und sich jetzt
(beispielsweise durch einen Umzug) nur noch in der Wohnung oder dem Haus
aufhalten soll, wird sich so gut wie nie an die beengten Lebensverh?ltnisse
gew?hnen.
Gefahren f?r Katzen
Viele Substanzen, deren Einnahme f?r Menschen relativ unbedenklich ist,
sind f?r Katzen giftig. Dazu z?hlen beispielsweise Essig, Schokolade,
Kaffee, Zwiebeln, Trauben, ?pfel, Aprikosen, Zitronens?ure oder Paracetamol.
Da Katzen gern Gr?nzeug knabbern, um sich der beim Putzen verschluckten
Haare zu entledigen, viele g?ngige Pflanzen f?r die Katze aber hochgradig
giftig sind, ist es notwendig, diese nicht in der Wohnung zu haben. Dazu
geh?ren z. B. die Dieffenbachie, der Efeu, der Christusdorn, der
Weihnachtsstern, die Amaryllis, das Alpenveilchen, die Begonie und
verschiedene Kaktusarten, aber auch der Buchsbaum. Auch das Angebot von
Schalen mit Katzengras oder Zyperngras kann die naturgem?? neugierige Katze
oft nicht davon abhalten, auch von anderen Pflanzen in der Wohnung zu
naschen.
Unsicher aufgestellte Glasbeh?lter k?nnen zu einer besonderen Gefahr
werden, da eine Katze eventuell das Gef?? zu Boden st?rzen l?sst und sich
sp?ter ernste Schnittwunden zuziehen kann. Au?erdem stellen Plastikt?ten ein
gro?es Risiko dar, da die Katze hineinkriecht und manchmal nicht mehr
herausfindet; sie erstickt.
Bei dem Versuch, durch den Spalt eines angekippten Fensters zu schl?pfen,
bleiben Katzen oft stecken. Durch Befreiungsversuche rutschen sie immer
weiter nach unten. Die Folge sind bei einem l?ngeren Festh?ngen schwere
neurologische Sch?den im Bereich der Hintergliedma?en. Als Sp?tfolge kann es
zur Ausbildung von Embolien kommen. Werden die Tiere nicht befreit, sterben
sie nach stundenlangen Versuchen der Selbstbefreiung qualvoll.
Siehe auch: Kippfenster-Syndro
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